Kapitel 93

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,, Ich gehe und hole sie, ich habe ja noch 5 min, bis Unterrichtsbeginn!", rief Ebonee von den Schultern zurück. Ginny wollte gerade widersprechen, aber es war zu spät, Ebonee war schon von dannen. Sie rannte am VGDDK Raum vorbei, der schon geöffnet war. Angst quoll ihren Körper herauf. Sie lugte kurz hinein ob schon jemand drinne war. Niemand. Seufzend drehte sie sich um, um schnell den Gemeinschaftsraum zu erreichen, aber jemand stand hinter ihr. Ihr Vater. ,, Was wird das?", fragte er und kräuselte seine Lippen. Ebonee schluckte. ,, Nichts. Ich habe nur geschaut ob Ginny in dem Raum ist!", log sie und wollte gerade gehen, doch Snape hielt sie weiter auf. ,, Und wieso kommen sie nicht in den Raum? Wir haben jetzt Unterricht, oder wollen sie schwänzen?", fragte er hämisch grinsend und hob dabei eine Augenbraue. ,, Nein, ich wollte....!", aber sie wusste keine Ausrede. Er ließ sie als erstes hinein. Schweren Herzens ging sie in den Raum, Snape folgte ihr danach. Die anderen kamen auch zur gleichen Zeit. Auch Ginny. Sie sah Ebonee durchdringlich an, die nur mit dem Kopf schüttelte. ,, Was machen wir jetzt?", flüsterte sie, während die anderen sich auf die Plätze setzten. Ebonee zuckte mit den Schultern. Dieses mal hatte sie leider keine Idee mehr. Sie mussten sich stellen. Als alle Platz genommen hatten und es jäh still wurde in der Klasse, erhob sich Snape und schweifte mit seinem bohrenden Blick durch die Schülermenge. ,, So, ihr hattet alle Hausaufgaben auf. Alle Pergamente sofort auf meinen Tisch!", forderte er auf und beobachtete jeden Schüler ob er wirklich abgegeben hatte. Ebonees Herz klopfte. Während die anderen aufstanden, blieben Ginny und sie sitzen. Als alle abgegeben hatten, schaute Snape mit einem stechenden Blick zu seiner Tochter. ,, Evans und Weasley. Ich hätte es mir denken können. Keine Hausaufgaben? Hmmm. 10 Punkte Abzug für jeden von euch!", meinte er genüsslich. Ebonee holte tief Luft. Wenn das die einzige Strafe war, dann könnte sie von Glück reden, aber Snape war noch nicht fertig. ,, Und wenn ich es mir recht überlege, war dieses eine wichtige Hausaufgabe, sie beide werden heute um 17.00 Uhr Nachsitzen!", fügte er noch hinzu und seine Augen funkelten. Dieses mal konnte sich Ebonee nicht zurück halten. Sie spürte zum ersten mal seit dem ihr Vater bewiesen hatte das er zu den Bösen gehört, eine innerliche Wut die jetzt ausbrach. Sie tat etwas unerwartetes. Alle hielten die Luft an, nur Tessa kicherte in sich hinein. Sie stand auf und schaute ebenfalls mit einem funkelnden Blick zu Snape hinauf. ,, Das geht nicht! Dort sind die Auswahlspiele!", entgegnete sie ihrem Lehrer. Snape baute sich auf und sah mit einem hämischen Blick zu Ebonee hinab. ,, Dann hätten sie sich das früher überlegen müssen!", fuhr er zurück. Eigentlich hätte Ebonee jetzt aufgehört, aber sie hatte so eine Wut, dass sie weitermachte. ,, Schauen sie Tessa an. Sie hat ihre Hausaufgaben auch nicht abgegeben. Aber nein, sie wird nicht bestraft. Ich lasse es nicht zu, dass sie mir wieder diese Auswahlspiele verhindern. Vorhin als ich hier reingeschaut hatte, wollte ich nur sicher gehen ob ich genug Zeit hätte, die Hausaufgaben zu holen. Ginny und ich hatten sie gemacht. Ich würde alles geben um bei den Auswahlspielen dabei zu sein. Ich würde sogar jetzt gleich 50 Kessel schrubben oder morgen den ganzen Abend Nachsitzen, aber bitte lassen sie uns zu den Auswahlspielen", blaffte Ebonee ihm entgegen und ihre grünen Augen funkelten wütend. 

Snapes hämisches grinsen verschwand. Seine Miene wurde kühl und unbeschreiblich bedrohlich. Ebonee schreckte leicht zurück, aber sie hielt ihren Blick stand. ,, Es ist mir egal und bewusst das um 17.00 Uhr die Auswahlspiele beginnen. Aber da es ihre eigene Dummheit ist, werden sie nun auch die Folgen tragen. Ebenfalls 5 Punkte Abzug, wegen ihrer Unhöflichkeit gegenüber eines Lehrers. Ich dulde keine Diskussion und erst recht nicht von Evans!", schnarrte er und seine Nasenflügel bebten. Ebonee setzte sich mit zornerfüllter Miene zurück auf ihren Platz. Sie schaute stur geradeaus. Es war unfair. Alles war unfair. Sie hasste Snape. Sie spürte so einen Hass über diesen Mann. Sie hoffte das er nächstes Jahr genauso verschwindet wie alle anderen VGDDK Lehrer. 

Harry war sehr enttäuscht, dass die beiden nicht dran teilnehmen konnten, aber er konnte es nachvollziehen. Er selber musste bei Snape auch immer nachsitzen. ,, Schon okay. Ich werde euch beide berücksichtigen. Ebonee du bleibst weiterhin Jägerin und Ginny du weiterhin Sucherin, wenn ich nicht da sein sollte!", besänftigte Harry die beiden. Ebonee beruhigte sich etwas, aber als sie Harry wieder zu Hermine und Ron gehen sah, erkannte sie wieder dieses Buch. Dieses Zaubertränkebuch. Es war sehr seltsam, aber wieso trug er so ein Buch mit sich rum? Er hasste Zaubertränke doch! Und wieso war er auf einmal so gut, wie die anderen es berichteten? Als Harry, Ron und Hermine hinunter zum Quidditchfeld liefen, legte Harry das Buch in sein Schlafzimmer. ,, Komm Ebonee. Wir müssen jetzt los!", entgegnete Ginny, doch Ebonee musste erst wissen, was es mit dem Buch auf sich hatte. Doch nicht so ein Buch wie Tom Riddles Tagebuch? ,, Komm gleich Ginny. Ich muss kurz was erledigen. Warte draußen auf mich!", sagte Ebonee und als Ginny aus der Reichweite war, ging Ebonee die Treppen zu den Jungenschlafsäälen hoch. Sie ging in Harrys Zimmer, durchwühlte vorsichtig sein Bett und fand es unter dem Kopfkissen. ,, Zaubertränke für Fortgeschrittene!", flüsterte sie. Das Buch kannte sie. Sie öffnete das Buch und erkannte sofort das in dem Buch rein geschrieben wurde. Jemand hatte Verbesserungen durchgenommen und eigene Zaubersprüche in das Buch hineingekritzelt. Harry war so gut, weil jemand dieses Buch verbessert hatte und er einfach nur noch ablesen musste. Als sie wissen wollte, wem das Buch gehört hatte, blätterte sie ganz nach vorne und dort stand nur: Dieses Buch gehört dem Halbblutprinzen. 

,, Ebonee! Jetzt aber schnell!", hetzte Ginny und ging sofort los. Ebonee folgte ihr sofort. Dieser Halbblutprinz beschäftigte Ebonee sehr. Wer nannte sich selber so? Und wer war so gut in Zaubertränke, dass er ein eigenes Buch schreiben konnte und sich sogar eigene Zaubersprüche ausgedacht hatte? Es war seltsam! ,, Halloooo Ebonee? Hörst du mir überhaupt zu?", wiederholte Ginny und fuchtelte mit ihren Händen vor ihr Gesicht herum. Ebonee schüttete diese Gedanken weg. ,, Ähm....tschuldige was...!", fragte sie leicht benommen. ,, Was denkst du hat Snape mit uns vor?", fragte sie leicht gekränkt. Ebonee wollte es gar nicht wissen. Bestimmt hatte er ihnen die schlimmste Aufgabe herausgesucht. Die Drecksarbeit. Beide klopften. Snape öffnete die Tür und grinste heimtückisch als er sie sah. ,, 1 Minute zu spät. 10 Punkte Abzug!", sagte er und ließ beide in sein Büro. Keiner erwiderte etwas. ,, Nun, ihr werdet in meinem früheren Zaubertränkeklassenraum, die Phiolen sauber machen. Und zwar ohne Zauberstäbe!", befahl er und verlangte die Zauberstäbe von den beiden. Beide gaben sie ab und bewegten sich zu dem Klassenraum. Snape holte zwei große Schatulen heraus, die voller Dreck waren. Dann zauberte er zwei Eimer voller Wasser her mit zwei Tüchern. ,, Wenn sie in zwei Stunden nicht fertig sind, werde ich ihnen beiden noch mehr aufhalsen!", meinte er hämisch und verschwand, so schnell wie er auch gekommen war. Ebonee seufzte. Sie nahm sich das nasse Tuch und begann die ersten Phiolen sauber zu putzen. Ginny tat es ihr gleich. ,, Wenigstens müssen wir nicht ins Gewächshaus!", versuchte Ginny diese Aufgabe gut zu reden. Ebonee lächelte matt. ,, Jah!", sagte sie nur und war wieder in Gedanken bei dem Halbblutprinzen. ,, Irgendwas beschäftigt dich doch!", sagte Ginny augenzwinkernd. Ebonee schüttelte lächelnd den Kopf. ,, Nein es ist nicht das was du denkst. Es ist, ich habe gerade ein Buch gefunden in Harrys Gemächern. Ein Zaubertrankbuch.", begann Ebonee zu erzählen. ,, Ja und? Ich habe auch öfters Bücher mitgeschleppt!", meinte Ginny achselzuckend. ,, Nein das ist es nicht. Es ist ein sonderbares Buch. Dort wurden Formeln und Zaubersprüche hineingekritzelt. Zaubersprüche die vom Ministerium nicht angenommen wurden, die man noch nicht mal kennt. Deshalb ist Harry so gut.", sagte Ebonee leicht seufzend. Ginny runzelte die Stirn. ,, Und wem gehörte das Buch?", fragte sie neugierig. Ebonee schüttelte nur leicht den Kopf. ,, Darüber denke ich die ganze Zeit nach, am Anfang stand es gehört dem Halbblutprinzen, aber ich habe leider keine Ahnung wer das sein könnte. Ich wollte nachher in der Bibliothek nach schauen, ob ich etwas finde.", meinte Ebonee und schaute genervt auf ihre nächste Phiole, die sauber gemacht werden musste. ,, Aber wer würde sich selber Halbblutprinz nennen....!", Ginny verstummte jäh, denn in diesem Moment kam Snape mit wehendem Umhang hinein. Zuerst hämisch grinsend, doch als er den letzten Satz gehört hatte, vereiste sich seine Miene. ,, Wir sind noch nicht fertig, aber wir haben noch Zeit!", meldete sich Ebonee mutig zu Wort. Snape musste seine Gedanken erst wieder sammeln. ,, Ich gebe euch nur noch eine halbe Stunde.", grollte er hervor und hörte sich sachte kühl an. Ebonee schaute entsetzt drein. Sie putzte immer schneller. Sie wollte unbedingt fertig werden. Dann drehte sich Snape abrupt um und verschwand wieder. ,, Glaubst du er hat meinen Satz über den Halbblutprinzen noch mitbekommen?", fragte Ginny beängstigend. ,, Bestimmt. Wie er eben geschaut hatte, als er den Namen gehört hatte, scheint es so als würde er den Halbblutprinzen kennen!", antwortete Ebonee verschwörerisch und beide arbeiteten schnell weiter. 

Harry Potters HalbschwesterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt