Teil 142

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„Und, hast du dir überlegt, was ich dir vorhin vorgeschlagen habe?"
Chris, der hinter dem Tresen stand und gerade ein neues Fass Bier anschloss, blickte auf. Es war die blonde Frau, die ihn vor ein paar Stunden angesprochen hatte.
„Du meinst, ob ich noch mit dir ins Hotel gehe?" erwiderte er und schob das Fass unter den Tresen.
„Genau. Das Angebot steht noch," antwortete sie schmunzelnd und spielte mit einer Haarsträhne.
„Sorry, aber das muss ich ablehnen," meinte er und wischte sich die Hände an einem Geschirrtuch ab.
„Warum denn? Gefalle ich dir nicht?" fragte sie verwirrt.
„Das hat damit nichts zu tun. Ich habe eine Freundin, die ich liebe. Ich bin an keinen Abenteuern interessiert. Zumindest an keinen, die nichts mit meiner Freundin zu tun haben," antwortete er ruhig.

„Aber du trägst doch keinen Ring mehr," meinte sie und deutete auf seine Hand.
„Und?"
Chris sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an und fragte sich, ob ihr IQ überhaupt über Raumtemperatur lag. Er griff in seine Hosentasche, zog den Zettel heraus und legte in ihr auf den Tresen.
„Den brauche ich übrigens auch nicht. Wollt ihr noch etwas trinken oder wollt ihr zahlen?"
Er sah demonstrativ auf seine Uhr, die kurz nach halb 3 zeigte.
„Ich schätze, wir zahlen," meinte sie sichtlich gekränkt, was Chris jedoch herzlich egal war.
Sie legte einen Schein auf den Tresen.
„Stimmt so."
Anschließend stöckelte sie zurück zum Tisch, wo sie kurz mit ihren Freundinnen redete, ehe sie gemeinsam die Bar verließen. Chris sah ihnen kopfschüttelnd nach.
„Wirst wohl erwachsen," grinste Snake und klopfte ihm auf die Schulter.
„Vielleicht," antwortete Chris grinsend.
„Aber ich weiß ehrlich nicht, was mich überhaupt an solchen Püppchen gereizt hat."
„Naja, ich könnte es dir sagen, aber das spielt wohl keine Rolle," meinte Snake.
„Stimmt," bestätigte Chris.
„Du kannst gerne schon Feierabend machen. Ich räume das Bisschen noch auf und schließe ab," sagte Snake.
„Sicher?"
Chris sah ihn fragend an.
„Ja, sicher. Jetzt hau schon ab. Es wartet sicher jemand auf dich," grinste Snake.
„Okay, bis morgen," verabschiedete Chris sich und verließ die Bar, um zum Trailer zu gehen.

Sam lag noch wach, als Chris kurz vor 3 leise den Trailer betrat. Als sie vor Stunden zurück zum Trailer gegangen war und sich ins Bett gelegt hatte, war sie noch todmüde gewesen, doch kaum hatte sie das Licht ausgemacht, war sie hellwach gewesen.
Schmunzelnd sah sie zur Schlafzimmertür, die Chris im Dunkeln leise öffnete, ehe er das Zimmer ebenso leise betrat.
„Ich bin noch wach, Cowboy," sagte sie daher und schaltete die Nachttischlampe ein.

„Dann brauche ich ja nicht leise zu sein," grinste er und stieß die Tür zu.

Er hockte sich aufs Bett und küsste sie kurz.
„Hattest du nicht gesagt, du wärst müde?" fragte er, stand wieder auf und zog sich bis auf die Shorts aus.
„Ja, aber es geht mir zu viel im Kopf herum. Ich habe dir noch gar nicht erzählt, dass Chris2 und ich heute diese Michelle in der Stadt gesehen haben," antwortete sie.
Chris sah sie überrascht an.
„Hat sie dich bemerkt oder erkannt?" wollte er wissen.
„Nein, sie war zu sehr damit beschäftigt zu shoppen. Sie hat jetzt braune Haare und hat ihren Kleidungsstil geändert. Als sie hier war, sah sie noch aus wie eine Tussi, die gerade von einer feuchtfröhlichen Studentenparty kommt, aber jetzt macht sie einen auf Businessfrau mit richtig chicen Klamotten," erzählte Sam, setzte sich auf und lehnte sich gegen das Kopfende des Bettes.

„Ich schätze, wenn man so viel Geld zur Verfügung hat, kann man ganz locker mal in andere Rolle schlüpfen."
Chris runzelte die Stirn.
„Bist du dir sicher, dass sie es war?"
Er setzte sich neben sie aufs Bett.
„Ja, 100%. Mein Kollege Toni konnte es bestätigen. Ich hatte ihm ein Foto von ihr geschickt," erklärte Sam ihm.
„Wow. Sie ist echt dreist, sich wieder hierher zu trauen," meinte Chris.
„Wie wollt ihr jetzt vorgehen?"
„Entweder Chris2 oder Liam übernehmen den nächsten Teil. Einer von ihnen wird sich als einen reichen, unzufriedenen Ehemann ausgeben und wir hoffen, dass sie anbeißt," sagte Sam.
„Das wird schon klappen," war Chris zuversichtlich, gähnte und legte sich hin.
Sam legte sich zu ihm und kuschelte sich an ihn.
„Hoffentlich. Sie und ihre Komplizen gehören so schnell wie möglich hinter Gitter."
„Sei bloß vorsichtig, okay? Mit den Kerlen ist sicher nicht zu spaßen," sagte Chris und sah sie besorgt an.
„Bin ich," versicherte Sam ihm und küsste ihn kurz.
Chris gähnte erneut.
„Sorry, Babe, aber ich kann meine Augen kaum noch aufhalten. Wir reden später weiter, ja?" fragte er und rieb sich die Augen.
„Ist okay. Schlaf gut," schmunzelte Sam.
„Ich werde jetzt sicher auch schlafen können."
„Hhm.." brummte Chris leise, der bereits dabei war, einzudösen.

Sam schaltete das Licht aus, legte ihren Kopf auf seine Brust und war innerhalb weniger Minuten eingeschlafen.

Stunden später wurde Lily durch einen köstlichen Geruch, der durch den Trailer zog, geweckt. Sie konnte nicht genau sagen, was es war, aber es ließ ihr definitiv das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sie blinzelte neben sich, sah jedoch nur eine leere Betthälfte. Sie streckte sich ausgiebig, ehe sie aufstand, sich ihren Slip anzog und nach FPs Hemd griff, das sie sich überzog. Auf dem Weg aus dem Schlafzimmer und zur Küche knöpfte sie es zu. Sie musste schmunzeln, als sie FP nur in Shorts am Herd stehen sah, wo er scheinbar sehr konzentriert irgendetwas hantierte.
Als sie zu FP ging, fiel ihr Blick auf einen riesigen Stapel Pancakes, der auf einem Teller lag.
Lily schlang ihre Arme von hinten um ihn und hauchte einen Kuss auf seine Schulter.
„Oh, guten Morgen, Prinzessin."
Er sah schmunzelnd zu ihr über die Schulter.
„Guten Morgen. Woher weißt du, dass ich Pancakes liebe?" fragte Lily schmunzelnd.
„Hat Sam dir das auch über Chris verraten?"
FP lachte kurz.
„Nein, hat sie nicht und ich wusste es nicht. Ich wollte heute einfach mal ein besonderes Frühstück machen, aber umso besser, dass du Pancakes liebst. Da kannst du dich mit Jughead und Jellybean zusammentun," antwortete er und ließ den letzten Pancake aus der Pfanne auf den Teller zu den anderen gleiten.

Er stellte die Pfanne weg und drehte sich zu Lily um, um sie kurz zu küssen.

„Hast du schon einen Wunsch, was du heute machen möchtest?" fragte FP später, als sie frühstückten.
„Hhm.. mir wäre danach, heute Abend mit dir ins Autokino zu fahren, eine Schnulze anzuschauen und dabei rumzuknutschen," antwortete Lily schmunzelnd und nahm sich noch einen Pancake.
Sie waren überraschenderweise wirklich lecker.
„Lässt sich einrichten," schmunzelte FP und trank einen Schluck Kaffee.
„Solange es nicht wieder Titanic ist."
„Nein, keine Sorge. Ich habe jetzt erstmal wieder genug davon für mindestens 1 Jahr," grinste Lily.
„Und was machen wir bis heute Abend?" fragte FP.
„Wolltest du nicht deinen freien Tag dafür nutzen, am Anbau weiterzuarbeiten?" entgegnete Lily.
FP schüttelte den Kopf.
„Heute nicht. Heute stehe ich voll und ganz dir zur Verfügung," antwortete er schmunzelnd.

„Hört sich gut an."
Leicht grinsend stand Lily auf, um sich auf seinen Schoß zu setzen und ihn zärtlich zu küssen.

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