Kapitel 132

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„Was ist los?" frage ich ihn und nehme dabei seine Hand in meine. „Ich wollte nie das dir so etwas passiert" antwortet er mir und dabei sehe ich die große Sorge in seinen Augen. „Jetzt hör mir mal zu, du kannst rein gar nichts dafür. Und du kannst mich nicht vor allem auf der Welt beschützten. Ich werde mir auch in Zukunft weh tun und sei es nur wenn ich wieder mal essen verbrenne und einfach so dazu greife" versuche ich ihm ein lächeln zu entlocken. Aber ich bekomme wieder denselben blick wie zuvor „Entschuldige" füge ich schnell hinzu. „Mir ist klar, dass ich dich nicht vor allem beschützen kann, aber ich möchte es. Und wenn ich mir denke das ich es hätte verhindern können..." „Das hättest du nicht. Du hattest wichtige Termine und ich mache dir deshalb keinen Vorwurf. Also lass es sein dir selbst welche deshalb zu machen." Ich lege meine Hand an seine Wange und füge noch hinzu „Ich weiß das du mich vor allem was dir möglich ist beschützen wirst. Daran habe ich gar keinen Zweifel." „Ich liebe dich nur viel zu sehr um dich verlieren" antwortet er mir mit trauriger Stimme. „Das wirst du nicht. Okey. Ich bin hier bei dir und das noch für eine ziemlich lange Zeit. Das hier fängt doch gerade erst an, da kann nicht schon das Ende kommen" antworte ich ihm mit einem lächelnd. „Wie kannst du nur so optimistisch sein?" „Indem ich mir immer das schöne im Leben vor Augen halte. Und ich habe da gerade etwas sehr schönes vor Augen" sage ich zu ihm und fahre dann sein Sixpack hinab während ich mir auf die Unterlippe beiße. Und Endlich ein lächeln schleicht sich über sein Gesicht. „Das habe ich schon vermisst" necke ich ihn. Daraufhin kommt er mir mit einem Kuss entgegen.

Mit beiden Händen streiche ich seine unglaublichen Bauchmuskeln entlang. „Ich bin nicht so gebrechlich" flüstere ich in den Kuss hinein. Denn er hat seine Hände nicht da wo ich sie haben will. Ich blicke ihn erwartend an und sehe dabei die sorge in seinen Ausdruck. „Bitte" flehe ich ihn an. Und endlich legt er seine Hände wenigsten an mein Gesicht und zieht mich wieder in einen Kuss. Ich schlinge meine Arme um ihn auch wenn es kurz darauf bei meiner Narbe auf der rechten Seite zieht. Langsam fährt Fabio mit seinen Händen meinen Oberkörper entlang. Und zumindest eine Hand findet dann seinen Weg unter mein Shirt.

Ein paar Tage später

Endlich ist Montag und wir sind gerade auf dem Weg ins Krankenhaus zur Nachuntersuchung. Nicht das die Zeit mit Marcel hier nicht schön war. Aber ich hoffe so sehr das ich mit Fabio wieder nach Andorra kann. Wir sitzen im Wartebereich und warten darauf bis ich endlich aufgerufen werde. Dann kommt endlich mein Name von einer Schwester und Fabio hilft mir gleich aufzustehen. „Ich warte hier auf euch" ruft uns Marcel noch nach als wir in dem Raum verschwinden.

Eine ganze Reihe Nachuntersuchungen und besorgte fragen von Fabios Seite später, endlich die Erleichterung. Meinem Kopf geht es wieder sehr gut und keine Schäden sind von dem Schädelhirntrauma geblieben. Meine Nähte wurden sowohl am Oberkörper als auch am Arm entfernt. Was noch bleibt sind meine gebrochenen Rippen und mein Bein. Die werden wohl noch länger zum verheilen benötigen. Aber trotzdem gute Nachrichten, ich kann nach Hause. Wie sich das anhört. Nach Hause. Bei dem Gedanken schleicht sich ein lächeln auf mein Gesicht. „Du lächelst, das kann nur gutes bedeuten oder?" fragt mich Marcel als wir wieder aus dem Zimmer kommen. „Ich darf nach Hause" antworte ich ihm strahlend. „Schön dann bin ich euch endlich wieder los" antwortet mir Marcel darauf grinsend. „Hey!" schimpfe ich mit ihm und haue ihm gegen seine Schulter. Doch wir alle lachen bloß und Fabio legt seinen Arm um mich als wir das Krankenhaus verlassen.

Doch bevor es jetzt endlich nach Hause geht müssen wir noch zum Schrottplatz und für mein Auto unterschreiben. Mit Krücken und der Unterstützung meiner beiden Männer humple ich ins Büro. „Hallo wie kann ich ihnen helfen?" fragt mich der Mann der drinnen am Schreibtisch sitzt. „Hallo mein Name ist Shirin Sterling. Ich hatte einen Unfall vor einer Woche und mein Auto ist noch hier. Ich muss wohl noch dafür unterschreiben damit sie es endgültig verschrotten können." „Shirin Sterling..." murmelt der Mann vor sich hin und sucht in seinem Computer herum. „Ahja da haben wir ihn. Genau der Silberne Audi Allroad oder was davon noch übrig ist..." „Ja genau der" antworte ich ihm doch etwas mitgenommen. Immerhin war das mein erstes Auto ich habe ihn von meinem Dad bekommen und mochte ihn sehr. „Alles klar hier sind die Papiere die sie unterschreiben müssen und hier ihre persönlichen Gegenstände die noch drinnen waren." Ich unterschreibe den Zettel und Marcel nimmt gleich die paar Persönlichen Sachen die ich im Auto hatte. „So Dankeschön. Und noch gute Besserung wünsche ich Madam" fügt der Mann hinzu. Ich lächle nur kurz und dann sind wir auch schon wieder auf den Weg zum Auto. Während wir das Gelände verlassen sehe ich mein Auto dort unter den vielen anderen stehen. Etwas schockiert bin ich irgendwie schon auch wenn ich weiß wie der Unfall war. Immerhin sehe ich auch nicht besonders gut aus. Aber das ist wohl nichts gegen mein Auto. Ein lächeln überkommt mich bei dem Gedanken an den Tag als ich ihn von meinem Dad bekam. Ich war damals so glücklich über das Auto, naja immerhin ein paar Jahre hielt dieses Glück an.

Kurz darauf sind wir bei dem Reitstall angekommen. Hier muss ich noch den Rest meine persönlichen Sachen holen, denn die Jungs hätten hier wohl nie etwas gefunden. Bei dem großen Areal wundert mich das nicht. Als ich am Parkplatz aussteige sehe ich mit Verwunderung noch den Anhänger von Christian aber zum Glück nirgends sein Auto. Die Bilder von damals kommen mir in den Kopf und mit einem schütteln versuche ich sie wieder los zu werden. Erneut humple ich also zu der Box wo meine Sachen stehen sollten. Fabio und Marcel immer in meiner Nähe. Die denken sicher ich falle jeden Augenblick um. Würde ich bei dem Gehopse mit den Krücken von mir auch denken. Als ich vor der Box stehe erwartet mich die nächste Verwunderung. „Arames" sage ich verblüfft und streiche ihm über seine Stirn. „Was macht der noch hier" fragt mich Fabio. „Kein Ahnung" entgegne ich ihm kopfschüttelnd. „Hey mein Junge, na hat er dich hier vergessen?" frage ich Arames und lächle dabei leicht. Denn auch wenn Christian ein Arschloch ist so habe ich Arames doch ins Herz geschlossen. „Shirin der hier ist für dich" sagt Marcel plötzlich neben mir und hält mir einen Brief hin der wohl bei meiner Kiste vor der Box lag. Ich nehme den Brief von Marcel entgegen und untersuche ihn verwundert. Mein Name steht am Umschlag mit der Hand geschrieben sonst kann ich nichts sehen. Ich öffne ihn und schon als ich anfange zu lesen trifft es mich wie einen Schlag...

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