160. Eiskalt

330 20 4
                                        

Wir hörten wie sich die Tür öffnete und der Arzt raus getreten kam. "Herr Haber?" Sofort sah ich auf und löste mich von Jules, jedoch behielt ich sie in meinem Arm. "Wir konnten Ihre Tochter zum Glück reanimieren, doch war es ein schwerer Kampf gewesen. Sobald Ihre Tochter wach wird würde ich gerne unsere Psychologin vorbei schicken. Um ehrlich zu sein bin ich sogar selbst etwas überrascht. Eigentlich hätte sie schon längst wieder auf gewacht sein müssen." Der Arzt wollte wieder gehen, doch kam er noch einmal zurück. "Ach, noch etwas. Wenn Sie nichts dagegen hätten würde ich Ihnen gerne die Psychologin vorbei schicken, dass sie mit Ihnen redet. Es muss ja irgendeinen Grund dafür geben, dass ihre Tochter nicht aufwacht." Stumm nickte ich und drückte Jules noch näher an meinen Körper. Der Arzt verabschiedete sich von uns und ging den Flur runter. Die beiden Schwestern kamen heraus und gingen ihre Wege. Jules legte ihren Kopf an meine Brust. Sie drückte mich noch einmal ganz fest, eh sie mich los ließ und wieder in das Zimmer ging. Das alles war einfach zu viel für mich, weshalb ich raus ging um eine zu rauchen. Seit dem Yun im Krankenhaus lag rauchte ich enorm viel. Normalerweiße rauchte ich nur hin und wieder mal eine Zigarette, doch hatte sich das geändert.

*Jules Sicht*

Nachdem der Arzt und die beiden Schwestern verschwunden waren, war ich wieder ins Zimmer von Samu's Tochter gegangen. Die Kleine war mir sehr ans Herz gewachsen und ich hoffte selbst sie würde so schnell wie möglich wieder aufwachen. Ich setzte mich auf das Bett und nahm die linke Hand von ihr. Vorsichtig strich ich mit dem Daumen über ihren Handrücken.  "Ich verspreche dir, dass wir deinen geliebten Santtu finden werden." flüsterte ich ihr zu und strich ihr mit dem Daumen über die Wange. Ich nahm den Brief, den Samu mir gegeben hatte und überlegte, ob ich ihn Yun vorlesen sollte. Ich entschied mich lieber dafür das es wohl besser wäre, wenn sie ihn selbst lesen würde, weshalb ich ihn wieder weg legen wollte. Dummerweiße hatte ich den Briefumschlag ziemlich blöd gehalten. Sodurch viel etwas mit einem Klirren auf den Boden. Verwundert stand ich auf und hebte das kleine Etwas auf. Es war ein silberner Ring mit einem blauen Stein. Bestimmt war er ein Geschenk an Yun gewesen. Noch eine Weile betrachtete ich diesen Ring, eh ich wieder auf stand und den Ring in Yun's Hand legte. Ich wünschte mir so sehr, dass Samu mir einen Antrag machen würde, doch war das für ihn bestimmt viel zu früh. Zudem hatte er gerade ziemlich viele Sorgen um Yun. Erst jetzt fiel mir auch auf, dass Samu gar nicht im Zimmer war. Verwundert trat ich auf den Gang und sah mich um, doch war mein Freund verschwunden. Schnell warf ich Yun noch einen kurzen Blick zu, eh ich mich auf die Suche nach Samu begab. Dieser kam mir nach einer Zeit entgegen. "Wo warst du? Ich dachte schon du wärst abgehauen." - "Ich war nur kurz eine rauchen." sprach er kalt und lief an mir vorbei. "In letzter Zeit rauchst du ziemlich viel Schatz." sagte ich besorgt und lief ihm hinterher. Er sah über seine Schulter und meinte: "Ich bin alt genug um selbst zu wissen wie viel ich rauchen kann oder doch nicht." Verwundert blieb ich stehen und sah ihm hinterher. Was war nur auf einmal mit ihm los? Als erstes fragte er mich, ob ich je in unserer Beziehung glücklich war und nun war er eiskalt zu mir. Schweigend folgte ich ihm ins Zimmer. Dort schnappte ich mir meine Tasche und ging wieder zur Tür. "Wo willst du hin?" fragte mich Samu etwas verblüfft. "Ich hab noch etwas wichtiges zu erledigen. Tschüss." sagte ich kalt und verließ das Krankenhaus.

*Samu's Sicht*

Etwas irritiert blieb ich mit Yun zurück. Wieder einmal war ich ganz alleine auf diesem Zimmer und hatte niemanden mit dem ich reden konnte. Eine Weile blieb dies auch so. Ich saß hier schweigend rum, lief manchmal aus langeweile auf und ab oder stand am Fenster und sah hinaus in die Welt. Jemand klopfte an der Tür, woraufhin sie auch schon geöffnet wurde. Verwundert drehte ich mich von Fenster weg und sah zu einer braun haarigen hübschen Frau. "Guten Tag. Ich bin Frau Pääkkönen. Ich bin hier im Krankehaus die Psychologin. Dr. Valkonen hat mich gebeten hier einmal vorbei zu schauen." Die Frau kam auf mich zu und reichte mir die Hand. "Ich bin Herr Haber, doch Sie können sehr gerne Samu zu mir sagen." Die Psychologin nickte dies ab. Ich bat sie platz zu nehmen was sie dankend annahm. "Können Sie mir etwas über Ihre Tochter erzählen Samu?" Ich nickte und begann ihr alles zu erzählen. Aufmerksam hörte sie mir zu und schrieb irgendetwas auf ihrem Block. "Das heißt Ihre Tochter hat sich also in Ihren Bruder verliebt?" - "Ja, vor kurzem habe ich sogar erfahren dass die beiden verlobt sind." Frau Pääkkönen nickte und sah auf ihren Block. "Wo ist er nun?" Ich schüttelte ahnungslos den Kopf. "Ich weiß es nicht." sprach ich leise und faltete meine Hände in meinem Schoß. Die Psychologin runzelte die Stirn und sah auf. "Ich glaub ich weiß warum sie nicht mehr aufwacht und wieso sie reanimiert werden musste." Ich sah die, mir gegenüber sitzende, junge Frau an. Sie sah zu Yun rüber, eh sie wieder zu mir sah. "Sehr wahrscheinlich hat Ihre Tochter dies mit bekommen. Menschen bekommen, obwohl sie im Koma liegen oder bewusslos sind, trotzdem einige Dinge mit. Bestimmt hat sie das mit dem Brief mit bekommen und in dem Moment hat sie aufgehört zu kämpfen. Wissen Sie Samu? Ihre Tochter liebt ihren Onkel, doch da er sie verlassen hat hat sie bestimmt aufgegeben und will aus diesem Grung nicht mehr aufwachen. Ich befürchte, dass sie nur aufwachen wird, wenn Ihr Bruder wieder da ist." Mein Blick fiel auf den Boden. Was die Psychologin da sagte, war nicht gerade falsch.

Da der Teil meiner Meinung nach total öde, langweilig... whatever ist, ist er extra länger geworden und besteht nun aus 990 Wörtern (ohne das fett geschriebene) Trotzdem würde ich mich wieder über euer Feedback, Kritik, Liebeserklärungen oder sonst was freuen ;)

LifesaverWo Geschichten leben. Entdecke jetzt