Lily war schon eine Zeit im Fitnessstudio, als Mustang den Raum betrat. Lily stand vor dem Spiegel, mit dem Rücken zu ihm und stemmte Handeln. Sie beobachtete ihn im Spiegel. Er ging auf sie zu.
„Hey, du hier?" grinste er.
„Wie du siehst", grinste sie leicht und machte dabei weiter ihre Übungen mit den Hanteln.
„Heute keine bösen Jungs jagen?"
Grinsend sah er zu Lily in den Spiegel.
„Die machen gerade Pause", versuchte sie zu scherzen.
„Klar. Die werden ja auch mal müde. Alles okay mit dir?" wollte er wissen.
„Klar. Alles bestens."
Lily legte die Hanteln auf ihren Platz zurück, nahm ihr Handtuch und wischte sich kurz damit übers Gesicht.
„Lily, ich kenne dich mittlerweile ziemlich gut und weiß, wann du nicht die Wahrheit sagst. Jetzt ist einer dieser Momente."
Mustang sah sie ernst an.
„Ich weiß nicht, ob du gerade dafür geeignet bist", meinte Lily und drehte sich zu ihm um.
„FP?" fragte er leise.
Lily nickte und senkte den Blick zu Boden.
„Lass uns rüber in die Ecke gehen", bat er Lily und sie folgte ihm ohne jeglichen Kommentar.
Sie setzten sich auf jeweils einen Ergometer und fingen an in die Pedale zu treten.
„Was ist mit ihm?"
Mustang sah zu ihr rüber.
„Ach, ich glaube, ich reiche FP nicht. Er findet mich langweilig", fing Lily traurig an.
„Wie kommst du darauf?"
„Er wird laufend von irgendwelchen Weibern angemacht und das sind nicht gerade welche in seinem Alter. Die könnten seine Töchter sein und er scheint es toll zu finden", kam es von Lily.
„Okay, wer findet es nicht toll, angemacht zu werden? Das steigert doch nur dein Selbstbewusstsein", erklärte Mustang.
„Aber FP liebt dich. Oder warum meinst du, baut er diesen Anbau an eurem Trailer? Das ist für euch. Ich kenne FP schon länger und glaub mir, es gibt nur eine Frau für ihn, nämlich du."
Er sah sie lächelnd an.
„Du findest es doch auch toll, wenn du angehimmelt wirst, oder? Jetzt sei mal ehrlich?" bat er sie.
„Ja, schon. Es ist ein schönes Gefühl für einen selbst, aber nicht für den Partner", sagte sie ihm.
„FP liebt dich. Sonst hätte er dir bestimmt nicht verziehen und dir eine zweite Chance gegeben. Er hat sich zum Guten verändert und daran bist du nicht gerade unschuldig. Wenn ihn das nächste Mal wieder so eine Tussi anmachen sollte, gehst du dazwischen und küsst ihn einfach."
Lily sah nachdenklich aus.
„Vielleicht liebt er mich nicht so, wie du glaubst. Sieh dir Chris an. Er schickt Sam Rosen ins Büro oder sie findet eine Nachricht, dass er sie liebt," verriet Lily Mustang.
„Chris ist aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. FP dagegen ist ein Neandertaler, was Romantik betrifft", erklärte Mustang.
„Aber wie gesagt. Du brauchst dir keine Sorgen machen. FP liebt dich. Er kann es nur nicht so zeigen, weil er das nicht so kennt", versuchte Mustang Lily klar zu machen.
„Du hast vielleicht Recht und ich mache mir umsonst zu viele Sorgen."
„Ich habe Recht, Lily."
Er zwinkerte ihr zu. Beide traten weiter in die Pedalen.
„Danke fürs Zuhören", sagte Lily Mustang später, als sie frisch geduscht und umgezogen vor ihm im Studio bei den Hanteln stand.
„Dafür sind Freunde doch da, oder?" schmunzelte er und hob seine Arme mit den Gewichten vom Körper gestreckt senkrecht hoch, wobei seine Muskeln gut zum Vorschein kamen.
Lily musste einen Blick riskieren, wandte ihn aber wieder ab.
„Wenn wir uns im Whyte Wyrm sehen, geht das erste Bier auf mich", grinste Lily.
„Geht klar, aber du weißt, dass es nicht sein muss."
Mustang sah sie an.
„Ich weiß, aber ich mache es gerne", grinste Lily und verließ das Studio, um sich später mit Sam, Liam und Chris, Sams Partner, im HQ zu treffen.
Sie wollten den Plan durchgehen und das LAPD einweihen.
Auf dem Weg zum Trailerpark schaute Sam immer wieder in den Rückspiegel. Lily sah zu ihr.
„Was ist los?" wollte sie wissen.
„Keine Ahnung, aber ich habe das Gefühl, dass wir verfolgt werden. Im Supermarkt auch. Als ob wir beobachtet worden sind", antwortete Sam.
Auch Lily sah kurz nach hinten auf die Straße.
„Welcher Wagen?" wollte Lily wissen und setzte sich wieder richtig auf den Beifahrersitz.
„Der dunkelblaue Pick-up", antwortete Sam und fuhr weiter Richtung Trailerpark.
Lily sah in den Seitenspiegel und hielt den dunkelblauen Pick-up im Auge.
„Er ist abgebogen, Sam", sagte Lily nach einer kurzen Weile.
„Okay", sagte Sam, aber ihr Bauchgefühl sagte was anderes.
Sie wollte Lily allerdings nicht weiter damit behelligen. Sam fuhr ihre Corvette auf den Trailerpark. Auf dem Weg zum Trailer von Lily und FP kam sie an der Werkstatt von Cobra vorbei. Sie schaute kurz rüber, fuhr jedoch weiter und hielt am Trailer.
„Ist Alex sauer auf dich oder so?"
Lily sah zu Sam.
„Wenn ich das wüßte. Er ist mir gegenüber sehr kühl geworden und seit der Verlobung mit Chris ist es noch schlimmer geworden, finde ich", gab Sam ihr zur Antwort.
„Na ja, er mag dich, Sam, und das nicht zu knapp."
Lily stieg aus und nahm ihren Einkauf aus dem Kofferraum.
„Deswegen geht er mir aus dem Weg?"
„Vielleicht wird er auch wieder vernünftig und sieht ein, dass er sich kindisch benimmt", sagte Lily.
„Wir sehen uns später im Whyte Wyrm?"
Lily sah zu ihr in den Wagen.
„Ich denke nicht. Ich hatte einen gemütlichen Abend geplant mit Chris. Du weißt schon, einen schnulzigen Film, dabei Sekt und kuscheln", lächelte Sam.
„Wir beide wissen, was ‚kuscheln' bedeutet", grinste Lily frech.
„Bis Morgen und viel Spaß beim ‚Kuscheln', grinste Lily weiter und ging mit ihrem Einkauf zum Trailer, den sie betrat.
„Hallo? Jemand zu Hause?" rief sie durch den Trailer, doch sie bekam keine Antwort.
Lily ging weiter in die Küchenecke und stellte die Einkaufstüten auf den Tisch. Sie zog sich die Jacke aus, nahm ihre Waffe aus dem Holster und ihre Marke, die sie an ihre Jeans gesteckt hatte, und legte alles in den Safe im Schlafzimmerschrank. Sie ging zurück in die Küchenecke, packte den Einkauf aus und verstaute alles in den Schränken und im Kühlschrank.
Nachdem Sam später auch ihren Einkauf verstaut hatte, verließ sie den Trailer und ging zur Werkstatt von Alex.
„Hallo? Alex?"
Sam sah sich in der Werkstatt um.
„Hier."
Alex kam aus seinem Büro und sah Sam an.
„Ich sollte meine Harley abholen", sagte Sam nur.
„Sie steht in der Ecke."
Alex deutete auf die Harley und wollte wieder ins Büro gehen, wo Mustang saß.
„Okay, Alex. Was habe ich dir getan, dass du mich so kalt behandelst?" wollte Sam jetzt von ihm wissen.
Alex blieb stehen und drehte sich zu ihr um.
„Nichts. Nur finde ich es besser, wenn wir uns nicht mehr so oft sehen. Dein Verlobter würde das nicht haben wollen", antwortete Alex und war im Begriff sich wieder ins Büro zu begeben.
„Ich pfeif drauf, was Chris gut findet oder nicht. Ich will wissen, was los ist Alex. Von dir", sagte Sam energisch.
Alex sah zu Mustang ins Büro und drehte sich dann zu Sam um.
„Du willst wissen was los ist? Okay, ich sag dir, was los ist. Du, Sam. Du gehst mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich mag dich, mehr als du dir denken kannst. Ich kann nichts dagegen tun und es versetzt mir jedes Mal einen Stich ins Herz, wenn ich dich mit Chris sehe. Ich beneide ihn, Sam. Er hat verdammtes Glück," sagte Alex leise.
„Das wusste ich nicht, Alex. Es tut mir leid, aber ich habe dir nie irgendwelche Hoffnungen gemacht. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr ich Chris liebe. Wenn du meinst, dass es besser ist, wenn wir ab sofort getrennte Wege gehen, okay. Muss ich akzeptieren."
Sam drehte sich um, ging zu ihrer Harley. Sie unterdrückte ihre Tränen, was ihr schwer fiel, denn sie war gerne mit Alex zusammen und hatte viel spaß mit ihm gehabt. Sie nahm die Harley und schob sie aus der Werkstatt zum Trailer ohne sich noch einmal zu Alex umzudrehen. Mustang sah Alex nur an.
„Was?" fragte Alex ihn.
„Du bist ein Idiot", bekam er von Mustang als Antwort.
Als Sam mit der Harley am Trailer ankam, stellte sie sie neben ihrer Corvette ab.
„Sie sieht gut aus."
Grinsend kam Chris aus dem Trailer und stieg die Stufen herab.
„Ja, das tut sie", kam es von Sam.
„Wann ist die Einweihung?" schmunzelte Chris.
„Keine Ahnung."
„Was ist los, Babe?"
Chris stand hinter Sam, legte seine Arme um sie und drückte sie sanft an sich.
„Ich will nicht darüber reden. Sorry."
Entschuldigend sah sie zu Chris.
„Ist okay. Wenn du meinst, es mir sagen zu wollen, bin ich für dich da."
Er hauchte ihr einen Kuss aufs Haar. Er konnte sich denken, dass es sich um Alex handelte. Vielleicht sollte er mal mit ihm reden. Immerhin hatte Sam Alex geholfen, seinen Mustang nicht zu verlieren. Chris konnte es nicht ertragen, Sam traurig zu sehen.
„Machen wir uns einen gemütlichen Abend heute?" fragte Sam leise und riss ihn somit aus seinen Gedanken.
„Können wir gerne machen. Ich muss nur kurz Snake Bescheid geben", meinte Chris.
Er legte seinen Arm um Sam und beide betraten den Trailer.
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Undercover
FanfictionSam Walker und Lily Morgan sind zwei FBI-Agentinnen aus New York, die ihren Kollegen aus LA bei einem Gang-Problem unter die Arme greifen sollen. In LA wird ihnen schnell klar, dass sie nicht nach Anhaltspunkten für die Schuld der Southside Serpent...
