Dreißig

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Liv sah Zora erwartungsvoll an. Diese hatte sich all diese Möglichkeiten noch gar nicht vor Augen geführt, sondern sich vor allem über den Termin zum Essen gefreut, doch Liv hatte natürlich recht. Sie musste das große Ganze und somit vornehmlich ihre Zukunft im Blick haben. „Na immer mit der Ruhe, noch mache ich erst einmal ein Praktikum in die Richtung.", nahm Zora Liv ein wenig den Wind aus den Segeln. „Es wäre aber schon verdammt cool.", gab sie dann zu. „Ach, du machst das schon.", bestärkte Liv sie, um dann aufzuschauen und ihre Augen mit der Hand abzuschirmen. „Na sie mal, wer da kommt." Sie deutete mit der anderen Hand in Richtung Straße. Zora sah ebenfalls in die Richtung. Da kamen Steven und Nat. Zora winkte Nat zu. Als die Beiden näher kamen und in Hörweite waren rief Zora: „Na, wie war's?" Steven meldete sich natürlich sofort zu Wort, obwohl er ganz offensichtlich eigentlich nicht gemeint war: „Alles easy! 15 Punkte, was denn sonst?" Er kam angesprintet und hielt Zora die Hand zum einschlagen hin, um sich danach rechts neben Liv mit seinen Sachen auszubreiten. „Na, wie geht's Ladys? Alles fresh?"

Steven hatte ganz sicher keine 15 Punkte. Es war kein Geheimnis, dass er seine Abizulassung nur haarscharf bekommen hatte und vor allem in Physik enorme Schwierigkeiten hatte. Liv lachte auf. „Na dann ist ja alles gut. Und wie ist es unserem Genie ergangen?", fragte sie in Nats Richtung. Dieser kam gerade erst bei ihnen an und hätte sich vermutlich links neben Zora nieder gelassen. Doch diese hatte ihr Handtuch unauffällig ein wenig von Liv weggerückt und nahm nun ihre Tasche, die rechts von ihr stand, um sie auf die andere Seite zu legen. Damit wies sie zwischen sich und Liv:

„So komm, du hast jetzt fünf Minuten, um uns mitzuteilen, an welchen Stellen du dir unsicher bist und was alles mit Sicherheit falsch ist. Wir werden nicken, tun so, als ob wir in der Lage wären dir zu folgen und sind dann in drei Wochen alle miteinander ganz doll überrascht, dass du doch die volle Punktzahl erreicht hast." Nat, der sie zunächst, nachdem sie ihm den Liegeplatz zwischen sich und Liv zugewiesen hatte, mit skeptischem Blick und hochgezogenen Augenbrauen bedacht hatte, versuchte nun ernst zu bleiben, scheiterte aber daran sein Grinsen zu verbergen. Betont empört antwortete er: „Jetzt übertreibst du aber. Und ich bin mir wirklich bei einigen Sachen unsicher." Zora verdrehte nur die Augen. Nat fing an zu lachen. „Okay, okay. Ich bin ja schon still.", „Nein, jetzt erzähl schon. Er hier" - Liv wies auf Steven - „kann uns ja mit Glück gerade mal das Themengebiet, das dran kam nennen. War es machbar? Dem Stoff aus dem Unterricht entsprechend? Oder hat sich die Landesregierung da mal wieder nen Haufen Nonsens ausgedacht?", „Naja, ich fand es schon machbar.", erwiderte Nat. „Die c) der ersten Teilaufgabe war anspruchsvoll, jedoch letzten Endes lösbar. An der d) der zweiten Teilaufgabe bin ich zwar gescheitert, aber das waren nur zwei Punkte...",

„Man diskutiert ihr hier jetzt echt nochmal die Klausur? Es ist bullenheiß und wir sind noch nicht im Wasser. Seit doch einfach nur froh, dass ihr es hinter euch habt und genießt das Wetter. Ihr könnt doch jetzt eh nichts mehr ändern.", unterbrach Steven ihn und zog dabei sein T-Shirt aus. Wer hätte gedacht, dass Zora eines Tages Stevens Meinung wäre. „Das klingt doch nach einem Plan.", damit entledigte sie sich ebenfalls ihres T-Shirts, streifte ihre Hose ab und lief zum Ufer. Steven hatte sie innerhalb von Sekunden eingeholt und tauchte einmal ganz im Wasser unter, um sie dann nass zu spritzen.

Nat und Liv waren zurück geblieben, sie schienen sich immer noch über die Prüfung zu unterhalten. Während Zora sich langsam weiter in das eiskalte Wasser vor traute, um sich schrittweise zu aklimatisieren, war Steven schon wieder an ihr vorbei aus dem Wasser gestürzt. Er lief direkt auf Lina zu, um sich mehr oder weniger plump auf sie fallen zu lassen und sie zu umarmen. Diese kreischte natürlich angesichts des kalten Wassers auf. „Ihhhh...Steven! Das kannst du doch nicht...Meine ganzen Sachen sind nass. Na warte, dich kriege ich!", damit lief sie Steven, der mittlerweile die Flucht ergriffen hatte hinterher. Auch Nat, der sich schnellstens seiner Klamotten und Schuhe entledigt hatte, folgte den Beiden ins Wasser. Susanne, Marie und Miriam gesellten sich auch bald dazu, schließlich folgten sie Steven und den ganzen anderen 'coolen' Jungs stets wie ein Schatten. Mehr oder weniger bestätigten Gerüchten zu Folge hatte Marie auch schon was mit Steven gehabt, wobei es verschiedene Versionen dazu gab, wie weit die Beiden wirklich gegangen waren.


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So, ich hoffe euch hat es bis hierhin gefallen und danke an jeden, der es überhaupt so weit geschafft hat <3 Ich werde mich bemühen die nächsten Kapitel so zügig wie möglich hochzuladen.

Ich freue mich immer über Feedback, gerne auch einen Kommentar mit konstruktiver Kritik ;)



fragile (GirlxGirl)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt