Teil 171

5 0 0
                                        

Sam betrat den Trailer.

„Chris?"
Sie zog ihre Jacke aus und warf sie über den Stuhl, der in der Küchenecke stand.

„Da bist du ja endlich."

Chris stand von der Couch auf, ging auf sie zu und nahm Sam in seine starken Arme.

Sam atmete tief durch.

„Es ist vorbei, Cowboy. Michelle wird keine reichen Männer mehr erpressen und der kleine Ben kommt in eine Pflegefamilie", sagte Sam leise.
„Das ist gut. Auch für den Kleinen. Er hat was Besseres verdient, als Michelle zur Mutter zu haben."

Chris sah Sam an.

„Ist wirklich alles okay?"
„Nein, nicht wirklich."
Sam löste sich aus seiner Umarmung, ging zum Kühlschrank und nahm sich eine Flasche Bier heraus.
„Lily wurde angeschossen."
„Was? Ist sie schwer verletzt? Weiß es FP schon?"

„Es ist nur ein Streifschuss, Chris. Nichts Bedrohliches."

Sam öffnete die Flasche und trank einen kräftigen Schluck.
„Was heißt hier nur?"

Chris sah sie an.

„Liam hat sie nach Hause gefahren. Sie wird es FP sicher schon gesagt haben. Ein Streifschuss ist wirklich nicht so schlimm, Chris. Glaube mir. Lily hätte gar nicht erst dabei sein dürfen, so angespannt wie sie war heute."

Sam trank noch einen Schluck und sah zu Chris.

„Aber sonst ist sie okay?" wollte er wissen.

„Ich denke schon. Sie war anders heute."
„Was meinst du?"

„Ich weiß nicht. Eben anders als sonst," sagte Sam nachdenklich.

„Hauptsache, ihr seid alle okay."

Chris nahm Sam wieder in seine Arme und hauchte ihr einen Kuss aufs Haar.

„Kommst du heute mit ins Whyte Wyrm oder willst du lieber hier bleiben?" fragte er leise und legte sein Kinn auf ihrem Kopf ab.
„Ich gehe nur duschen, dann komme ich nach, okay? Ach, als ich vorhin an der Werkstatt vorbei gefahren bin, war das Rolltor unten. Weißt du warum?"

Sam sah Chris fragend an.
„Er wollte raus mit dem Mustang, um den Kopf freizubekommen," antwortete Chris.

„Oh", kam es leise von Sam.
„Ich bin duschen."

Sam nahm ihre Waffe aus dem Holster und ihre Marke, ehe sie ins Schlafzimmer ging und beides in den Safe legte. Als Sam später auf dem Weg zur Bar war, Chris war schon vorgegangen um die Bar zu öffnen, fühlte Sam sich beobachtet. Sie sah sich laufend um.

„Das sieht von Mal zu Mal besser aus," stellte Lily fest, als sie ein wenig später mit FP im Anbau stand und sich umsah.

Dort, wo später mal die Wände sein würden, waren bisher nur die Balken, die das Dach trugen, und die senkrechten und horizontalen Querbalken, die den Wänden die nötige Stabilität verliehen. An manchen Balken verliefen nun Kabel, die mit Nagelschellen am Holz befestigt worden waren. Im Raum, in dem später das Bad sein würde, verliefen zusätzlich Rohrleitungen, die mit den Rohren vom anderen Bad verbunden waren und in denen bereits Wasser war. Sie waren mit provisorischen Wasserhähnen verriegelt. Außerdem hatte FP ein paar Löcher in den Boden geschnitten, wo später die Abflüsse sein würden.
„Finde ich auch," stimmte er ihr zu und sah sich um.
„Ab jetzt wird es alles ganz schnell gehen, denke ich. Sobald die Wände hochgezogen sind, können wir mit dem Einrichten beginnen. Aber erst in das Bad dran. Ich schlage vor, wir fahren morgen mal in den Baumarkt und schauen uns ein paar Badewannen, Waschbecken und Toiletten an. Was meinst du?"
„Ja, gute Idee. Ich bin dabei," antwortete Lily lächelnd.

UndercoverWo Geschichten leben. Entdecke jetzt