Stella
Schwere Schritte hallen durch den Flur. Meine Hände werden vor Angst feucht. Bitte lass nicht wieder was schlimmes passieren. Luca öffnet die Tür und legt seinen Kopf in den Nacken. "Wer bist denn du? Du bist ja riesig und deine Muskeln. Die werde ich auch irgendwann haben!" sagt er mal wieder frei raus.
Vor mir steht ein Berg von einem Mann. Irgendwie kommt er mit bekannt vor, aber ich weiß nicht woher. "Scheiß die Wand an, du hier!" ertönt hinter mir die schrille Stimme von Stella. Sie springt durch den Flur und direkt in die Arme dieses Tieres. Ich verstehe nur Bahnhof. "Mensch Stella, das ist der Türsteher von damals, der uns in den Club gelassen hat," lacht sie. Langsam geht mir ein Licht auf.
Der Typ sieht auch ziemlich überrumpelt aus. Es bildet sich ein schiefes Grinsen in seinem Gesicht, als ob er sich erinnert. Doch dann wird er ernst und räuspert sich. "Ciao, ich bin Giovanni. Leonardo schickt mich. Und die soll ich dir geben" zwinkert er mir zu. Erst jetzt sehe ich den riesen Strauß roter Rosen in seiner Hand. Lächelnd nehme ich sie ihm entgegen und stelle sie in die Vase. Sie sind wunderschön. Lange dunkelrote Baccara Rosen und wie die duften. Die müssen ein Vermögen gekostet haben. Kurz überlege ich, ob ich Leonardo direkt schreibe und danke. Aber ich kann es im Moment noch nicht.
Lucy ist bereits weg und wir machen uns auf den Weg in die Schule. Luca erkläre ich noch kurz, dass Lucy ihn zum Boxtraining bringt und dann verabschiede ich mich von ihm.
Während der Fahrt guckt dieser Giovanni immer wieder zu mir. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Irgendwann wird es mir zu blöd "Ist was?" frage ich ziemlich genervt. Er schmunzelt und sagt "Nichts. Aber ich hätte niemals gedacht, dass der Padre eine Familie gründet." Ich muss ihn wohl wie ein Auto angucken, da sein Lachen lauter wird. "Leonardo war ein kaltes gewissenloses Schwein. Gerade in der Zeit wo er dich gesucht hat. Wir haben alle nicht geglaubt, dass er euch findet. Aber seitdem du und der Kleine in seinem Leben seid, da zeigt er manchmal menschliche Züge und ist nicht mehr ganz so schlecht drauf." Er guckt mich nochmal intensiv an und überlegt wohl ob er noch was sagen soll. "Hau raus, ich weiß, dass du noch was sagen willst," necke ich ihn. Er fährt an den Straßenrand, stoppt den Wagen und dreht sich zu mir. Himmel, was ist denn jetzt los. "Ich bin einer von Leonardos engsten Vertrauten. Mit Enzo zusammen kennen ich alleine die ganze Geschichte. Er hat sich wirklich auf den ersten Blick in dich verliebt. Verliebt war er vorher noch nie. Seitdem ihr euch wieder habt, hat er mit sich gehadert, wie er dir alles erklären soll und wie er euch schützen kann. Der Boss würde euch niemals absichtlich in Gefahr bringen. Er hat auch rund um die Uhr Bodyguards für euch abgestellt..." "Er hat was?" falle ich ihm ins Wort. Ich bin echt sprachlos. "Ups, da habe ich wohl zu viel gesagt. Aber was ich damit sagen will ist, ihr steht beim Padre an oberster Stelle. Er würde alles für euch tun. Vielleicht kannst du ihm ja doch verzeihen."
Völlig durcheinander kommen mir wieder Tränen in die Augen. "Ich weiß du meinst es gut, aber im Moment brauche ich Zeit um darüber nachzudenken. Luca hatte eine Pistole am Kopf und war in der Gewalt von so einem gruseligen Typen. Da werden doch immer wieder so Leute kommen. Und außerdem, schon alleine meines Berufes wegen, bin ich gegen Gewalt und Waffen. Wie soll das zusammenpassen." erkläre ich ihm. Warum ich ihm das alles erzähle, weiß ich nicht. Er nickt verständnisvoll und fährt mich zum Krankenhaus.
Meine Schicht läuft weitestgehend ruhig. Ein älterer Herr mit Schlaganfall, eine Frau mit allergischen Schock und viele kleinere Verletzungen. Als ich endlich Pause habe, mache ich mich auf den Weg zu Enzo. Er war so nett zu uns, als er uns gefahren hat, da will ich kurz nach ihm sehen. Auf Station treffe ich Dr. Avery. Er kommt natürlich direkt zu mir und versucht sein Glück wieder, dass ich auf ein Date mit ihm gehe. "Du weißt doch, dass ich mit Luca's Vater zusammen bin." versuche ich ihn freundlich anzuweisen. Ist zwar gerade schwierig, aber das werde ich ihm nicht auf die Nase binden. Seine Augen funkeln vor Wut und er macht mir wirklich Angst. "Der Typ ist doch nichts für dich. Ich kenne ihn und seine Machenschaften. Lass die Finger von ihm und such dir jemand, der dir Sicherheit bieten kann. Ich kann dich vor ihm beschützen!" knirscht er.
Egal wie kompliziert es im Moment mit Leonardo und mir ist, hat er nicht das Recht sich da einzumischen. "Ich weiß nicht, was du dir ein bildest, aber zwischen uns wird nichts laufen. Leonardo ist meine große Liebe und ich fühle mich bei ihm sicher und beschützt!" funkel ich ihn wütend an.
Als ich mich gerade umdrehe und Enzos Zimmer betreten will, steht Leonardo in der Tür. Er guckt verwirrt zwischen uns hin und her. Ein Teil von ihm scheint sehr wütend zu sein, aber seine Augen strahlen Freude aus. Shit, hat er jetzt alles mitbekommen?

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Der Mafia Daddy
ChickLitStella hat ihr Leben komplett durchgeplant. Aber eine Nacht ändert alles. Schuld ist der heiße Typ, der all ihre Vorsätze über den Haufen werfen lässt. Aber die Konsequenzen muss sie alleine tragen, oder? Hey Leute... Das ist meine erste Story. Würd...