Teil 133

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„Es ist mir egal, ob es selbst bei den Serpents Frauen gibt, die ein Auge auf mich geworfen haben. Bisher ist es mir nicht aufgefallen und außer Penny hat sich keine von ihnen an mich rangemacht. Das mit Cheryl ging von mir aus, aber das spielt keine Rolle mehr. Wenn ich in einer Beziehung bin, bin ich treu. Wenn ich hirnlos mit irgendwelchen Frauen ins Bett steigen wollte, würde ich erst gar keine Beziehung anfangen," sagte Chris.
„Aber daran habe ich kein Interesse. Nicht, wenn ich so eine Wahnsinnsfrau wie dich an meiner Seite habe."
Er griff nach ihrer Hand, sah Sam an und rang sich ein kleines Lächeln ab.
„Und wenn ich was an der ganzen Sache gelernt habe, dann das, dass ich mit keiner anderen Frau eine Familie gründen will als mit dir. Wenn Ben wirklich mein Sohn gewesen wäre.. Ich weiß nicht. Natürlich hätte ich mich um den Kleinen gekümmert und ihn geliebt. Es wäre schließlich nicht seine Schuld gewesen, dass seine Eltern nicht aufgepasst haben. Aber ein Kind mit dir wäre für mich wirklich etwas Besonderes. Ich weiß, das wäre dem kleinen Ben gegenüber gemein gewesen, so zu empfinden, aber ein Kind mit der Frau zu haben, die man liebt, ist nunmal etwas anderes und ich hoffe, dass ich das irgendwann erleben darf."
Sam drückte seine Hand.
„Das wirst du. Ich möchte nämlich auch mit niemand anders ein Kind haben als mit dir," sagte sie.
„Gut," schmunzelte Chris.
„Dann wäre alles geklärt, oder?"
Sam nickte und blickte ihn erwartungsvoll an. Chris verstand, beugte sich zu ihr und küsste sie zärtlich, was Sam nur zu gerne erwiderte. Sie setzte sich rittlings auf seinen Schoß, schlang die Arme um seinen Hals und intensivierte den Kuss.
„Ich habe übrigens etwas über diese Michelle rausgefunden," meinte sie, als sie sich ein wenig später wieder voneinander gelöst hatten.
„Was denn?" fragte Chris.
„Sie ist schon länger beim FBI bekannt, allerdings unter verschiedenen Namen. Sie hieß schon Megan, Melanie, Kim, Jessica und Anna. Die anderen Namen habe ich vergessen, aber es sind eine ganze Menge. Sie arbeitet scheinbar mit ein paar Kollegen zusammen, deren Ziel es ist, Männern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vorzugsweise natürlich wohlhabende Männer wie du einer bist. Dabei ist es ihr egal, ob sie verheiratet sind oder nicht, wobei es für sie scheinbar einfacher ist, das Geld von verheirateten Männern zu bekommen, weil sie sie damit erpresst, alles den Ehefrauen zu erzählen. Der Kleine ist offenbar wirklich ihr Sohn. Der Vater ist einer der Männer, mit denen sie zusammenarbeitet. Erst hat sie während der Schwangerschaft versucht, den Kerlen das Geld aus der Tasche zu ziehen und später, wie bei dir, mit dem Baby," erzählte Sam und Chris hörte ihr fassungslos zu.
„Irgendwie schafft sie es immer, rechtzeitig abzuhauen, denn sie ist dem FBI jedes Mal, erwischt. Sie verschwindet spurlos, um dann ein wenig später mit einem anderen Namen wieder aufzutauchen. Das wird vermutlich jetzt auch so sein. Mich würde es nicht wundern, wenn sie inzwischen wieder am anderen Ende des Landes ist und sich ein neues Opfer sucht," fuhr Sam fort.
„Aber sie muss doch irgendwie zu schnappen sein," meinte Chris.
„Es gibt eine landesweite Fahndung nach ihr. Mehr kann man da im Moment nicht machen," erklärte Sam.
Chris schwieg nachdenklich.
„Ich schätze, die Nummer, die sie mir gegeben hat, wird wohl falsch sein," sagte er schließlich.
„Ich habe ihr gesagt, dass ich sie anrufe, sobald ich einen Termin bei einem Arzt wegen dem Vaterschaftstest habe."
„Ja, man kann davon ausgehen, dass du jemand völlig anderes erreichst, wenn du die Nummer wählst," stimmte Sam ihm zu.
„Kann man ihr nicht zusätzlich das Jugendamt auf den Hals hetzen? Das kann nicht gut für den Kleinen sein, was sie da macht."
Chris sah sie fragend an.
„Das Jugendamt ist schon eingeschaltet, aber die können auch erst eingreifen, wenn sie geschnappt wird," antwortete Sam.
„Na, hoffentlich passiert das bald. Der Kleine tut mir wirklich leid," meinte er.
„Die Chancen sind ziemlich hoch, dass sie irgendwann geschnappt wird. Sie kann sich nicht ewig verstecken. Schon gar nicht mit einem Kind. Irgendwann muss sie mit ihm sicher auch mal zum Arzt und mit viel Glück meldet der es der Polizei. Oder irgendjemand anders erkennt sie. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie schnell geschnappt wird," sagte Sam zuversichtlich und streichelte ihm über die Wange.

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