„Ich weiß nicht“, sagt Grace zum wiederholten Mal und kratzt sich am Kopf. Sorgfältig darauf bedacht, keine ihrer Spangen mit Schmetterlingen aus Diamanten zu verschieben.
Unechten, bestimmt, aber sie sehen unglaublich schön aus. Klein und zart und mit hellblauen Steinchen.
„Dieses Mal fliege ich raus, ich hab‘s im Gefühl.“
Sie zieht einen Schmollmund und dreht sich um, verrenkt sich den Hals um mit ansehen zu können, wie Victoria sich gelassen mit ihren Anhängseln unterhält.
Sie wirkt fast schon gelangweilt, was uns verrückt fast. Naja, Grace und Loveday zumindest. Denn die werfen immer wieder giftige Blicke in Victorias Richtung.
Wir sitzen zu fünft auf den Sofas hinter der Bühne, trinken Saft und verfolgen auf dem Fernseher wie Raven das Publikum begrüßt.
Die Show hat vor fünf Minuten begonnen, um uns herum ist die gewohnte Hektik los. Immer wieder werden neue Kameras herein geschoben, man verändert das Licht und wohin es strahlen soll, oder die Tonqualität.
Normalerweise wäre ich genervt davon, dass Grace schon wieder quengelt, sich durchgehend beschwert und sogar darüber jammert, dass es heute keine Trauben in der Obstschale gibt.
Sie hätte fast einen Heulanfall deswegen bekommen, bis sich eine nette Crew Mitarbeiterin bereit erklärte, welche für sie aufzutreiben.
Keine Ahnung, woher sie die schließlich bekommen hat. Soweit ich das einschätzen konnte, befindet sich das Studio in dem wir sind ein gutes Stück abseits von Futurias Innenstadt.
Wenn ich daran denke, dass die Leute hier richtige Supermärkte haben und jederzeit einkaufen gehen können, wird mir ganz anders.
Als würde eine innere Stimme sagen, dass es daran nichts verwunderliches gäbe, aber mein Kopf sich weigert, diese freie Zugänglichkeit zu akzeptieren.
Jedenfalls bin ich nicht genervt von Grace, gar nicht, und auch Zoes Anwesenheit bringt mich nicht aus dem Konzept. Kein bisschen. Ich bin…Entspannt ist das falsche Wort.
Ich bin trotzdem nervös, wie jedes Mal, aber heute…Keine Ahnung.
Ich muss andauernd lächeln. Das ist zum verrückt werden, denn König Lex‘ Drohung sitzt mir noch im Nacken. Das wird Folgen haben. Brr.
Ich habe noch eine ganze Weile gebraucht, bis ich danach einschlafen konnte. Was auch daran lag, dass sie Lola und Janine geweckt haben, um sicherzustellen, dass ich keine weiteren Dummheiten unternehme.
Dummheiten, also echt. Der König übertreibt maßlos, denn was haben wir schon verbrochen? Wären wir von Rebellen gefasst worden, wäre das bloß unser Problem.
Wir haben niemanden gefährdet, außer uns selbst. Und oh man, das war es wert.
Ich lehne mich nach hinten, gegen das kalte Leder, und muss mir auf die Unterlippe beißen, um nicht erneut zu lächeln.
Verdammt. Es hat mich wirklich erwischt.
Ich kann nur noch an gestern denken, beziehungsweise heute Nacht, und an das, was wir getan haben. Das reden, meine ich.
Klar, das Geknutsche danach war auch toll, aber vor allem bin ich stolz auf uns, endlich zugelassen zu haben, dass wir uns ein Stück weit öffnen.
Und wer weiß, vielleicht gelingt es uns tatsächlich, diese Beziehung geheim zu halten und bis zum Finale in drei Wochen noch etwas Spaß zu haben.
Schon klar, das wird nicht einfach. Ich muss mir eine Erklärung für Kaden einfallen lassen, oder aber meine anderen Treffen so gut wie möglich geheim halten.
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Selection - Futuria
Fanfiction"Du bist eine Rebellin", flüstert er fassungslos. "Falsch", sage ich. "Ich bin die rechtmäßige Thronerbin Caravels." ----------- Nivea ist gerade 18 geworden, als die erste Selection seit 150 Jahren beginnt. Seit den Kastensystemen hat sich viel ver...
