Die Tür öffnete sich einen kleinen Spalt. Osmo steckte seinen Kopf durch den Spalt und sah uns an. "Hey, wo bleibt ihr denn? Yun, deine Oma möchte dir gerne dein Geburtstagsgeschenk überreichen." Ich sah zu Katha, die mich an lächelte. Ich sprang auf und ging mit Osmo und Katha raus in den großen Garten. Draußen warteten alle schon auf mich. "Komm mal her." sagte Oma und hielt mir ihre Hand hin. Ich ging langsam auf sie zu und nahm ihre Hand. Katharina ging zu Santtu, gab ihm einen Kuss auf die Wange und flüsterte ihm etwas ins Ohr. "Yun, wir alle wissen wie du in die Familie gekommen bist." - "Oh man, schon wieder eine Ansprache." meinte ich und alle mussten anfangen zu lachen. "Aber eine schöne. Vor genau zehn Jahren hat mein Sohn Samu dich bei sich aufgenommen. Jedoch wollte er dich ins Kinderheim bringen. Santtu hat daraufhin mühevoll um dich gekämpft. Ich kann mich noch an den Tag erinnern, an dem er mit dir abhauen wollte, da er dich nach nur wenigen Stunden... Ach was, noch nicht mal einer Stunde ins Herz geschlossen hatte. Du warst noch sehr klein, von daher weiß ich nicht, ob du dich daran erinnern kannst. Zwischen deinem Vater und Santtu gab es sehr großen Streit, doch das weißt du ja. Eben habe ich von Samu erfahren, dass du dich mit Santtu heimlich getroffen hast und ihr beste Freunde seid." Ich sah rüber zu Santtu der mich an lächelte. "Ich weiß zwar nicht was zwischen euch passiert ist, da ihr euch heute Nachmittag ziemlich gefetzt habt, doch ich habe das Gefühl, das ihr euch versöhnt habt. Auf jeden Fall was ich eigentlich sagen wollte ist, dass wir wirklich sehr froh sind, dass du hier in dieser Familie bist und wir dich über alles lieben, so wie du uns liebst. Für Samu bist du das Wichtigste auf der Welt und er würde dich niemals gehen lassen, doch du auch nicht. Yun, egal was ist wir lieben dich und sind immer für dich da." Oma drückte mich einmal und strich mir die Tränen weg, die meine Wangen runter liefen. "Und nun kommt dein Geschenk. Es hat zwar nicht viel Geld gekostet, aber es kommt von Herzen und das ist dass wichtigste." Sie überreichte mir ein schwarzes edel aussehendes Fotoalbum. "Schlag es auf." Ich sah sie unter Tränen gerührt an und schlug die erste Seite auf. Es waren zwei Familien Bilder rein geklebt. Eins war vor genau zehn Jahren und eins vor nur wenigen Monaten. Darunter hatte Oma ein wunderschönes Vorwort geschrieben. In dem Buch befanden sich alle Bilder, die wir gemacht hatten. Bilder von Geburtstagen, unser erstes gemeinsames Weihnachten und Ostern. "Es ist... perfekt. Danke." Dieses Geschenk war wirklich wundervoll. Es steckte mit Sicherheit viel Arbeit darin. Immerhin musste sie ja alle Bilder raus suchen und nach Datum einkleben. Zu jedem Bild schrieb sie sogar einen kleinen Satz. Ich ging zu dem Sessel. Samu hatte ihn anscheinend vom Wohnzimmer hier raus getragen. Ich ließ mich auf dem Sessel im Schneidersitz nieder und schlug das Buch auf meinem Schoß auf. Ich schaute mir die Bilder darin an und las mir alles sorgfältig durch. Ich entdeckte sogar ein Bild wie ich in meinem Kleid vor einem Fotoalbum saß und die Kopfhörer und die viel zu große Kappe von Santtu an hatte. Das Bild wurde anscheinend geschossen als ich das aller erste Mal hier war. Ich hatte damals gar nicht mitbekommen, dass ein Bild von mir gemacht wurde. Zu meinem erstaunen entdeckte ich sogar ,dass noch weitere gemacht wurden. "Na Maus wie findest du deinen Geburtstag?" Ich sah auf. Samu stand lässig und mit den Händen in den Hosentaschen vor mir. "Er ist fantastisch." Samu nahm meinen Arm und zog mich lächelnd auf meine Beine. Er setzte sich auf den Sessel und zog mich wieder auf seinen Schoß. "Ich kann es immer noch nicht glauben." Verwirrt sah ich ihn an. "Es fühlt sich gar nicht so an wie 10 Jahre. Die Zeit ist so schnell vergangen. Du bist so schnell 16 geworden und erwachsen. Du bist nicht mehr mein kleines Mädchen wie damals. Nur noch zwei Jahre und du bist 18, dann kann ich dich nicht mehr aufhalten. Du wirst dich auf dein Motorrad setzen und wahrscheinlich nie wieder kommen und wenn doch, dann nur damit ich dir deine Wäsche wasche. Du wirst deine erste Wohnung haben, irgendwo eine Ausbildung anfangen und vielleicht sogar um die Welt reisen." - "Papa. Ich werde immer dein kleines Mädchen sein und ich werde auch immer da sein. Ich werde dich niemals alleine lassen. Du bist mein Papa und ich bin dir für so vieles dankbar. Ohne dich hätte ich diese wunderbaren Menschen niemals kennengelernt und hätte niemals Leben dürfen. Ich danke dir so sehr Papa." - "Komm her meine Süße." Samu zog mich in seine Arme. Ich spürte, dass es ihm sehr schwer fiel darüber zu reden. Außerdem merkte man das, da er Tränen in den Augen hatte.
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Lifesaver
Fiksi PenggemarEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
