189. schlechtes Gewissen 2

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Ich legte meine Hand wieder auf mein Oberschenkel und schwieg. Am liebsten hätte ich mich davor gedrückt, doch wollte ich nicht dass er beim nächsten Mal, wenn er wieder bei mir ist enttäuscht ist. "Du Santtu... ich muss dir da was sagen." Ich traute mich nicht ihn anzusehen. Obwohl ich ihn nicht ansah spürte ich seinen gespannten Blick auf mir. "Du weißt doch bestimmt noch die Glaskugel, die du mir zum Start der Tour geschenkt hast." sprach ich mit gesenktem Blick. "Ja natürlich. Ich hoffe sie hat dir gefallen." Ich schielte kurz zu ihm, da ich sehen wollte wie er reagiert hatte. Er lächelte mich einfach nur an während seine Augen mich an strahlten. "Ja hat sie." sprach ich wieder mit dem Blick auf meine Knie gerichtet. "Ich muss dir da aber etwas gestehen... Als ich erfahren habe dass du mich betrogen hast habe ich die Glaskugel auf den Boden geworfen. Es tut mir so leid, doch ich war so wütend auf dich gewesen. Du hast mir in dem Moment einfach das Herz raus gerissen und es in Tausend Teile zerbrochen. Ich war so verletzt gewesen und auch so wütend. Es tut mir so unglaublich leid. Ich bin so eine...." - "Hey, Yun.... Yun..." - "...blöde Kuh. Ich habe es nicht verdient..." - "Yun!" unterbrach mich Santtu laut. Erschrocken sah ich ihn an. "Es ist nicht schlimm. Im Gegenteil. Ich kann es nachvollziehen immerhin habe ich dich verletzt. Es ist wirklich nicht schlimm dass du die Kugel kaputt gemacht hast. Ich lass einfach eine neue anfertigen und zwar eine viel schönere." sprach er ruhig. "Nein. Das will ich nicht. Ich will genau die selbe und keine andere." Santtu legte seine Hand auf meine und drückte sie leicht. "Gut, dann werde ich genau die selbe anfertigen lassen. Wenn noch einige heile Teile dabei sind, sie nicht zu Bruch gegangen sind gib sie mir einfach und ich bringe sie zu dem Typen und frag ob er die noch verwenden kann. Es ist wirklich nicht schlimm." Ich nickte. Ich war so froh dass er so gelassen reagierte und nicht wütend, traurig oder enttäuscht war. Ich bestand auch darauf dass ich die Kugel bezahlte, jedoch verweigerte Santtu dies. "So und nun rein mit dir. Samu wartet bestimmt schon auf dich." - "Kommst du noch mit zur Tür?" Lächelnd nickte er und stieg aus. Ganz wie ein Gentleman hielt er mir die Tür auf. Zusammen liefen wir zur Haustür. Auf dem Weg dorthin sahen wir Dad am Fenster stehen. Er hatte sein Gesicht mit Tarnfarbe geschminkt wie man es aus den üblichen Kriegs Filmen kannte. Zudem hatte er eine Wasser Pistole in der Hand. Als wir vor der Haustür standen machte Dad das Fenster auf und rief: "Parole?" - "Waschbär." - "Ihr seid ganz schön spät." - "Gar nicht wahr. Ich habe sie früh zurück gebracht so wie du es verlangt hast. Die Nacht ist noch früh." grinste Santtu und zwinkerte mir zu. "Pass bloß auf Freundchen sonst komme ich zu dir runter!" Wir beide schauten zu Dad hinauf. Wie lang er bloß schon da stand und wie lange er gebraucht hatte um sich sein Gesicht zu schminken? Vorallem war aber eher die Frage womit er sich geschminkt hatte... Santtu und ich verabschiedeten uns von einander. Dabei beobachtete uns Dad ganz genau. Ich sah noch einmal kurz zu meinem Vater hoch, eh ich meine Hand auf Santtu's Schulter legte, mich auf die Zehenspitzen stellte und ihn küsste.

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