Schnell lief Ebonee hinunter zu den Kerkern. Sie hatte schon bemerkt, dass ihr Vater hinter ihr war und er formte seine Augen auch zu Schlitzen, als er genau hinter Ebonee zum Stehen kam, sagte aber nichts. ,, Setz dich!", blaffte er und als er die Tür geschlossen hatte, wurden seine Gesichtszüge etwas weicher. ,, Du willst also den Patronus lernen!", sagte er etwas sarkastisch, doch Ebonee reckte ihr Kinn und nickte. Snape kramte etwas in seiner Schublade herum, bis er eine Kleinigkeit herausholte. Er überreichte es Ebonee, die es sofort an sich nahm und öffnete. Es war ein silberner kleines Armband mit dem Namen Ebonee eingraviert. Sofort ohne groß drüber nachzudenken lief sie auf Severus zu, der sofort überrumpelt war und umarmte ihn. Er war viele Köpfe größer als sie, aber sie umschloss seine Beine und seinen halben Körper. ,, Danke Vater! Das ist toll!", sagte sie und war kurz davor Tränen zu verlieren. Snape stand etwas angespannt dort, aber umschloss seine Tochter auch kurz in eine Umarmung. Ebonee ließ von ihm ab und sah in seine schwarzen Augen. Ebonee sah etwas neues in seinen Augen. Stolz. ,, Ich bin froh, dass du dich weiter entwickeln möchtest. Wenn du willst können wir gleich mit dem Patronus anfangen!", sagte er in einem stolzen Ton. Ebonee holte ihren Zauberstab heraus und sah bereit aus. ,, Nun gut. Ich werde jetzt eine Truhe holen. In der Zeit wo ich weg bin, wirst du nichts anrühren. Du wirst da bleiben, wo du jetzt bist!", sagte er streng und schaute auf seine Tochter hinab, die nervös aufschaute und nickte. ,, Geht klar, Sir!", sagte sie und setzte sich auf das Sofa. Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck verschwand Snape in der hölzernen Tür. Ebonee saß dort und schaute auf die vielen Bücher. Sie erinnerte sich noch als sie ein Buch über Animagus suchen musste und dann das Bild ihrer Mutter gefunden hatte.
Snape stellte eine braune Truhe auf den Kerkerboden, schwenkte mit seinem Zauberstab das Sofa weg und erklärte. ,, Dort drinne ist ein Irrwicht. Extra ein Irrwicht von einem Dementor. Ich möchte das du an deine schönste Erinnerung denkst, wenn ich diese Truhe öffne und dann laut und deutlich den Zauberspruch rufst: Expecto Patronum!", erklärte er und Ebonee sah etwas angespannt aus. ,, Expecto Patronum!", wiederholte sie und nickte. ,, Und vergiss nicht denk an eine schöne Erinnerung!", warnte ihr Vater sie und sah sie durchdringlich an. Ebonee überlegte. Was war ihre schönste Erinnerung. Als ihr gesagt wurde das sie Quidditch spielen durfte. ,, Ich hab was, wir können anfangen!", bestätigte sie und stellte sich vor die Truhe, mit ihren Zauberstab bereit. Snape beobachtete seine Tochter und drang kurz in ihren Kopf ein. Sie dachte an Quidditch. Snape schüttelte instinktiv den Kopf. Trotz allem kräuselte er seine Lippen und konnte sich schon denken, dass diese kleine Erinnerung nicht ausreichen wird. Mit einem Schlenker öffnete er die Truhe und beobachtete ganz genau seine Tochter. Ebonee bekam Angst, als sie die Gestalt herausgleiten sah. Sie flog geradewegs auf Ebonee zu. Ebonee dachte stark an Quidditch und an den Feuerblitz und rief: ,, Ecpecto Patronum!" Doch nichts passierte. Sie wiederholte diesen Spruch öfters, aber es passierte nichts. Ohne weiteres fiel sie auf den Boden und es wurde ihr schwarz vor Augen.
,, Ebonee? Ebonee?", fragte eine dunkle, tiefe Stimme immer wieder. Ihre Augenlider fielen langsam auf und sie schaute in die besorgten rabenschwarzen Augen ihres Vaters. ,, Hier. Dann geht es dir gleich wieder besser!", meinte er und hielt ihr eine Schokolade hin. Ebonee nahm sie an sich und stand langsam auf. ,, Ich verstehe das nicht. Wieso hatte es nicht geklappt?", fragte sie enttäuscht und setzte sich auf eine Kante von einer kleinen Treppe. Snape setzte sich neben sie und schaute nachdenklich zu seinen Büchern. ,, Woran hattest du gedacht?", fragte er ohne preiszugeben, dass er es schon wusste. ,, An Quidditch und an den Feuerblitz... das sind tolle Erinnerungen!", meinte sie und schaute begierig zu ihrem Vater. Der legte eine Hand auf ihre Schulter und sah ihr in die grünen Augen. ,, Ebonee, es geht um weit aus mehr als Quidditch. Du musst an Sachen denken, die stärker sind. Stärker als die dunkle Magie...!", sagte er und wollte nicht aussprechen was es ist. ,, Liebe...aber warte... das heißt.... meine schönste Erinnerung....hmmm... wenn ich jetzt drüber nach denke dann war es das ich von der blöden Familie weggekommen bin, nach Hogwarts, wo ich meinen Bruder kennen gelernt habe und meinen Vater und das ich dann auch wusste wer meine Mutter war....!", sprudelte es aus ihr heraus und Snape schluckte. ,, Ich weiß es jetzt.", sagte sie bestimmt und stand wieder auf. ,, Probieren wir es nochmal!", sagte sie bestimmt und Snape stand ebenfalls auf. Er ging zu der Truhe. Dieses mal schaute er nicht in Ebonees Kopf, denn er wusste das es dieses mal klappen könnte. Er glaubte, dass sie an etwas dachte, was weit aus mächtiger ist, als die dunkle Magie. Er öffnete nochmals die Truhe und die Gestalt glitt wieder hinaus. ,, Expecto Patronum!", rief sie, diesesmal ging nur eine Kerze aus. ,, EXPECTO PATRONUM!", rief sie jetzt lauter und aus ihrem Zauberstab glitt ein kleines Reh heraus und verscheuchte den Dementor in die Truhe. Snape stand dort wie angewurzelt. ,, Und, wie war ich?", fragte Ebonee lachend und schaute ihrem Reh nach, der langsam erlosch. Snape starrte angespannt zum Reh und wusste nicht was er sagen sollte. ,, Ich... das das war gut...!", sagte er und zauberte mit einem Schlenker die Truhe von dannen und das Sofa wieder hervor, wo sie sich beide rauf setzten. ,, Vater? Was hast du? War das nicht gut?", fragte sie und schmollte etwas. Snape zuckte kurz zusammen, als sie Vater sagte, aber schaute dann mit einem leichten Lächeln zu seiner Tochter und strich ihr eine schwarze Haarsträhne zur Seite. ,, Nein alles gut. Das war super. Ich ich habe mir nur über deinen Patronus Gedanken gemacht. Es ist ein Reh. Deine Mutter hatte eine Hirschkuh, genauso wie ich!", sagte er und zauberte mit einem Schlenker seinen Patronus herbei. Ebonee kicherte als es durch den Raum flog und dann langsam wieder verschwand. Es sah fast so aus wie Ebonees, nur das Ebonees kleiner war. ,, Wow. Dann haben wir ja fast den gleichen!", sagte sie und sah ihrem Vater in die Augen, der sie ebenfalls anstarrte. Beide schauten sich einen Moment in die Augen, bis Snape sich abwandte. Er stand auf und ging zu seinem Pult. Er hätte seine Tochter so gerne in die Arme geschlossen und sie nie wieder losgelassen. Er liebte sie. ,, Wo soll ich eigentlich in den Sommerferien hin?", fragte Ebonee plötzlich etwas unerwartet, denn Snape schaute zu schnell hoch. Er fuhr sich kurz durch sein schwarzes Haar und lehnte sich gegen sein Pult. ,, Ich denke du kommst mit zu mir!", sagte er und Ebonees Gesicht verwandelte sich zu einem Strahlen um.
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Harry Potters Halbschwester
FanfictionEin kleines Mädchen, dass nichts von Zauberei wusste, wird mit 10 Jahren damit konfrontiert. Sie lebte in einer kleinen Familie, wo sie kaum etwas zu essen bekam, geschweige denn richtige Manieren gelernt hatte. Als sie auf die hogwartsschule kam, l...
