„Na, Feierabend?" begrüßte Chris FP grinsend, als dieser aus seinem Truck stieg, den er vor dem Trailer geparkt hatte.
„Heute ist wohl chillen angesagt?" grinste FP Chris an, der auf der oberen Stufe seines Trailers saß.
„Du sagst es."
Chris hob seine Hand, in der er einen Becher mit Kaffee hielt.
„Die Ruhe ist vorbei, Tall Boy. Ich muss hier weitermachen", meinte FP grinsend.
„Ich habe es schon geahnt."
Gespielt genervt rollte Chris mit seinen Augen. Er stand auf und ging rüber zu FP. Gemeinsam betraten sie dessen Trailer.
„Konntest du das gestern noch klären wegen Mustang?" wollte Chris wissen.
„Jepp. Lily hat mir erklärt, dass sie ihm gezeigt hat, wie Selbstverteidigung funktioniert."
„Und du glaubst ihr das?"
„Ich vertraue ihr, Chris. Ich habe außerdem gehört, was sie noch zu Mustang gesagt hat. Das ergibt alles Sinn. Ja, ich glaube ihr", sagte FP und sah Chris ernst an.
„Aber ich habe Mustang auch gewarnt."
„Kann ich mir vorstellen", meinte Chris.
„Hey, ich glaube, Sam und Lily kommen zurück", meinte FP, als er ein bekanntes Motorengeräusch hörte. Er und Chris gingen vor den Trailer und es waren tatsächlich Sam und Lily, die aus der Corvette ausstiegen.
„Na, habt ihr euch über den neuesten Klatsch und Tratsch ausgetauscht?" fragte Sam grinsend zur Begrüßung.
„Natürlich. Wir müssen ja auf dem Laufenden bleiben," meinte Chris schulterzuckend.
„Habt ihr schon die Blumen gesehen, die Muskrats Frau vor dem Trailer gepflanzt hat? Die Farbe geht gar nicht. Die passt überhaupt nicht zum Trailerpark. Ich glaube, wir müssen ein Komitee gründen, dass sich mit solchen Sachen beschäftigt und dafür sorgt, dass alles schön einheitlich ist."
Sam sah Chris zweifelnd an. Sie war sich gerade gar nicht sicher, ob er einen Scherz machte oder nicht. Seine zuckenden Mundwinkel verrieten ihn schließlich und Sam atmete erleichtert auf.
„Mach nicht solche Scherze. Für einen Moment habe ich gedacht, du meinst das ernst und du mutierst zu einer Oberdiva, die alles kontrollieren will," grinste sie, ging zu ihm und küsste ihn kurz.
„Aber interessant, über was sich unsere Männer in unserer Abwesenheit so unterhalten," scherzte Lily und begrüßte FP mit einem kurzen Kuss.
„Falls euch mal die Gesprächsthemen ausgehen.. Die Farbe der Vorhänge in Cobras Trailer ist schrecklich."
„Ist notiert," grinste Chris und legte seinen Arm um Sam.
„Lass uns rübergehen, Babe, sonst verbrutzelt das Essen noch."
Sam sah ihn erstaunt an.
„Du hast gekocht?"
Chris lachte kurz, während sie zum Trailer gingen.
„Ja, ich habe gekocht. Ich weiß nicht, warum das so eine Überraschung ist. Das habe ich schon öfter gemacht."
FP und Lily betraten den Trailer, wo Lily sich als erstes ihre Jacke und die Schuhe auszog, ehe sie ins Schlafzimmer ging und ihre Waffe gemeinsam mit ihrer Marke und dem FBI-Ausweis in den Safe legte. Sie zog sich die Bluse aus der Hose, während sie das Schlafzimmer wieder verließ, und öffnete ein paar Knöpfe. Ihr Blick fiel auf FP, der ernst zu ihr sah.
„Wir müssen uns unterhalten, Prinzessin," meinte er.
Lily sah ihn fragend an.
„Ist es immer noch wegen Mustang? Ich habe gedacht, das sei geklärt," meinte sie.
Allerdings hatte sie noch am Morgen eine irgendwie gedämpfte Stimmung zwischen ihnen wahrgenommen, obwohl sie eigentlich alles am Abend zuvor geklärt hatten. Sie hoffte wirklich, dass sich das bald wieder änderte. Sie wusste, dass sie es nicht würde ertragen können, wenn dieses Missverständnis alles zwischen ihnen kaputtmachte.
„Nein, es geht nicht um Mustang. Ich glaube dir. Allerdings werde ich Mustang im Auge behalten," antwortete FP und setzte sich auf die Couch.
Er hielt ihr lächelnd die Hand hin. Lily ergriff sie und ließ sich von ihm auf seinen Schoß ziehen.
„Warum geht es dann?" fragte sie besorgt.
Sie merkte, dass FP etwas bedrückte. Er legte seinen Arm um sie und drückte sie an sich.
„Ich hatte heute ein ernstes Gespräch mit Fred," erklärte er schließlich und sah sie an.
Lily erwiderte seinen Blick stumm und befürchtete schon das Schlimmste. Dass Fred ihn entlassen hatte, auch wenn er dazu keinen Grund hatte. Zumindest keinen, der FP direkt betraf. Ob das Geschäft wieder so schlecht lief, dass Fred nichts anderes übrig blieb als Leute zu entlassen? Allerdings hatte FP ihr erzählt, dass das Geschäft noch nie besser gelaufen hatte und dass Fred sogar Aufträge ablehnen musste, weil sein Terminplan voll war.
FP schien das alles in ihrem Blick gelesen zu haben, denn er lachte leise, ehe er sie kurz küsste.
„Keine Sorge, er hat mich nicht rausgeschmissen. Ich bin sein Vorarbeiter und dazu noch der beste, den er je hatte. Das hat er mir heute noch gesagt," beruhigte er sie und Lily atmete erleichtert auf.
Sie musste ebenfalls lachen.
„Sorry, aber das war das Erste, an das ich denken konnte, obwohl es extrem abwegig ist," erklärte sie.
„Verständlich, aber wie gesagt, er hat mich nicht rausgeschmissen. Im Gegenteil. Er hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, wieder sein Geschäftspartner zu werden," erzählte FP.
Lily sah ihn überrascht an.
„Wow. FP, das ist absolut toll," sagte sie lächelnd.
„Ja, das ist es," stimmte FP ihr zu, aber er hörte sich nicht sehr überzeugt an.
„Was ist los?" wollte Lily wissen und streichelte über seine Wange.
„Ist es, weil er dich damals rausgeschmissen bzw. ausbezahlt hat?"
FP nickte nachdenklich.
„Okay, es ist verständlich, dass du deswegen zögerst, dieses Angebot anzunehmen, aber du musst bedenken, dass du zu diesem Zeitpunkt noch ein ganz anderer Mensch warst. Du hattest finanzielle Sorgen, hast dir Sorgen darum gemacht, wie du deine Familie über Wasser hältst und zuletzt ging es dir schlecht, weil Gladys es sich ziemlich einfach gemacht und dich verlassen hat. Das liegt alles hinter dir, FP, und das weiß Fred auch. Sonst hätte er dir dieses Angebot nicht gemacht. Er sieht, dass du gute Arbeit leistest und dass du dein Leben wieder auf die Reihe bekommen hast," redete Lily auf ihn ein.
FP sah sie schmunzelnd an.
„Wenn es jemand verdient hat, dann du. Du solltest zugreifen. Mit beiden Händen," fügte sie hinzu.
„Danke, Prinzessin," meinte FP.
„Wofür?"
Lily sah ihn fragend an.
„Dafür, dass du an mich glaubst. Du bist der erste Mensch, der das tut," antwortete er.
Lily sah ihn betroffen an.
„Quatsch, das glaube ich nicht."
„Es ist aber so."
FP zuckte mit den Schultern.
„Ach, und was ist mit den Serpents? Wenn sie nicht an dich glauben würden, hätten sie dich nicht zum Leader gewählt und würden nicht hinter dir stehen. Was ist mit Jughead? Mag sein, dass er es vielleicht nicht immer getan hat, aber er tut es jetzt definitiv, sonst wäre er nicht wieder zu dir in den Trailer gezogen. Und Jellybean nicht zu vergessen. Ich bin mir sicher, dass sie immer an dich geglaubt hat. Zum einen, weil sie das ganze Drama damals nicht so mitbekommen hat und zum anderen, weil ein Vater ganz besonders wichtig ist für ein Mädchen in ihrem Alter. Zumindest ein Vater wie du es bist," meinte Lily etwas aufgebracht.
Es wurmte sie ziemlich, dass FP scheinbar noch nicht ganz über seine Selbstzweifel hinweg gekommen war.
„Okay, okay. Prinzessin, du hast Recht," sagte er leicht amüsiert.
„Will ich auch hoffen," murmelte sie.
FP umfasste sanft ihr Kinn, drehte ihren Kopf zu sich und küsste sie zärtlich, was Lily nur zu gern erwiderte.
„Du hast keine Ahnung, wie sehr ich dich liebe," flüsterte FP etwas später und legte seine Stirn gegen ihre.
Lily streichelte ihm lächelnd über die Wange.
„Och, ich denke, die habe ich, denn ich liebe dich mindestens genauso sehr."
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Undercover
أدب الهواةSam Walker und Lily Morgan sind zwei FBI-Agentinnen aus New York, die ihren Kollegen aus LA bei einem Gang-Problem unter die Arme greifen sollen. In LA wird ihnen schnell klar, dass sie nicht nach Anhaltspunkten für die Schuld der Southside Serpent...
