„Nimmst du mich so mit?"
Sam verließ am Abend das Bad und drehte sich vor Chris, der gerade mit seinen Manschettenknöpfen kämpfte. Sie trug das schwarze Kleid, das sie schon bei ihrer allerersten Verabredung getragen hatte. Die Verabredung, die zu ihrer ersten gemeinsamen, heißen Nacht geworden war. Sam dachte gerne daran zurück.
Chris sah auf und lächelte.
„Wow, natürlich. Du siehst atemberaubend aus."
Er ging zu ihr und küsste sie kurz.
„Moment, ich helfe dir," sagte sie, nahm ihm die Manschettenknöpfe aus der Hand und befestigte sie.
„Ist es wirklich okay für Snake, wenn wir heute Abend ausgehen statt in der Bar auszuhelfen?" fragte Sam zweifelnd, während sie in ihre High Heels stieg.
„Ja, ist es. Er hat mir sogar angedroht, uns vor die Tür zu setzen, wenn wir nur einen Fuß in die Bar setzen. Außerdem wird heute nicht so viel los sein, weil morgen alle wieder arbeiten müssen," antwortete Chris und zog sich sein Jacket über.
„Okay," gab Sam nach und sah schmunzelnd zu ihm.
„Sie sehen umwerfend aus, Mr. Hemsworth."
Sie streichelte mit einer Hand über seine Brust, hakte ihren Zeigefinger in sein Hemd, von dem er die obersten zwei Knöpfe offen gelassen hatte, und zog ihn zu sich, um ihn zu küssen.
„Nur für Sie, Miss Walker," schmunzelte er und hielt ihr den Arm hin.
Sam hakte sich bei ihm ein und gemeinsam verließen sie den Trailer.
„Wo geht es hin?" fragte Sam, als sie wenig später in seinem Prius saßen und die Küstenstraße entlang fuhren.
„Zu dem Restaurant, wo wir bei unserem ersten Date waren," antwortete Chris und sah kurz zu ihr.
„Ich hoffe, das ist okay."
„Natürlich. Das Restaurant ist toll und ich habe schöne Erinnerungen daran," antwortete Sam.
„Genau wie an die Nacht, die danach folgte."
„Ich auch," lächelte Chris und griff nach ihrer Hand.
„Wow, das ist ja noch toller als beim letzten Mal."
Sam sah sich beeindruckt um, als sie gemeinsam mit Chris die Terrasse betrat, auf der sie auch damals gesessen hatten.
Wie bei ihrem ersten Date waren die anderen Tische unbesetzt, aber dennoch waren die Kerzen dort angezündet. Außerdem waren rund um die Terrasse Fackeln aufgestellt, die brannten und alles in eine weiches, goldenes Licht tauchten. Das letzte Licht der Sonne, die beinahe vollständig hinter dem Horizont verschwunden war, trug ebenfalls dazu bei. Sam sah auf und entdeckte, dass außerdem eine Lichterkette über ihren Köpfen angebracht worden war, deren kleine Lämpchen auch ein warmes Licht verbreiteten. Somit war keine andere Lichtquelle notwendig, die eventuell diese romantische Atmosphäre zerstört hätte.
„Finde ich auch," antwortete Chris schmunzelnd, wobei er ihr den Stuhl zurechtrückte.
Sam setzte sich und Chris hauchte einen sanften Kuss auf ihre Schulter, ehe er sich ihr gegenüber an den Tisch setzte. Sogleich kam der Kellner zu ihnen.
„Ich hoffe, es ist alles zu Ihrer Zufriedenheit?" fragte er Chris.
„Ja, danke."
Er gab dem Kellner mit einer Geste zu verstehen, dass er ihm etwas sagen wollte. Dieser beugte sich zu Chris, der ihm leise etwas mitteilte. Der Kellner nickte und verschwand wieder nach drinnen.
„Ist alles okay?" fragte Sam, die das beobachtet hatte.
„Alles ist perfekt," antwortete Chris lächelnd.
Wenige Minuten später erschien der Kellner erneut mit zwei Sektgläsern und einem Sektkühler, aus dem eine Flasche Asti herausragte.
„Danke, ich mache das schon," sagte Chris, als der Kellner sich daran machte, die Flasche zu öffnen, nachdem er alles abgestellt hatte.
Chris griff nach der Flasche, als der Kellner wieder reingegangen war und öffnete sie.
„Ups," grinste er, als der Korken aus der Flaschenöffnung schoss und Richtung Strand flog.
Sam lachte.
„Es sollte nicht nur einen Waffenschein geben, sondern auch sowas wie einen Korkenschein, den man nur bekommt, wenn man eine Sektflasche öffnen kann, ohne andere Menschen zu treffen. Das ist ja gefährlich," grinste sie.
Chris lachte auch.
„Gute Idee. Naja, normalerweise habe ich kein Problem damit, eine Sektflasche sicher zu öffnen, aber meine Hände gehorchen mir heute nicht so gut," erklärte er und schenkte den Sekt in die beiden Gläser ein, wobei Sam bemerkte, dass Chris' Hände leicht zitterten.
„Ist alles okay?" fragte sie besorgt.
„Ja, es ist alles gut," antwortete Chris lächelnd und stellte die Flasche zurück in den Kühler, ehe er nach seinem Glas griff.
Sam tat es ihm gleich.
„Auf uns, Babe. Für immer," lächelte er.
„Für immer," bestätigte Sam schmunzelnd und stieß mit ihm an, bevor sie einen Schluck trank.
Chris trank ebenfalls einen Schluck und stellte das Glas weg.
Er griff nach ihrer Hand und drückte sie leicht, ehe er Sam ernst ansah.
„Habe ich dir eigentlich schon mal gesagt, wie froh ich bin, dich in meinem Leben zu haben? Selbst wenn, ich kann es dir nicht oft genug sagen. Du hast mein Leben so viel besser gemacht, Sam. Bevor wir uns begegnet sind, habe ich nur so vor mich hingelebt, wobei man das eigentlich nicht leben nennen kann. Jeder Tag hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt und ich war froh, wenn ich wieder einen hinter mich gebracht habe. Jetzt, nachdem ich dich kennengelernt habe, macht es mir Angst, wie schnell die Tage vergehen und ich habe oft das Gefühl, dass die Tage viel zu wenig Stunden haben, die ich mit dir verbringen kann," fing er an.
„Das geht mir genauso," stimmte Sam leise zu und drückte seine Hand.
„Du hast mich wieder zum Leben erweckt," lächelte Chris.
„Ich kann mich noch so gut an den Tag erinnern, als ich zur Bar kam und du davor gestanden hast. Ein Blick in deine Augen hat gereicht und ich habe gemerkt, wie das Leben in mich zurückgeströmt ist und das ist nicht nur eine Redewendung. Es war tatsächlich so. Du hast mir innerhalb von Sekunden den Kopf verdreht."
Sam sah ihn mit feuchten Augen an und sie hatte eine Gänsehaut, weil Chris genau das beschrieb, was auch sie gefühlt hatte. Sie sah verblüfft auf, als sie plötzlich leise im Hintergrund „Perfect" von Ed Sheeran hörte. Dann sah sie wieder zu Chris, der ihren Blick lächelnd erwiderte und aufstand, ohne ihre Hand loszulassen. Sam verfolgte ihn mit seinen Augen und sie schnappte überrascht nach Luft, als er sich neben ihrem Stuhl auf ein Knie niederließ.
„Du bist eine Wahnsinnsfrau, Sam, und du verdrehst mir jeden Tags aufs Neue den Kopf. Du überraschst mich, du glaubst an mich und du rufst Gefühle in mir hervor, von denen ich gedacht habe, sie für immer verloren zu haben. Ich möchte jeden Tag meines restlichen Lebens mit dir verbringen. Jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde. Ich möchte eine Familie mit dir."
Mit Tränen in den Augen beobachtete Sam, wie Chris in sein Jackett griff und eine kleine Schmuckdose hervorholte. Er ließ ihre Hand los, um sie zu öffnen. Ein wunderschöner Ring funkelte ihr entgegen.
„Willst du mich heiraten?"
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Undercover
أدب الهواةSam Walker und Lily Morgan sind zwei FBI-Agentinnen aus New York, die ihren Kollegen aus LA bei einem Gang-Problem unter die Arme greifen sollen. In LA wird ihnen schnell klar, dass sie nicht nach Anhaltspunkten für die Schuld der Southside Serpent...
