Weitere Tage vergingen und die vier bekamen eine Nachricht von Hagrid, dass Seidenschnabel hingerichtet werden sollte. Ebonee hatte keine Ahnung wer Seidenschnabel war, fand es aber sehr übertrieben, für eine kleine Armverletzung, die sofort geheilt werden kann, jemanden hinzurichten. Während die drei zu Hagrid hinunter gingen, bahnte sich Ebonee einen Weg zu ihrem Vater. Sie wollte ihn kurz einen Besuch abstatten. Mit schnellen Schritten ging sie hinunter in die Kerker. Sie klopfte artig und wartete, aber er öffnete nicht die Tür. Sie klopfte noch öfters, aber es passierte nichts. Zögernd nahm sie die Klinke und drückte hinunter und öffnete die Tür. Niemand war da. Das Feuer loderte aber im Kamin und eine blau glänzende Schale stand in der Mitte. Sie leuchtete hell. Ebonee schloss schnell die Tür hinter sich und trat zu der leuchtenden Schale hin. Dort drinne war blaues Wasser zu sehen. Es war wunderschön. Wie hatte ihr Vater es nur hier her bringen können? Sie fasste das Wasser an und es kitzelte an der Hand. Was war das. Plötzlich zog das Wasser sie in die blaue Substanz und sie flog ohne es zu wollen in die kleine Schale. Sie schrie und fiel viele weite Kilometer tief, bis sie plötzlich neben einem kleinen Jungen stand. Ebonee betrachtete ihn. Er war schwarz gekleidet und hatte schwarze Haare. Müsste ungefähr 14 Jahre alt sein. Es war ihr Vater. Ebonee staunte. Er stand in einer Ecke und las ein Buch über Zaubertränke. Plötzlich kamen Gryffindors vorbei und Ebonee erkannte sofort James Potter, der Harry erstaunlich ähnlich sah, daneben stand Sirius Black, Peter Pettigrew und Remus Lupin, der nicht begeistert aussah. ,, Ey Krone. Schau mal Schniefelus!", feixte Sirius und lachte bedächtig, während James seinen Zauberstab rausholte und grinste. Snape legte sofort seinen Buch zur Seite und sah James herausfordernd an und holte ebenfalls seinen Zauberstab heraus. ,, Oh nein, Snape. Dieses mal wirst du mich nicht verfluchen können...!", höhnte James und zauberte einen Fluch auf Snape ab, der ihn aber ohne Probleme abblockte. ,, Lass es gut sein, Potter!", knurrte Snape mit gepressten Lippen hervor. ,, Ohhhhh, Schniefelus hat Angst!", höhnte er weiter und Sirius lachte laut. ,, Treff ihn!", feuerte Sirius seinen Freund an, der immer mehr Lust und Spass daran fand, Snape zu demütigen, bis er endlich den Fluch getroffen hatte. Snape verlor seinen Zauberstab und wurde sofort in die Höhe gestoßen. Seine Haare fielen ihm über den Kopf und er sah mit einem hasserfüllten Blick James an, der nur amüsiert zuschaute. ,, Was geht hier vor sich?", fragte eine strenge Stimme, die man nur von Professor McGonagall erkannte. ,, Mr Potter. Lassen sie den armen Mr Snape herunter. 5 Punkte Abzug für Gryffindor!", prustete McGonagall entsetzt hervor und ihre Mundwinkel wurden sehr schmal. James ließ Snape sofort herunter. ,, Sev. Sev. Alles ok?", fragte ein rothaariges Mädchen und stieß James zur Seite um Snape aufzuhelfen. Ebonee erkannte sie, es war die Frau auf dem Bild von ihrem Vater. Es war Lily. Lily, ihre Mutter. Sie war wunderschön. ,, Alles gut.", knurrte Snape und sah Lily schämend an. Er hob sein Zauberstab auf und wollte gerade gehen, doch Lily hielt ihn auf. ,, Sev, bitte, lass dich nicht von denen runter machen. ", meinte Lily genervt, doch Severus sah sehr bleich aus. ,, Lily, wie kannst du nur mit denen befreundet sein?", entgegnete Severus entrüstet und sah in Lilys grüne Augen. Ihre Miene wurde sofort hart. ,, Wie kannst du nur mit Mulciber befreundet sein?", entgegnete sie zurück und Severus Blick wurde etwas angespannt. ,, Er ist cool, macht im Gegensatz zu deinen Freunden, keine Kinderspiele...!", erwiderte er hart zurück und seine Gesichtszüge wurden härter. ,, Aber deine Freunde wenden schwarze Magie ein. Schwarze Magie. Das ist weit aus schlimmer!", sagte sie zerknirscht.
Ebonee sah noch, dass Severus gerade etwas erwidern wollte, doch nun kam eine andere Szene hervor.
Sie wurde zum Malfoy Manor geschickt. Sie stand mitten in einem kühlen, kahlen Raum. Sie sah ihren Vater in einer etwas jüngeren Vision als jetzt. Er saß neben Lucius, der auch noch jünger schien. Und sie hielt die Luft an, ganz vorne saß Lord Voldemort. Sie erkannte ihn als Tom Riddle. Er sah genauso aus. ,, Nun, ich habe mitbekommen, dass wir einen Neuzugang haben. Severus Snape. Willkommen in unseren Reihen als Todesser!", hörte sie die kühle Stimme von Voldemort. Snape sah stolz aus. Voldemort ging auf ihn zu und Snape hielt seine Armseite frei. Ebonee sah genau hin, was er machte. Ihr Blut gefrierte. Was sie dort sah, müsste sie wahrscheinlich für einige Monate verarbeiten. Voldemort ritzte mit seinem Zauberstab ein Mal hinein. Ein Todessermal mit einem Totenkopf und einer Schlange. Als er fertig war sah Snape stolz zu dem Mal hin. ,, Ich bin mir vollkommen sicher, dass sie meine Aufgaben sicher und ohne Probleme ausführen werden, Severus. Ich vertraue ihnen und was ich von den anderen alle gehört habe, sind sie sehr talentiert!", entgegnete Voldemort ohne jenes Gefühl. Snape nickte bedächtig und tauschte kurz einen aufregenden Blick mit Lucius und Bellatrix. Ebonee schien total frustriert, doch bevor sie weiter schauen konnte, wurde sie von einer starken Hand gepackt. ,, Na macht Spaß?", fragte eine raue, dunkle Stimme und Ebonee bekam Panik. Es war ihr Vater. Sie hatte die Zeit ganz vergessen, es war einfach total spannt. Sie wurde aus der Erinnerung gerissen und stand plötzlich wieder auf festem Boden. Sie rappelte sich auf und starrte plötzlich in ein kühlen, strengen funkelnden Blick und zu einem Mann mit aufgebauter Position vor ihr. Ebonee schreckte bei dem Blick ein wenig zurück. ,, Ich.. es tut mir leid. Es war nicht mit Absicht....", sagte Ebonee leicht schämend und schaute in die schwarzen Augen. ,, Was habe ich dir gesagt? Nichts anrühren, wenn ich nicht da bin....!", knurrte Snape und sah sie wütend an. ,, Was hast du gesehen?", fragte er jetzt etwas panisch. ,, Wie du von Sirius und James im Korridor angerempelt wurdest und......!", Ebonee stockte im Satz. Snapes Augen funkelten auf. ,, Ja... und....!", hakte er beschwichtigend nach. Ebonee schluckte. Sollte sie es erzählen? ,, Und wie du zum Todesser wurdest..... du? Todessern? Warum... Dad? Bist du wirklich einer?", platzte es Ebonee nun heraus und biss sich vor Ärger auf die Zunge. Snape sah etwas genervt aus. Mit einem Schwenker seines Zauberstabs, gelangen die Erinnerungen zurück in sein Gedächtnis und das Denkarium verschwand. Dann seufzte er. ,, Nein. Es war ein großer Fehler, dort beigetreten zu sein.... ich hätte es niemals machen dürfen....aber nun ist es passiert. Aber du brauchst dir keine Sorgen machen. Ich bin nicht einer von denen.", beruhigte er Ebonee die ihre Anspannung sofort löste. ,, Ich habe Mutter gesehen!", sagte Ebonee nun und Snape spannte sich sofort an. Seine Gesichtszüge wurden wieder härter. ,, Sie war wirklich hübsch. War sie so wie ich?", fragte Ebonee nach und wartete gespannt auf eine Antwort. Snape ließ sich ein bisschen Zeit. Er hasste solche Gespräche. Aber so war es nun mal. Er hatte eine Verantwortung mit die er wirklich nie gerechnet hätte. ,, Du hast vieles von Lily vererbt. Aber auch vieles von mir....", sagte er nur kurz und Ebonee wusste, das er nicht weiter drauf einging. Snape war noch nie ein Gefühlsmensch gewesen. Sie stand vom Sofa auf. ,, Ich gehe dann mal. Harry wartet schon auf mich", verabschiedete sich Ebonee und verschwand aus der Tür. Sie sah nur noch aus dem Augenwinkel, wie Snape die Nase rümpfte als sie Harry gesagt hatte.
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Harry Potters Halbschwester
FanfictionEin kleines Mädchen, dass nichts von Zauberei wusste, wird mit 10 Jahren damit konfrontiert. Sie lebte in einer kleinen Familie, wo sie kaum etwas zu essen bekam, geschweige denn richtige Manieren gelernt hatte. Als sie auf die hogwartsschule kam, l...
