Teil 134

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„Nein. Es wartet keine Freundin. Ich hoffe, dass ich die eine Freundin gerade mit meiner Anwesenheit beglücke."
Schmunzelnd sah Mustang zu Lily. Sie betätigte gerade einen Knopf, um den Tretwiderstand des Steppers zu erhöhen. Sie sah ihn ebenfalls an, aber nicht so, wie Mustang es erhofft hatte. Er ließ es sich jedoch nicht anmerken.
„Sag mal, ihr beim FBI könnt doch sicher so einige Griffe zur Selbstverteidigung und so. Könntest du mir es beibringen?"

„Klar kann ich das", lächelte Lily. Nach ein paar Minuten stieg sie vom Stepper, nahm das Handtuch, das sie über ihre Schultern gelegt hatte und wischte sich den Schweiß von der Stirn und ihrem Dekolleté. Mustang beobachtete sie schmunzelnd.
„Besser, wir nehmen eine Matte. Nicht dass du dir noch weh tust", grinste Lily frech.

„Ich bin kein Weichei."

Gespielt empört sah Mustang sie an. Er holte eine etwas dünnere Matte aus der Ecke und legte diese auf den Boden. Lily ging auf ihn zu.

„Okay, ich erklär dir erst mal, wo du zupacken musst", fing Lily an.

„Greif mich mal an", meinte Lily.

„Was?"

Fragend sah Mustang sie an.

„Greif mich an," wiederholte Lily.

Sie stand fest mit beiden Beinen auf der Matte und hatte Blickkontakt mit Mustang. Mustang ging auf sie zu und wollte gerade nach ihren Hände greifen, da hatte Lily seine schon gepackt. Sie drehte ihn um und drückte seinen Arm fest auf seinen Rücken, fast bis zum Schulterblatt.

„Aaah."
Mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck ging Mustang in die Knie. Lily ließ ihn sofort los.

„Sorry, ich wollte dir nicht weh tun."

Mustang stand auf und sah sauer zu den anderen Serpents, die lachten.

„War nicht so schlimm. Ich war nicht darauf gefasst, dass du so fest zupacken kannst", sagte er und rieb sich die Schulter.

„Wirklich?"
Lily sah Mustang zerknirscht an.

„Hey alles gut", versicherte Mustang ihr mit einem Zwinkern.

„Greif mich nochmal an", sagte sie ihm und drehte ihm den Rücken zu.

Mustang ging auf sie zu, packte sie an den Schultern. Lily griff nach einer seiner Hände, drehte sich blitzschnell um und stellte ihm ein Bein. Mustang flog mit dem Rücken auf die Matte, während sie sich blitzschnell auf seine Beine setzte und seine Hände über seinem Kopf festhielt. Sie grinste ihn frech an. Wieder lachten die anderen Serpents, die das alles beobachteten hatten. Mustang schmunzelte.

„Von dir lasse mich gerne auf die Matte legen."
Sie bemerkten nicht, dass man Fotos von ihnen machte.
„Spinner", lachte Lily, ließ seine Hände los und stand auf.

Sie streckte ihm ihre Hände entgegen. Mustang griff nach ihnen und sprang auf seine Füße.

„Wie sieht's mit Kickboxen aus? Erfahrung darin?"

Mustang sah sie neugierig an.

„Nicht wirklich. Ich hatte allerdings vor, es zu lernen. Es wird ja nicht viel anders sein als boxen. Nur halt noch mit den Beinen", grinste Lily.
„Ich könnte es dir beibringen, wenn du magst", lächelte Mustang.

„Ja gerne", strahlte Lily.
„Aufgewärmt sind wir ja schon."

Mustang zwinkerte ihr zu.

„Stimmt," kam es von Lily.
„Gut, dann bandagieren wir erst unsere Hände und Füße."
Mustang reichte sie ihr und half ihr auch dabei. Lily wiederum half Mustang dabei, seine Hände mit den Bandagen zu umwickeln. Anschließend führte Mustang Lily zur Matte und stellte sich ihr gegenüber.
„Jetzt die Kampfstellung. Wichtig bei der Ausgangsstellung ist eine ungezwungene Körperhaltung. Dein Körper muss locker sein und darf nicht verkrampfen. Die Kampfstellung muss eine gute Standfestigkeit gewährleisten und dein Körpergewicht muss gleichmäßig auf beide Beine verlagert werden. Deine Haltung muss eine größtmögliche Bewegungsfähigkeit in allen Richtungen ermöglichen. Gleichzeitig sollte deine Körperhaltung möglichst wenig Angriffsfläche für den Gegner bieten und muss die eigene Angriffsentfaltung optimal gewährleisten. Die Bauchmuskeln sollten angespannt sein," erklärte Mustang ihr.

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