Kapitel 66

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Heute hatte Ebonee ihre erste Nachsitzstunde bei Professor Umbridge, aber davor hatte sie noch einen Termin bei Dumbledore. Er wollte mit ihr kurz unter vier Augen sprechen, hatte er in einer Eulenpost mitgeteilt. Sie machte sich sofort auf dem Weg, bis zum Wasserspeier. Sie hatte das Passwort zugeschickt bekommen. ,, Ich mag Säuredrops!", flüsterte sie und der Wasserspeier setzte sich in Bewegung. Ebonee staunte immer wieder. Es war uralte Magie, aber eine Magie die Ebonee fasziniert fand. Als sie oben angekommen war, hörte sie zwei Stimmen miteinander diskutieren. Sie schlich sich an die Tür und versuchte zu horchen. ,, Bitte Severus, bald haben wir Weihnachtsferien und Harry wird bei den Weasleys unterkommen. Dort können sie es ihm mitteilen. Sie sind der beste Okklumentiker den es gibt. Ich kenne keinen besseren, der es ihm beibringen kann...!", versuchte Dumbledore ihn zu überreden. Snape sah sehr genervt aus und in seinem Gesicht spiegelte sich blanke Wut wider. ,, In Ordnung. Aber wenn Potter sich irgendein Fehltritt erlauben sollte, bin ich raus aus dieser Sache!", zischte Snape in seiner gewohnten kalten Stimme. Ebonee wurde immer neugieriger. Okklumentik? Was ist das? Wozu brauchte Harry das? Doch bevor sie weiter drüber nachdenken konnte, wurde die Tür aufgestoßen und Snape drang abrupt heraus. Als er aber im Augenwinkel Ebonee erkannte, drehte er sich um und schaute sie mit blitzförmigen Augen an. Sein schwarzer Umhang flatterte in der Brise umher und er sah sehr einschüchternd aus. Doch er sagte nichts. Er schaute Ebonee nur an, wie beim letzten Zusammentreffen. ,, EBONEE? Wie schön. Komm herein!", rief Dumbledore erfreut durch die Tür. Snape wandte sich daraufhin zum gehen und sein Umhang wirbelte umher wie eine Fledermaus. Ebonee schloss die Tür hinter sich, sie verspürte immer noch ein mulmiges Gefühl im Bauch und da war noch ein anderes Gefühl, als würde sie Snape schon länger kennen als eigentlich jeder andere Schüler. Dieses Gefühl verbannte sie aber sofort und sie setzte sich auf den Stuhl vor dem Pult, den Dumbledore ihr anbot. ,, Sehr schön, Ebonee. Toll, das sie Zeit für mich hatten. Ich wollte ihnen eine Frage stellen. Eine Frage, die sie mir ehrlich beantworten sollten", sagte Dumbledore und Ebonee nickte. ,, Harry hat diese Albträume über Voldemort. Nun frage ich dich, hast du diese Träume ebenfalls?", fragte er und schaute Ebonee genau in die Augen. Ebonee dachte sofort an die Träume aus dem letzten Jahr. ,, Ja. Letztes Jahr. Als Crouchs Sohn den Auftrag bekommen hatte. Aber seit dem nicht mehr. Nein.", gab sie ehrlich zu und Dumbledore nickte nachdenklich. ,, Interessant. Also sie verspüren gar nichts. Auch keine Schmerzen?", fragte er nochmals nach. Ebonee überlegte scharf nach, bis sie an die Geschichte zurückkam mit den Gemeinschaftsraum, wo sie mit Harry zusammen saß und auf einmal einen Schmerz verspürt hatte. Aber das war bestimmt nur Zufall. ,, Nein, Sir. Ich habe nichts verspürt", meinte sie und beschloss die Geschichte außen vor zulassen. ,, Das ist interessant. Anscheinend hatte er keinen Gefallen mehr, in dein Kopf einzudringen, sondern nur in Harrys. Oder er hat was anderes vor. Wir müssen das auf jeden Fall im Auge behalten. Wenn dir irgendwas auffällt, dann lass es mich wissen. Am besten schreibst du Sirius nicht mehr. Es ist zu riskant, deine Eule könnte von den Ministeriumsleuten abgefangen werden und da Sirius ein Gesuchter ist, kann es zu Komplikationen kommen. Wenn du etwas hast oder dir auffällt, komm zu mir!", ermahnte Dumbledore sie und sie nickte sofort verständnisvoll. ,, Nun gut Ebonee. Ich denke das wars von meiner Seite, oder möchtest du mir noch etwas sagen?", fragte er und Ebonee hatte das starke Gefühl von seinen blauen Augen geröntgt zu werden. ,, Nein Sir, nichts", gab sie zu und durfte gehen. Auf dem Weg nach unten stellte sie sich immer wieder die Frage was Okklumentik ist. 

Nach der Schule machte sie mit Ginny zusammen die Hausaufgaben im Gemeinschaftsraum. ,, Harry. Wir treffen uns gleich bei Umbridge im Büro. Ich werde versuchen Angelina irgendwo auf den Korridoren zu kriegen um ihr zu erzählen, dass wir beide nicht zum Quidditch können!", erklärte Ebonee und Harry nickte. Sofort machte sich Ebonee auf dem Weg. Draußen war schon alles dunkel. Sie erkannte den Vollmond und die Sterne am Himmel. Es wäre zu schön gewesen jetzt Quidditchtraining zu haben. Sie ging die weiteren Korridore entlang, bis sie Geklapper und Gepolter an einer Tür wahrnahm. Sie stand halboffen. Sie konnte Snape und McGonagall ausmachen. Sie lugte heimlich herein und erschrak. Zwei Rawenclaw Mädchen haben versucht sich gegenseitig zu entwaffnen. Die eine ist im Eis gefangen und die andere lag beweglos am Boden. ,, Miss Charity und Miss Carlson haben sich gegenseitig entwaffnet. Dafür nehme ich ihnen beide 5 Punkte von Rawenclaw, für ihr anstandsloses Verhalten!", meinte McGonagall streng. Ebonee bemerkte das Snape sich mehr für das Eis interessierte, als die beiden von ihren Qualen zu befreien. ,, Flipendo!", sagte McGonagall und hielt ihr Zauberstab auf das Eis, was sich aber nicht löste. ,, Ich glaube wir müssen den Incendio Zauber einsetzen!", sagte Snape kalt. ,, Severus! Damit können wir die Schülerin verletzen!", sagte sie offenbar erschüttert. Snape kräuselte die Lippen. ,, Aber sie haben Recht. Ein anderer Zauber wirkt nicht. Seien sie vorsichtig, Severus!", verlangte McGonagall und begann ganz vorsichtig mit ihren Zauberstab das Eis zu schmelzen. ,, ...In Ordnung!", sagte Snape und fing an der anderen Seite an. Das andere Rawenclaw Mädchen wachte langsam von ihrer Starre auf. Ebonee konnte nicht fassen, das sich zwei Mädchen so hassten, das sie gefährliche Zauber gegen sich verwendeten. Aber sie musste jetzt Angelina finden. 

Angelina hatte einen kleinen Ausraster bekommen, dass Harry und Ebonee nun Nachsitzstunden bei Umbridge aufbekommen haben, aber sie musste es akzeptieren. Zusammen mit Harry liefen sie zu Umbridge Büro und klopften. ,, Herein!", sagte eine fröhliche Stimme, die man eigentlich als einladend und höflich deuten könnte, wenn man die pinke Person nicht sehen würde. Sie saß an ihrem Schreibtisch und deutete mit ihren Fingern auf die zwei Stühle. Beide setzten sich ohne ein Wort. ,, Schön, schön. Sie sind heute beide hier, weil sie etwas unrechtes und unanständiges getan haben. Dazu werden sie Zeilen aufschreiben, auf das Pergament mit der Feder die vor ihnen liegen. Ich möchte das sie schreiben: Ich soll nicht vor anderen Lügen!", sagte sie in ihrer zuckersüßen Stimme. Ebonee schaute kurz zu ihrem Bruder, der diese Folterei schon zu gut kannte. ,, Legen sie los. Wir wollen keine Zeit verlieren!", drängte Umbridge und fing an ihre Blätter zu sortieren. Ebonee nutzte den Moment und schaute sich im Raum kurz um. Sie rümpfte die Nase. Alles pink, alles voller Katzenbilder, sogar der Tee für den Zucker, nahm eine pink schimmernde Farbe an. ,, Miss Evans, legen sie los!", forderte Umbridge sie mit einem breiten Lächeln auf. Ebonee senkte den Kopf sofort und fing an zu schreiben. Die Farbe auf dem Pergament färbte sie blutrot und sie verspürte einen heftigen Schmerz am Unterarm. Die Wörter die sie gerade geschrieben hatte, ritzten sich in ihr Arm hinein. Sie biss sich auf die Lippe und versuchte ein Stöhnen zu unterdrücken. Es war schmerzhaft. Auch Harry verkrampfte sich und versuchte nicht los zu wimmern. Umbridge betrachtete beide mit einem Lächeln, doch Ebonee schrieb weiter. Sie wollten beide keine Schwäche zeigen. 

Harry Potters HalbschwesterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt