Kapitel 11

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Am nächsten Tag

„So meine Lieben ich würde sagen das wir heute mal die Endurostrecke ausprobieren oder?!" wirft Diego die Frage in die Runde." Daraufhin nicken alle zustimmend. „Na gut also dann Fabio, Shirin ihr beide macht euch fertig und wir treffen uns dann alle am Start." Gesagt getan. Wir stehen also am Start der Endurostrecke zusammen und besprechen nochmal kurz den Plan. „Also gut die Kameraleute haben sich schonmal auf ihre beste Position auf der Strecke begeben. Ich mache mich mit dem Auto auf den Weg da hinauf, wer will kann mit mir mitfahren. Und dann treffen wir uns oben am Hügel wieder." Alle nicken ihm zustimmend zu und damit machen Er, May, Fabios Mechaniker und der PR-Chef auf den Weg zum Auto.

„Also wie willst du es machen?" fragt Fabio mich. „Was meinst du?" „Naja würde es Pepino etwas ausmachen, wenn ich in deiner Nähe bleibe und auf dich warte, damit wir zusammen die Strecke erkunden können?" fragt er und obwohl er bereits seinen Helm auf hat kann ich die Anspannung in seiner Stimme hören. „Nein ich denke das es für ihn nicht sehr schlimm ist, können wir also gerne ausprobieren. Es kann nur sein das ich gewisse Wege mit ihm nicht gehen kann und auf andere Ausweichen muss" gebe ich als Antwort während mir auffällt das er sich tatsächlich den Namen meines Pferdes gemerkt hat. „Ach nein ich werde schauen das ich die Wege nehme die du auch reiten kannst." „Okey super, dann los" gebe ich noch zum Abschluss mit einem Lächeln zurück. Während Fabio noch etwas mit dem starten seiner Maschine wartet, bis ich etwas weiter entfernt bin, denke ich mir wie zuvorkommend er doch ist. Jetzt höre ich wie er seine Motorcross startet und langsam bei mir vorbei den Weg Richtung Hügel fährt. Daraufhin Trabe ich schonmal an und es geht den ersten langsam steigenden Weg hinauf. Während wir dem Ende des Hügels langsam immer näher kommen probieren wir die verschiedenen Wege auf den Gipfel hinauf aus. Alles ist sehr gut beschriftet so wissen wir genau was uns bei welchem Abschnitt erwartet. Wir fahren beziehungsweise reiten durch enge Wälder, Bachbetten, tiefe Schluchten in den man schon Platzangst bekommen kann, über verschiedene Untergründe bis wir schließlich ganz oben ankommen. Und dort biete sich ein überragender Ausblick. Während ich meinen Blick auf die vielen Wege die hier rauf führen schweifen lasse streichele ich Pepino, denn er hat wirklich ganze Arbeit geleistet und mich sicher hier rauf gebracht.

„Das war wirklich cool" sagt Fabio der schließlich sein Bike abgestellt hat und neben mir steht. Während ich von Pepino absteige antworte ich ihm „Ja das war es wirklich. Ich habe einiges davon noch nie ausprobiert aber er hat es einfach toll gemeistert" sage ich mit Stolz während ich Pepino einen Kuss auf die Wange gebe. „Hey und was ist mit mir? Habe ich es nicht auch toll gemeistert?" sagt er lächelnd. „Oh doch du hast das wirklich auch toll gemacht." „Und wo ist dann mein Kuss" gibt er zurück während er mit seiner Zunge etwas seine Unterlippe berührt. Ich blicke ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an und sage „Tut mir leid aber ein Bussi bekommt nur jemand der mich den weiten Weg hier rauf bringt". „Na gut dann fährst du das nächste Mal mit mir hier rauf." Daraufhin lache ich ihn nur an und schüttle den Kopf. „Was?" sagt er mit einem Grinsen im Gesicht. Dann passiert es schon wieder sein Grinsen und seine Augen umklammern mich förmlich und lassen mich nicht mehr los.

„Hey und wie war es?" unterbricht uns May. „Hey Mayli, ähm ja es war wirklich toll. Ich denke da werden wir einige sehr gute Aufnahmen bekommen" gebe ich ihr als Antwort und ignoriere ihr blödes Grinsen. „Gut, gut, das freut mich" sagt sie noch bevor sie dann einfach wieder weggeht. Dabei muss ich einfach nur in mich hinein grinsen.

Der Weg nach unten bietet eine genauso herrliche Aussicht wie der Weg nach oben. Und in etwas langsameren Tempo kommen wir schließlich wieder unten an. Damit ist auch der zweite Tag zu Ende genauso wie ich und wohl auch Pepino.

Am nächsten Morgen läutet mein Wecker eine halbe Ewigkeit bevor ich die Kraft aufbringe ihn auszuschalten. Ich musste in letzter Zeit eindeutig zu früh aufstehen und sehne mich nach meinen halbwegs langen ausschlafen. Ich mache mich also wieder fertig, packe alles zusammen und fahre wieder zusammen mit May zur Ranch. „Du siehst müde aus." „Echt danke." „Komm schon, du weißt was ich meine" sagt sie während sie mich mit schrägem Kopf vom Beifahrersitzt anblickt. „Ja ich weiß" gebe ich mit einem Seufzer zurück. „Was ist los?" „Nichts, ich bin es nur nicht gewohnt immer so früh aufstehen zu müssen. Normalerweise stehe ich erst um 8 Uhr auf, mache dann entspannt meinen Stall und starte dann gemütlich mit meinem Frühstück und einer Serie in den Tag. Bevor ich mich dann Mittag an die Arbeit begebe. Und jetzt hatte ich meine Routine 2 Monate in Finnland schon nicht, und jetzt geht das hier so weiter..." und während ich das sage nehme ich eine Hand vom Lenkrad und stütze damit meinen Kopf ab. „Hey so brauchst du gar nicht erst anzufangen, Fräulein!" fährt sie mich an, sodass ich mich wieder ordentlich in den Sitzt setze. „Das hier ist eine einmalige Gelegenheit für dich, die dir ja auch sichtlich Spaß macht und ich meine damit nicht nur das Reiten. Jaja ich sehe wie du ihn ansiehst und noch viel wichtiger ich sehe auch wie er dich ansieht." Als sie das sagt nehme ich kurz meinen Blick von der Straße und sehe mit weiten Augen zu ihr. „Und das machst du dir nicht selbst kaputt nur weil du in deine ach so entspannte und sichere Komfortzone zurückwillst. Nein ganz sicher nicht, das lasse ich nicht zu und du selbst auch nicht! Hast du mich verstanden!" „Er sieht mich an wie meinst du das?!" frage ich sie unsicher. „Oh ehrlich das ist das einzige was hängen geblieben ist. Na gut May ruhig bleiben...... Ja verdammt er sieht dich doch mit dem gleichen Blick an wie du ihn. Das sieht doch jeder Blinde, dass da was funkt!" „Ach ich weiß ja nicht..." „Ja ist ja klar, dass du wieder daran zweifelst. Machst du ja sonst auch bei allem. Aber ich frage dich jetzt mal was. Wenn du bei allem immer zweifelst, warum hast du dann sofort ja zu diesem Projekt gesagt? He? Ich sag dir warum. Weil du das damals beim Rennen in Finnland schon gespürt hast und das ist nicht bloß eine alberne Verliebtheit oder Schwärmerei. Denn einige der MotoGP Fahrer finden wir beide nicht ganz verachtenswert. Aber zwischen einfach nur jemanden heiß zu finden und jemanden auch vom Charakter her zu mögen, liegen Welten. Und du meine Liebe hast das Glück das beides passt. Denn mal ehrlich du findest ihn doch total scharf und ihr beide versteht euch doch super. Und er muss es doch genauso sehen sonst hätte er dich gar nicht erst gesucht und kontaktiert. Außerdem sucht er doch hier auch immer wieder ein Gespräch mit dir, das macht er mit mir zum Beispiel nicht und ich sehe doch auch total gut aus" sagt sie noch selbstsicher. Daraufhin lächle ich nur schüchtern und umarme sie, da wir schon angekommen sind.

Heute entdecken wir den Extreme Trail Park. Hier ist es einmal umgekehrt, denn hier kann ich alles mit meinem Pferd machen während er ab und zu nur zusehen kann. Da ich den Park schon kenne gehe ich selbstsicher mit Pepino vor und Fabio folgt mir langsam. Pepino meistert auch hier alles einwandfrei egal ob eine Hängebrücke, schmale Bretter zum Balancieren die gerade einmal breit genug sind das er mit beiden Hufen drauf passt, enge Wendungen, tiefe Bäche die ihn bis zum Bauch gehen, oder auch Treppen und steile Anstiege, alles macht er perfekt und sicher. Fabio hingegen hat manchmal etwas Schwierigkeiten, stellt sich aber gar nicht so blöd an. Nur beim Bach hat er sich mit der Tiefe etwas verschätzt und so soff seine Yamaha einwandfrei ab. Zum Glück hat er ein Ersatzbike mit, denn diese muss erstmal trocken werden. Und so geht auch dieser Tag zu Ende.

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