Während ich sein Shirt aus zog liefen mir vereinzelte Tränen über die Wange, doch daraus wurde ganz schnell ein Tränenmeer. Sie liefen ununterbrochen und ich konnte sie gar nicht mehr stoppen. Warum? Warum tat er das nur? Wir waren doch gerade erst frisch zusammen und schon brach er mir das Herz und war eiskalt zu mir. Ich sackte auf dem Boden zusammen und krallte mich in die Bettdecke. Ich konnte die Tränen einfach nicht zurück halten und so fing ich auch noch an zu schluchzen. Noch nie hat mir jemand so sehr bedeutet wie Samu und nun war alles aus und vorbei. Ich schlug mit meiner rechten Hand die ich zu einer Faust geballt hatte auf das Bett, doch es half nicht... auch die weiteren Male hielfen mir nicht. Es war aus. Aus und vorbei!
*Samu's Sicht*
Fuck! Was hatte ich nur getan? Warum musste ich heute jedem Menschen der mir etwas bedeutete das Herz brechen. Ich rannte ins Haus und hoch in mein Schlafzimmer in der Hoffnung sie war noch da. Als ich auf mein Zimmer zukam hörte ich ein Schluchzen daraus. Ich öffnete leise die Tür und sah Jules weinend auf dem Boden sitzen mit dem Gesicht in dem Bett vergraben. Dieser Anblick brach mir das Herz. Warum war ich nur so ein Arsch?! Ich hasste mich und könnte mich selbst Ohrfeigen! Ich ging auf Jules zu und kniete mich neber sie. Mit der linken Hand strich ich ihr über den Rücken. Sie schreckte hoch, doch vermied es mich anzusehen. Sie hielt ihre rechte Hand so vor ihrem Gesicht damit ich nicht sah das sie wegen mir weinte. Jules war gar nicht so die taffe die sie immer vorgab zu sein. Nein, im Gegenteil. Sie war im Innerem ganz Weich und wollte einfach nicht verletzt werden. Ich war so auf Jules fixiert das ich gar nicht merkte wie Yun in mein Zimmer trat. Erst als sie fragte: "Was ist denn hier los?" bemerkte ich sie. Ich sah zu ihr auf. Sie stand an der Tür und hatte einen Pulli in der rechten Hand. Ich streckte meine rechte Hand nach ihr aus und sagte sie solle zu mir kommen. Sie hielt einen Moment inne, kam aber dann doch. Sie kniete sich neber mich und legte den Pulli auf ihren Schoß. Ich legte meinen Arm um sie. "Es tut mir leid. Ich bin so ein Arsch. Ich kann euch beide verstehen, wenn ihr wütend auf mich seit, doch ich will das ihr wisst das ich euch beide liebe und euch beide nicht verlieren will. Ich bitte euch einfach nur mir Arschloch zu verzeihen. Ich werde alles, wirklich alles dafür tun um es wieder gut zu machen. Bei dir werde ich, wenn es sein muss Santtu anrufen und mich bei ihm entschuldigen und bei dir... Ich tu alles was du willst damit du mir verzeihst Jules. Aber ich bitte euch beide, verlasst mich nicht." Die beiden waren einfach alles für mich. Zu meiner Rechten war meine geliebte Tochter, die ich nicht verlieren wollte und zu meiner Linken hatte ich meine Freundin, die ich über alles liebte und mit der ich den Rest meines erbärmlichen Lebens teilen wollte. "Ruf ihn jetzt an und entschuldige dich!" verlangte Yun von mir. Gerade wollte ich etwas sagen als Yun mir ins Wort fiel. "Vergiss es! Jetzt oder ich packe meine Koffer und ziehe zu Riku!" drohte sie mir. Ich nickte und wendete mich zu Jules. Sie mied immer noch mir in die Augen zu sehen. "Was hast du ihr angetan?" - "Ich war ein Arschloch, wie gesagt." Ich legte zwei Finger unter ihr Kinn und drehte es zu mir. Vorsichtig und sehnsüchtig legte ich meine Lippen auf ihre. Ich legte alles in den Kuss was nur ging. Ich wollte ihr damit zeigen wie sehr ich sie liebte und auch brauchte. Yun, neben mir, räusperte sich. Ich löste mich von Jules Lippen und sah meine Tochter an. "Santtu! Jetzt sofort oder ich bin weg!" Ich stand auf und ging auf die andere Seite meines Bettes um mein Handy zu holen. Ich entsperrte es und wählte die Nummer meines Bruders. Manno man würde das dumm rüber kommen. Als erstes schmiss ich ihn hier raus und jetzt rief ich ihn an um mich zu entschuldigen. Ich hielt mir mein Handy ans Ohr als Yun's Stimme wieder erklang. "Auf Lautsprecher!" - "Vertraust du mir etwa nicht?" - "Nein!" Wow! Meine eigene Tochter, die ich aufzog vertraute mir nicht mehr. Okay, ich konnte sie verstehen, immerhin hatten wir in den letzten Jahren nicht gerade das beste Verhältnis gehabt. Trotzdem tat es weh. Ich tat mir wie befohlen wurde und stellte mein Handy auf laut. Nach dem dritten tuten wurde abgenommen und die Stimme meines Bruders erklang von der anderen Seite der Leitung. "Was willst du?" - "Mich entschuldigen." antwortete ich. "Ach wirklich? Sicher das du mich nicht beleidigen willst oder mir den Kontakt zu Yun verbieten willst?!" Man hörte eindeutig heraus wie wütend Santtu war. "Du weißt selbst, dass wenn ich euch den Kontakt wieder verbiete ihr euch eh treffen werdet." sprach ich ruhig. "Was willst du?" zichte er in den Hörer. "Wie gesagt, ich will mich bei dir entschuldigen." - "Wetten dass du das nur für Yun oder deine Freundin machst? Wetten dass du von Yun gezwungen wirst und du es in Wahrheit eh nicht Ernst meinst?!" - "Hör zu Santtu! So langsam reicht es mir mit dir! Ich will mich bei dir entschuldigen und du lässt es nicht zu! Ich tu das alles nur für Yun und wenn du sie wirklich lieben würdest, dann würdest du verdammt nochmal die Entschuldigung annehmen!" Mir reichte es wirklich mit meinem Bruder! Jedesmal brachte er das Fass zum überlaufen und es machte ihn nichts aus! Am anderem Ende der Leitung herrschte Stille. Entweder er hatte aufgelegt oder er war von meinem Satz schockiert. "Santtu? Noch da?" fragte ich unsicher und im ruhigen Ton. "Wie kannst du nur behaupten ich würde Yun nicht lieben? Ich liebe sie genauso sehr wie du. Ich liebe sie genauso sehr wie du deine Freundin liebst!" sprach er ruhig ins Telefon. Ich sah zu Jules, der immer noch vereinzelt Tänen über die Wange lief. "Können wir alle nicht einfach Frieden schließen. Ich habe kein Bock mehr zu streiten! Verdammt, du bist mein Bruder und Yun du bist meine Tochter. Ich liebe euch beide und will euch nicht verlieren. Ihr seit meine Familie und meine Familie hat ein neues Mitglied bekommen, die ich ebenfalls nicht verlieren will!" Manno man, heute war ich nicht nur ein Arschloch, der alle verletzte sondern redete mich auch noch in Rage damit mir jeder verzeihte wegen meinen Taten. Ich fuhr mir mit der Hand einmal durchs Gesicht und durch die Haare. "Samu, du bist das Problem! Nicht wir! Du fängst doch immer wieder den Streit an! Du warst der jenige, der mich heute raus geschmissen hat." - "Ja, ich weiß." unterbrach ich ihn. "Es tut mir leid Santtu, wirklich. Mir sind vorhin einfach alle Sicherrungen raus gesprungen. Ich meine... versetz du dich doch mal in meine Lage. Versetz dich mal rein das du eine Tochter hast auf die dein kleiner Bruder steht! Stell dir vor wie das ist und du dann noch Abends von deinem Date nach Hause kommst und du siehst das deine Tochter nackt in den Armen deines jüngeren Bruders liegt und ein benutztes Kondom auf dem Nachtschränkchen liegt! Was würdest du dann an meiner Stelle tun?" Von Wort zu Wort redete ich mich noch mehr in Rage. Nie, wirklich noch nie hatte sich jemand in meine Lage hinein versetzt! Noch nie wusste jemand wie das in so einer scheiß Situation war! Für alle war das ja nicht so schlimm. Zwei Menschen hatten sich gefunden und liebten sich, doch ich war der jenige! Ich war der gearschte, der damit klar kommen musste! Ich wollte eigentlich immer nur das besste für Yun. Ich wollte sie immer nur beschützen! Davor verletzt zu werden! Ich wollte nicht das es ihr genauso ging wie mir und was hatte ich immer davon? Nichts, bis auf Streit mit meiner Tochter! Diese ganzen Dinge, die mich gerade zur Weißglut brachten, sprach ich sogar aus und nun sahen mich alle mit einem Es-tut-mir-leid-Blick an und sagten kein Wort mehr.
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Lifesaver
FanficEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
