Meine Mutter hatte recht gehabt. Ich musste um Yun kämpfen. Dies war mir eigentlich schon direkt nach unserer Trennung eingefallen nur wusste ich da noch nicht wie. Mum hatte mich dazu ermutigt endlich wieder aufzustehen und mich mal unter die Dusche zu stellen. Schon als ich aus der Dusche trat fühlte ich mich um einiges besser und roch auch viel besser. Ich stellte mich nur mit einem Handtuch um meine Hüften vor den Spiegel und betrachtete mich darin ein wenig. Mir waren einige Stoppeln gewachsen, die ich nun mit meinem Rasierer entfernte. Als ich auch damit fertig war sah ich von außen viel gepflegter aus. Ich schnappte mir meine Zahnbürste und putzte mir meine Zähne. Hin und wieder stoppte ich einmal kurz und lauschte, da meine Mutter einen ziemlichen Lärm machte. Sie wollte eigentlich nur ein bisschen putzen und nicht gleich all meine Mödel zu Kleinholz verarbeiten oder die Einrichtung verschieben. Als ich das Bad wieder verließ ging ich erst einmal ins Wohnzimmer um nach zu schauen was meine Mum nun gemacht hatte. Ich stand in einem blitzplanken aufgeräumten Wohnzimmer als ich dies betrat. Es sah hier genauso aus wie als wäre nichts passiert. Alle Pizza Schachteln, leere Flaschen und sonstiger Müll war verschwunden. Ich ging in die Küche um dort auch noch einmal nach zu sehen, doch dort sah es genauso aus wie im Wohnzimmer. War ich etwa so lange im Bad dass Eve es geschafft hat das komplette Wohnzimmer aufzuräumen und zu säubern? Verwundert ging ich in mein Schlafzimmer, dort war meine Mutter gerade am schaffen und räumte die ganze schmutzige Wäsche zusammen. "Wie lange war ich im Bad?" fragte ich meine Mutter vewundert und ging an meinen Kleiderschrank um mir ein paar Sachen rauszuholen. "Lange." antwortete sie darauf nur knapp und begann das Bett zu machen. "Du bist schnell." meinte ich nur und wollte das Zimmer verlassen, jedoch machte ich auf den Fersen kehrt und sah meine Mutter an. "Eigentlich müsstest du das Zimmer verlassen." - "Wieso." - "Weil ich mich anziehen will." - "Nur zu." Meine Mutter setzte ihre Arbeit einfach fort. "Willst du nicht raus gehen?" fragte ich nach langem Schweigen. Daraufhin unterbrach sie ihre Arbeit und sah mich an. "Santtu. Du bist mein Sohn. Ich habe dich Jahre lang nackt gesehen und du wirst es nicht glauben, doch du kamst auch nackt auf die Welt. Sogar der Arzt und die Hebamme haben dich nackt gesehen." Genervt ging ich zu meinem Schrank und öffnete die Tür. Meine Mutter beobachtete mich nur Kopfschüttelnd. "Santtu du bist 30 Jahre alt. Du benimmst dich gerade als ob du ein Teenager wärst und es dir peinlich wäre dich vor deiner Mutter umzuziehen." Ich lugte zu meiner Mutter, eh ich vor der Tür hervor trat. Ich schnappte mir meine Jeans und zog sie an. Mum schüttelte nur den Kopf und schnappte sich den Haufen Wäsche. "Glaubst du Yun wird mir verzeihen?" rief ich meiner Mutter hinterher. "Wer weiß. Was ist eigentlich passiert dass du und Yun euch getrennt habt?" fragte mich Mum. Oberkörperfrei setzte ich mich auf das Bett und nahm ein Foto auf dem Yun und ich waren von Nachttisch. Stumm betrachtete ich dies. Studierte mir jedes einzelne Detail von ihr ein. Mum kam zu mir ins Zimmer. Sie blieb an der Tür stehen und sah mich schweigsam an. "Ich habe sie betrogen." brabbelte ich. "Ich habe sie mit Katharina betrogen während sie auf Tour war." Ich spürte Mum's Blick auf mir. Ich presste meine Lippen auf einander während mir eine Träne aus meinem Augenwinkel lief. "Oh Santtu." meldete sie sich nun auch wieder zu Wort. Noch immer hielt ich das Bild in den Händen und betrachtete Yun darauf. Mum kam zu mir und setzte sich auch auf das Bett. Sie legte eine Hand auf meine Schulter und sah sich auch das Bild an. "Wieso?" fragte sie daraufhin nur enttäuscht. Ich schüttelte meinen Kopf. Immer mehr Tränen sammelten sich in meinen Augen. "Ich weiß es selbst nicht. Ich vermute dass ich dies einfach getan habe, da ich Yun vermisst habe. Ich wurde einfach schwach." Vereinzelte Tränen flossen nun aus meinen Augen heraus. "Ich bin das größte Arschloch das es nur gibt." sprach ich mit brüchiger Stimme. Ich lehnte mich mit meinem Oberkörper zurück und hielt meine Handflächen auf meine Augen. "Ach Santtu." Ich wischte mir meine Tränen weg und setzte mich wieder auf. Mum strich mit ihrer Hand durch meine Haare und drückte mich an sich. Wieder einmal spielte ich mit dem Ring in meiner rechten Hand. "Was ist das eigentlich für ein Ring da?" fragte Mum nun nach langer Zeit. Sie hatte den Ring schon am Tag der Trennung gesehen, doch bis heute hatte sie mich nicht gefragt wem dieser Ring gehörte oder was das für einer war. "Der Verlobungsring von Yun. Ich habe ihr Tage vor unserer Trennung einen Antrag gemacht. Nachdem ich ihr erzählt hatte dass ich sie betrogen habe hat sie ihn mir vor die Füße geworfen, bevor sie gegangen ist." erzählte ich ihr. Mum nickte und sagte nichts mehr. Sie stand lediglich nur auf um sich wieder an die Arbeit zu machen. "Übrigens danke... dass du meine Wohnung wieder auf forder Mann bringst." Ich sah über meine Schulter. Sie lächelte mir zu und schon räumte sie weiter auf. Noch einige Minuten saß ich hier, eh ich aufstand und mir mein T-Shirt anzog. Ich schnappte mir eine neutrale Halskette von mir und fedelte den Ring drauf. Anschließend verließ ich mein Schlafzimmer. "Wo ist mein Schlüssel?" fragte ich Mum, da ich ihn nicht finden konnte. Ich ging zurück zu meinem Zimmer und sah hinein. Mum warf mir meine Schlüssel zu und sah mich grinsend an.
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Lifesaver
أدب الهواةEin kleines Mädchen ganz alleine auf der Straße. Wo es wohl herkommt und wo ihre Eltern sind? Das ist unklar. Doch ihr Finder und somit auch Lebensretter wird es herausfinden und ob er die Kleine bei sich aufnimmt... das werdet ihr alles sehen.
