Kapitel 38

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Der nächste Morgen bricht an und ich werde von Fabio geweckt der seine Koffer zusammenpackt. Ich öffne langsam meine Augen und schaue ihm dabei zu. Als er merkt das ich munter bin sagt er gleich „Hey guten Morgen. Ich hoffe ich habe dich nicht aufgeweckt?" „Nein ist schon in Ordnung. Wie spät ist es?" „9 Uhr." „Wann fährt dein Flieger?" frage ich Fabio. Doch der unterbricht sein gepacke und setzt sich zu mir ins Bett. „Naja unser Flieger fliegt so gegen Mittag." Ich ziehe meine Augenbrauen hoch und sage „Unser Flieger." „Naja ich hatte gehofft das du vielleicht gerne noch nach Thailand mitkommen würdest?" „Das würde ich sehr gerne, aber..." Doch ich werde von Fabio mit einem Kuss unterbrochen bevor ich den Satz fertig sagen kann. Als er sich wieder von mir löst sagt er gleich „Kein aber. Lass uns diese schöne Zeit noch etwas länger genießen bevor du wieder zurück musst." „Ich habe aber schon um ein paar Tage verlängert." „Na dann verlängere doch einfach um noch ein paar?" Mir kommt ein Grinsen über mein Gesicht, wenn ich in sein quasi flehendes Gesicht blicke. „Komm schon du willst es doch auch. Du warst sicher noch nie in Thailand?" „Ich war so gut wie noch nirgends auf dieser Welt." „Na dann komm schon, bereise die Welt mit mir" sagt er als er meine Hand in seine nimmt und sie küsst. Grinsend antworte ich ihm mit „Du bist unmöglich." „Heißt das ja" fragt er mich als er den Kopf schräg hält. Ich schließe meine Augen und schüttle grinsend den Kopf während ich ihm mit „Ja" antworte. Daraufhin legt er sich kurzerhand auf mich drauf und schreit „Sie hat ja gesagt! Sie hat tatsächlich ja gesagt!" Lachend schreie ich ihn an „Ahh, geh sofort runter von mir." Er legt sich wieder neben mich und gibt mir noch einen Kuss auf die Lippen. Dann macht er sich wieder ans Koffer packen.

Als wir auf den Weg zum Flughafen sind fällt mir ein das ich vielleicht meinen Eltern Bescheid geben sollte das ich auch heute nicht zurückkommen werde. Das Handy klingelt und dann höre ich die Stimme meines Dads am anderen Ende „Hey Spätzchen, wie geht's dir?" „Hey Dad, ja alles ist prima hier bei mir und bei euch?" „Ja soweit alles in Ordnung, ist nur ganz schön ruhig hier ohne dich. Wann kommst du denn heute an?" „Ähm.... Ich, ich komme heute noch nicht zurück." „Was? Wieso nicht? Ist alles in Ordnung?" „Ja, ja mach dir keine Sorgen. Ich habe mir nur gedacht das ich Fabio nach zum nächsten Grand Prix nach Thailand begleiten werde." Nach kurzer Stille kommt es dann von meinem Dad wieder „Und was ist mit deiner Arbeit hier? Hast du die schon ganz vergessen oder...?" „Nein natürlich nicht, aber ein paar zusätzliche Tage, werden doch nicht so schlimm sein. Dachte ich." „Hmm. Naja musst ja du selbst wissen..." sagt er hörbar genervt. „Was soll das jetzt heißen?" „Das du eigentlich alt genug bist solche Dinge selbst entscheiden zu können. Aber..." „Aber was!" unterbreche ich ihn scharf. „Ach ist ja egal..." Und damit legt er auch auf. Extreme genervt nehme ich mein Handy von meinem Ohr und starre hinaus aus dem Fenster. „Ist alles in Ordnung?" fragt mich Fabio vorsichtig. „Ja.... Nein.... Ich weiß nicht genau." „Was haben sie denn gesagt?" „Ach ich weiß selber nicht genau was mein Dad damit gemeint hat aber das ist mir egal. Ich lasse mir von ihm nicht dieses Wochenende vermiesen" antworte ich ihm während ich seinen Blick suche und ihn anlächle. Während sein Blick wieder zurück auf die Straße wandert nimmt er meine Hand in seine. Dabei fällt mir auf wie erstaunlich schnell meine Wut durch ihn wieder ablässt.

Wegen der enormen Zeitverschiebung sind wir erst am nächsten Tag in Buriram angekommen. Wir machen uns mit einigen anderen Fahrern, mit denen wir den Flug teilten auf den Weg zum Circuit. Direkt neben der Rennstrecke befindet sich das Hotel. Zum ersten Mal spüre ich auch den Jetlag und lege mich erstmal aufs Bett. „Ich werde mich mal mit meiner Crew treffen kommst du mit?" fragt mich Fabio. Doch ohne mich auch nur einen Zentimeter zu bewegen antworte ich ihm mit einem kurzem „Nein." „Alles klar, ruh dich erstmal aus. Ich brauch auch nicht lange." Er drückt mir noch einen Kuss auf die Stirn und geht dann aus dem Zimmer. Kurze Zeit später schlafe ich auch schon ein. Das nächste was ich wahrnehme ist wie jemand meinen Namen sagt „Shirin. Shirin du solltest aufwachen." Es ist Fabios Stimme. Ich fange an meine Augen langsam zu öffnen. Es ist noch hell also kann ich nicht so lange geschlafen haben. Mit verschlafener Stimme frage ich ihn „Wie spät ist es?" „Es ist 14:30." Ich setzte mich im Bett auf und blicke aus dem Fenster. Als ich mir dann die Augen nochmal reibe frage ich ihn „Und ist alles in Ordnung bei deiner Crew?" „Ja alles ist bereit für morgen." Ich stehe auf und setze mich dann auf Fabios Schoß während ich ihn frage „Und bist du bereit?" Er streicht mir eine Strähne meiner Haare hinter mein Ohr und sagt „Ja bin ich. Ich habe ja schließlich meinen Glücksbringer mit." „Ich bin also dein Glücksbringer." „Hmm ja." „Tja dann würde ich mir aber einen Neuen zulegen. Immerhin war ich in Aragon mit und du hast es nicht aufs Podium geschafft." „Das vielleicht nicht, aber ich bin heil über die Ziellinie gefahren." Daraufhin senke ich meinen Blick und verknote meine Hände miteinander. Doch er legt seine Hand an mein Kinn und richtet meinen Blick wieder auf ihn. „Was ist los?" Nach kurzem Zögern antworte ich ihm „Ich weiß nicht was ich tun würde, wenn du, wenn du dich verletzt oder..." meine Stimme wird ganz zittrig und Fabio unterbricht mich „Hey, du weißt ich kann dir nicht versichern das ich immer heil zurück in die Box komme. Aber ich verspreche dir das ich deinetwegen immer versuchen werde zurück zu kommen und vorsichtig zu sein." Daraufhin nimmt er mich in einen Kuss. Als ich mich wieder davon löse sage ich leise „Ich weiß. Und ich würde auch nie von dir verlangen das du aufhörst. Aber du bist mir in so kurzer Zeit so unfassbar wichtig geworden und ich will dich so lange wie nur irgend möglich bei mir haben." „Geht mir genauso" antwortet Fabio mir lächelnd.

Am selben Abend essen wir dann gerade in unserem Zimmer zu Abend als es an der Tür klopft. Und herein kommt Marcel Schrötter. Er kommt gleich auf mich zu und gibt mir die Hand „Hey wir kennen uns noch nicht. Ich bin Marcel." Grinsend antworte ich ihm „Ja ich weiß. Ich bin Shirin." „Ja das weiß ich auch schon. Fabio hat schon von dir erzählt." „Wem hast du eigentlich nicht von mir erzählt? Ich meine wieso halten wir das ganze eigentlich geheim, wenn es anscheinend sowieso jeder weiß?" frage ich Fabio kopfschüttelnd. Während er sich hinter mich stellt und mir einen Kuss auf den Kopf gibt antwortet er mir „Hey was denn? Ich bin doch stolz so eine Freundin wie dich zu haben und prahle halt gerne mit dir vor meinen Freunden." Bei dieser Antwort kommt mir nur ein Grinsen. „Ich habe Marcel eingeladen mit uns zu essen. Ich hoffe das ist in Ordnung?" sagt Fabio dann. Sarkastisch antworte ich ihm darauf „Nein das finde ich absolut nicht in Ordnung. Aber wo er jetzt schon da ist kann ich doch schlecht nein sagen..." Daraufhin kommt uns allen ein Grinsen über die Lippen und Marcel sagt „Deine Kleine ist witzig. Ich mag sie" und setzt sich dabei hin. Mit weiten Augen sage ich ihm dann „Kleine? Also Kleine geht schonmal gar nicht. Besonders nicht von jemanden der nicht viel größer ist." „Tja man, du solltest dich lieber nicht mit ihr anlegen. Sie schreit sonst nämlich Pferde an die viel größer sind als sie und die haben auch alle, Respekt vor ihr" gibt Fabio dazu während er sich neben Marcel setzt. „Das werde ich mir merken" antwortet Marcel darauf grinsend. 

When your life changes, do you keep going or do you go back?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt