Als Ebonee im Bett lag und schlief, durchfuhr ihr ein realistischer Traum. Sie sah eine Tür. Eine seltsame Tür, die sie noch nie im Leben gesehen hatte. Sie konnte sich öffnen. Ebonee probierte jeden Zauber, aber sie öffnete sich nicht. Sie rüttelte an der Klinke, aber es passierte nichts. Die Tür blieb verschlossen.
,, Ebonee! EBONEE!", zischte Ginny und rüttelte an ihrem Körper um sie vorsichtig aufzuwecken. Ebonee machte sofort die Augen auf und sah in Ginnys Gesicht. ,, Was ist los?", fragte Ginny besorgt. Ebonee rieb ihre Stirn und versuchte sich an den Traum zu erinnern. Diese Tür. Sie kam ihr so realistisch vor. ,, Ich hatte einen Traum. Alles gut.", log Ebonee, zog ihre Schuluniform an und ging mit Ginny die Treppen hinunter. ,, Wo willst du hin?", fragte Ginny mitten auf dem Weg zur Großen Halle. ,, Ich muss kurz weg, wir sehen uns im Unterricht!", meinte Ebonee und verschwand aus ihrem Blickfeld. Sie verschanzte sich in eine Ecke und schaute hinaus auf das Schlossgelände. Was war das für ein Traum gewesen? Sollte sie ihrem Vater davon erzählen? Nein, er würde nur sagen: ,, Wegen so einer Sache mich aufzusuchen ist sehr unverantwortlich!" Doch dieser Traum schien ihr etwas sagen zu wollen. Etwas wichtiges. Vielleicht hatte Harry dazu eine Antwort, oder vielleicht auch die Bibliothek. Sie lief rüber zur Bibliothek, schnappte sich sofort ein paar Bücher und begann etwas über geheime Türen zu lesen. Die meisten Inhalte die nur herauskommen sind unbrauchbar oder aus alten Traditionen. ,, Hallo Ebonee! Erkennst du mich noch?", fragte ein Mädchen mit blonden Haaren und einer verträumten Stimme. Ebonee schreckte kurz zusammen. Sie hatte am wenigsten mit einer Mitschülerin gerechnet, da gerade Frühstück war. Sie blickte auf und erkannte Luna. ,, Luna Lovegood. Ja. Ich weiß noch wer du bist", meinte Ebonee und wandte sich wieder ihr Buch zu. Irgendwie mochte Ebonee dieses Mädchen. Sie war eigenartig und ein Mädchen das in ihrer eigenen Fantasiewelt lebte, aber sie war nett und witzig, besonders mit ihren seltsamen Klamotten und Ohrringen. ,, Wann glaubst du findet die nächste DA-Sitzung statt?", fragte sie leise und sah mit ihren großen blauen Augen zu Ebonee, die nur mit den Schultern zuckte. ,, Ich weiß nicht. Bestimmt in ein paar Tagen!", murmelte Ebonee und blätterte eine weitere Seite um. ,, Wie kommt es das du nicht beim Frühstück bist?", fragte Ebonee neugierig, ohne vom Buch aufzusehen. Doch Luna gab keine Antwort. Sie vergrub ihr Gesicht hinter einem Buch namens: ,, Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind." Nach ein paar etlichen Minuten, wo die Frage schon kein Sinn mehr ergab, antwortete sie verträumt: ,, Ich will alles über Thestrale erfahren. Sie leben in den Verbotenen Wäldern. Ich möchte wissen warum sie nur von bestimmten Leuten gesehen werden können!" Ebonee war fasziniert. ,, Wenn du es herausgefunden hast, sag mal Bescheid. Ich muss jetzt los. Hoffentlich hast du bei deiner Suche mehr Glück als ich!", sagte Ebonee zum Abschied, packte alle Bücher weg und verschwand aus der Bibliothek. Sie hatte nun VGDDK, bei Umbridge.
Die letzten Stunden quälten sie sich noch durch und Harry hatte eine weitere DA Stunde angekündigt. Sofort machten sich alle Mitglieder auf den Weg. ,, Hey Ebonee", rief ein Mädchen von hinten. Ebonee drehte sich verwirrt um, rechnete mit Luna, aber es war überraschenderweise Cho Chang. Ihre Gegnerin im Quidditch und Harrys Angebetene. ,, Cho? Hey!", sagte Ebonee nur. Sie hatte mit ihr gar nichts zu tun. ,, Ich wollte dir nur sagen, wie fantastisch du letztens beim Quidditch warst. Du bist echt ein Talent. Wir in Rawenclaw finden du bist eine sehr starke Spielerin.", lobte sie und Ebonee war total überrumpelt von dem Lob. Diese Komplimente machten sie glücklich, aber auch etwas unsicher. ,, Cool. Du bist auch gut.", sagte sie nur und zusammen gingen sie durch die verwunschene Tür, wo das DA Treffen stattfand. Dieses mal lernten sie den Zauber Levicorpus. Ebonee hatte irgendwo von diesem Zauber mal etwas gehört, kann aber nicht mehr identifizieren von wo. Sie war eine mit der ersten, die den Spruch hinbekommen hat, zusammen mit Cho, Hermine und Ginny.
Als sie fertig waren, mussten sie aus einem anderen Raum heraus, da Filch Wache hielt. Laut Umbridge Erlass Nummer 55 der Großinquisatorin dürfen keine Gruppen in Hogwarts herumlaufen, oder sie werden der Schule verwiesen.
Harry hatte auch schon den nächsten Termin bekannt gegeben. Der ist morgen. Nach den vielen DA Stunden fragte sich Ebonee ob es jemals wirklich zu einem Kampf kommen würde. Harry war sich absolut sicher, aber Ebonee konnte es sich nicht vorstellen und wollte es auch gar nicht. Sie fürchtete sich vor dem Kampf. Das letzte Jahr wo sie ihn gesehen hatte, war eine schlimme psychische Erfahrung. Noch immer hatte sie Albträume davon.
Am nächsten Tag stand das nächste DA Treffen an. Ebonee ging etwas früher zum Treffen, da sie mit Harry unter vier Augen reden wollte. Er stand mitten im Raum der Wünsche und schien überglücklich. ,, Harry?", fragte Ebonee leicht verwirrt. ,, Ebonee. Hey. Wie gehts. Alles gut?", fragte er in einem heiteren Ton. Ebonee setzte eine lange Miene auf und Harry ließ nach. ,, Gestern hatte mich Cho geküsst!", offenbarte er und Ebonee kreischte vor Glück. Sie plauderten kurz über die Details, bis Ebonee zum eigentlichen Thema herüber kam. ,, Ich hatte letztens einen Traum. Einen Traum über eine Tür, die sich nicht öffnen lässt!", gab Ebonee preis und Harrys Miene verwandelte sich in Entsetzen. ,, Du AUCH? Ich auch! Ich sehe jedes mal eine steinerne Tür. Sie kommt aus dem Ministerium. Ich konnte es sofort erkennen. Bei mir hatte sie sich einen spalt breit geöffnet. Ich konnte nur Licht, helles, weißes Licht wahrnehmen und kleine Kristallkugeln. Mehr war nicht zu erkennen", meinte Harry erschwitzt und schien leicht benommen. ,, Was hat das zu bedeuten?", fragte Ebonee leicht verängstigt. ,, Ich weiß nicht. Snape wollte nichts von dieser Tür wissen. Ich habe ihn davon erzählt, als er fragte was das gewesen ist. Als ich sagte vom Ministerium, wollte er nichts mehr davon wissen!", meinte Harry gedankenverloren. Ebonee fragte sich was ihr Vater wohl wusste? Doch sie durfte ihn ja nicht aufsuchen. In dem Moment platzten alle DA Mitglieder herein. Jeder einzeln, damit ja kein Verdacht geschöpft wurde. Doch einige fehlten, darunter Cho Chang und ihre Freundin. Man merkte Harry an, dass er sich stark wunderte, aber er machte so gut es ging weiter mit seinem Unterricht. Heute war der Expelliarmus dran. Ebonee hatte ihn schon gelernt, als sie wusste das sie ebenfalls anfällig auf die Gestalten reagiert. Sie hatte ein kleines Reh als Patronus. Sie konnte es sofort. Bei den anderen dauerte es noch. Viele Mitschüler schauten neidisch auf Ebonees Patronus, während sie gar nichts hinbekamen. Ginny hatte ein Pferd, Ron ein Hund, Hermine ein Geist, u.s.w.
Luna zauberte ihren Patronus auch hervor, ein hüpfender Hase. Ebonees Reh und ihr Hase umkreisten sich und rangen miteinander, wer schneller ist, bis plötzlich sich die Kristalle oben an der Wand bewegten. Alles wurde auf einmal still. Man hörte nur noch das Tappsen der zwei Patronuszauber, die nach den Sekunden erloschen. Eine unnahbare Stille trat ein. Alle blickten zu einer Glaswand, die seltsame, dumpfe Geräusche von sich gab. Plötzlich zersplinterten die Glasscherben und fielen herab. Zum Vorschein kam eine große dicke Wand mit einem kleinen Loch. Ebonee ging vorsichtig an das Loch heran und erkannte Umbridges wütendes Gesicht. ,, Ich mache kurzen Prozess! BOMBADA MAXIMA!", rief sie zuckersüß. Harry zog Ebonee grob beiseite und die Wand wurde bombardiert. Steine schossen heraus und Staub wirbelte auf. Ebonee hustete auf und sie hörte ein lautes Piepen im Ohr. Sie wischte sich den aufwirbelnden Staub aus ihren Haaren und Klamotten. Alle DA Mitglieder sahen ebenfalls irritiert auf. Dort stand Umbridge, zusammen mit Malfoy, Cho, Matilda, Crabbe und Filch. ,, Schnappt sie euch!", sagte Umbridge schrill. Und sofort kamen mehrere Slytherins herbei, darunter auch Tessa und packten Ebonee, Ron, Hermine, Luna, Ginny, Harry, Neville und andere Mitglieder. Ebonee tauschte kurz einen Blick mit Harry: Das war ihr Ende.
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Harry Potters Halbschwester
FanfictionEin kleines Mädchen, dass nichts von Zauberei wusste, wird mit 10 Jahren damit konfrontiert. Sie lebte in einer kleinen Familie, wo sie kaum etwas zu essen bekam, geschweige denn richtige Manieren gelernt hatte. Als sie auf die hogwartsschule kam, l...
