Folge 3 - Teil 8: „Ich muss doch meinem Kind beistehen"

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Schon nach wenigen Augenblicken, 20 Minuten, nachdem der junge Mann in der Rettungsleitstelle angerufen hatte, erreichte der Notarztwagen und der RTW den Ort, an dem Lea noch immer auf dem Fußweg saß.
„Sehen sie, jetzt ist der Notarzt schon da... Schauen sie einmal. Da ist der Arzt...", beruhigte der junge Mann die Ärztin und deutete mit seinen Fingern auf den sich dem Unfallort nähernden Notarzt.

„Guten Tag, ich bin Dr. Schäfer... Frau Dr. Peters. Was machen sie denn für Sachen?", fragte der Notarzt Dr. Christian Schäfer die am Boden sitzende Ärztin und er hockte sich vor Lea. „Was ist mit Ihnen? Haben sie Schmerzen?"
„Das ist mein Baby... Es ist mein Baby... Es tut so weh; es tut mir so schrecklich weh...", flüsterte Lea und legte ihre Hand auf ihren Bauch. „Es tut so weh..."
„Beruhigen sie sich, Frau Dr. Peters... Kollegen, wir legen erst einmal einen Zugang. Und hängen sie der Patientin bitte eine HAES an. ... Frau Dr. Peters, machen sie sich bitte keine Sorgen. Es wird alles in Ordnung kommen..."

Der Sanitäter, der Christian Schäfer bei der Behandlung von Lea assistierte, legte der Ärztin einen Zugang und Lea zuckte beim Einstich der Nadel zusammen.

„Kollegen, bringt ihr bitte die Trage. Die Patientin muss vom Boden weg. Es wird zu kalt für die Patientin.", bat Christian die beiden Sanitäter und als die Trage endlich neben Lea stand, halfen der junge Mann und Notarzt Dr. Schäfer der vor Schmerzen krampfenden Patientin, sich auf die Trage zu legen.

„Ich... Ich will jetzt zu meinem Kind... Ich will zu meiner Tochter...", jammerte Lea, als ihr wieder das Telefonat mit Roland in den Sinn kam und sie hielt sich krampfhaft an Dr. Schäfers Arm fest. „Ich... Ich will zu meiner Tochter... Sie braucht mich doch gerade jetzt, wo es ihr so schlecht geht. Ich kann sie nicht im Stich lassen."
„Sie haben ihr Kind noch bei sich, Frau Dr. Peters.", beruhigte Christian die Schwangere, doch Lea schüttelte den Kopf und sah den Notarzt aus ihren erschöpften Augen an, bevor sie widersprach: „Ich meine meine große Tochter... Laura... Sie hat Krebs... Eine sehr schwere Form der Leukämie... Ich muss bei ihr sein. Ich muss ihr doch beistehen, wenn... Ich..."
„Dr. Peters, sie müssen jetzt erst einmal selbst wieder auf die Beine kommen. Beruhigen sie sich bitte. Ich kümmere mich jetzt um sie, damit es ihnen bald besser geht und sie sich auch wieder selbst um ihre Patienten kümmern können. ... Kollegen, wir fahren die Patientin zur Überwachung der Schwangerschaft in die Sachsenklinik.", wandte sich der erfahrene Notarzt an die beiden Sanitäter, die ihm bei der Verladung von Lea halfen.

„Ich will zu meinem Kind. Ich brauche doch auch nur... ein ganz leichtes Beruhigungsmittel und dann geht es mir wieder viel besser. Ich... Ich muss doch meinem Kind beistehen. Sie braucht mich; Dr. Globisch hat mich angerufen. Laura ist schwer krank... Dr. Heilmann und Dr. Globisch haben die Behandlung meiner Großen übernommen. Aber ich muss doch bei ihr sein..."

„Wir fahren sie jetzt gleich in die Klinik und dann ruhen sie sich ein bisschen aus, Frau Kollegin. Sie haben einen Nervenzusammenbruch; die Kollegen kümmern sich um sie. ... Frau Dr. Peters, bleiben sie jetzt bitte auf der Trage liegen. ... Ich verspreche ihnen eines: in wenigen Stunden werden sie wieder zu ihrem Kind dürfen; machen sie sich darüber bitte im Moment keine Sorgen, Dr. Peters. In der Sachsenklinik ist ihre Tochter in den allerbesten Händen; Dr. Heilmann und Dr. Globisch sind zwei sehr gute Ärzte. Die beiden Kollegen wissen, was ihrer Tochter im Moment hilft."

„Aber... Dr. Heilmann hat mich gebeten, so schnell wie möglich wieder in die Klinik zu kommen. Irgendwas stimmt mit Laura nicht... Ich... ich muss zu meinem Kind, Dr. Schäfer..."
Lea erkannte sich so selbst nicht mehr wieder – ihre Gefühle, die sie plötzlich für ihr Kind hatte, wuchsen immer mehr und die Angst um Laura, die immer größer wurde, war für die Neurochirurgin genauso neu.

Hatte sie jetzt wirklich so große Gefühle für ihr Kind? Ein Kind, das sie seit ihrer Geburt nicht mehr bei sich haben durfte? Ein Kind, das wohl auch Mitschuld an Leas Schutzpanzer trug?



Roland saß, nachdem er Lauras Zustand stabilisiert hatte, wieder an seinem Schreibtisch in seinem Büro, als Chefärztin Dr. Globisch das Zimmer betrat.

„Roland... Wir haben Laura jetzt wieder ein wenig beruhigen können, sie schläft jetzt. Aber lange können wir ihren Zustand nicht stabil halten. Die Aussage, dass Dr. Peters nicht an ihr Handy geht, macht ihr sehr zu schaffen. Laura brüllt seitdem andauernd nach ihrer Mutter..."
„Ich habe noch einmal versucht, Dr. Peters zu erreichen. Aber jetzt ist ihr Handy ganz aus. Ich weiß nicht, was da passiert ist. Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass etwas passiert ist.", äußerte nun auch Roland seine Bedenken und er sah auf die aktuellen Laborergebnisse von Laura, die vor ihm auf dem Schreibtisch lagen.
„Die Entzündungswerte sind sehr hoch; das immer wieder ansteigende Fieber der Patientin macht mir große Sorgen. Und dass sich der Zustand von Laura immer wieder so schnell verschlechtert, wenn es ihr eigentlich schon besser ging, ist auch nicht normal. Am liebsten würde ich Laura in ein künstliches Koma versetzen, damit sie von dem Stress erst einmal nichts mehr mitbekommen kann. Dann wird sich der Zustand von Laura sicherlich etwas schneller bessern..."

„Und wie sollen wir Dr. Peters beibringen, dass ihre Tochter in ein künstliches Koma versetzt werden soll? Es wäre einfacher, ihr zu sagen, wenn Laura von selbst ins Koma fallen würde... Roland, ich möchte momentan nicht riskieren, dass sich Dr. Peters aufregen muss... Vor allem will ich verhindern, dass unsere Kollegin etwas von dem verschlechterten Zustand ihrer Tochter mitbekommt..."

„Wie sollen wir es denn verhindern, dass Dr. Peters mitbekommen wird, dass es Laura schlechter geht? Sie wird in ein paar Minuten wieder an Lauras Bett sitzen und dann bekommt sie es sowieso heraus. Dann können wir ihr auch jetzt schon reinen Wein einschenken und dafür sorgen, dass Laura in ein künstliches Koma versetzt wird. Dann kann unsere Kollegin ihrer Tochter auch das Medikament verabreichen...", schlug Roland vor, als sein Telefon klingelte.

„Sachsenklinik, Heilmann. ... Ja, das ist in Ordnung. Dr. Globisch und ich sind sofort in der Notaufnahme und übernehmen die Patientin...", antwortete der Klinikchef und beendete das Telefonat, bevor er sich an Kathrin wandte: „Das war die Rettungsleitstelle. Dr. Peters ist auf dem Weg hierher zusammengebrochen; sie wird gerade mit dem Rettungswagen in die Klinik gefahren..."

Sofort sprangen die beiden Ärzte auf und liefen in Richtung Notaufnahme der Sachsenklinik, wo bereits ein großer Tumult war...


Roland und Kathrin standen demnach schon bereit, als der Rettungswagen, der die immer noch sehr geschwächte Lea in die Klinik einlieferte, in der Notaufnahme eintraf.

„Dr. Peters... Was machen sie denn für Sachen?", fragte Klinikchef Roland Heilmann die auf der Trage fixierte Kollegin, die am liebsten sofort aufgesprungen und zu ihrem schwer kranken Kind auf die Intensivstation gestürmt wäre.
Anschließend wandte sich Roland auch schon an den Notarzt, der Lea einlieferte, und fragte den Kollegen: „Wie geht es der Patientin?"

„Wahrscheinlich hatte sie einen Nervenzusammenbruch... Der Bauch der Patientin ist stark angespannt, sie hat sich im RTW mehr übergeben müssen. Außerdem klagte sie am Unfallort, sowie auf dem Transport hierher über starke Schmerzen im Bauchbereich. ... Es besteht der Verdacht auf einen beginnenden Abort...", äußerte Christian Schäfer seine Vermutung und Lea fuhr kurz zusammen.

Beginnender Abort? Sie sollte jetzt auch noch ihr Baby, das unter ihrem Herzen um sein Leben kämpfte, verlieren? War das gerecht, wenn ihre große Tochter gerade ebenfalls um ihr Leben kämpfen musste?

„Frau Kollegin... Sie lassen aber auch momentan gar nichts aus, oder?", wandte sich Kathrin an die sich an den Bauch fassende und vor Schmerzen und Angst um ihr Baby schreiende Lea und griff der Neurochirurgin kurz an die Stirn.
„Haben sie große Schmerzen?", wollte die Chefärztin wissen, doch Lea schüttelte den Kopf und gab zur Antwort: „Nein... Nein, ich habe... Ich habe schon dem Kollegen gesagt, dass ich eigentlich nur ein leichtes Beruhigungsmittel bräuchte und dann... Dann kann ich schon wieder nach Hause. Ich kann jetzt nicht auch noch im Krankenhaus liegen, wenn es meinem Kind so schlecht geht... Wie... Was ist mit meiner Tochter? Wie geht es Laura jetzt?"

Panisch blickte sich Lea um. Alles kam ihr plötzlich so fremd vor; alles war für die Ärztin so unbekannt.
Die ihr entgegenkommenden Ärzte und Schwestern, die betroffen auf Lea blickten, erkannte die Neurochirurgin nicht und auch Dr. Kaminski, der dem Trubel in der Notaufnahme gefolgt war und Lea erblickt hatte, schien der Ärztin plötzlich fremd zu sein.
Für Lea zählte momentan nur die Auskunft nach ihrem Kind. Und dabei nicht nur die Auskunft um ihr Baby unter ihrem Herzen, sondern auch um ihr großes, um ihr Leben kämpfendes Kind, dem es wohl um ein vielfaches schlechter gehen würde, als noch vor ein paar Stunden; bei Leas letztem Besuch bei der Fünfzehnjährigen auf der Station.

„Wie geht es meinem Kind?", fragte Lea noch einmal und schaute zwischen Kathrin, Roland und Kaminski hin und her. „Wie geht es Laura? Was ist mit meiner Tochter? Ich... Ich will zu meinem Kind... Ich will zu Laura... Wie geht es ihr?"

Noch ein wenig ratlos blickten sich der Klinikchef, der Urologe und die Chefärztin an, bevor Roland seine Hand auf Leas Schulter legte und ihr sagte: „Machen sie sich keine Sorgen um ihre Tochter, Frau Dr. Peters. Den Zustand von Laura konnten wir im Moment wieder stabilisieren. Aber jetzt müssen wir uns erst mal um sie kümmern..."
„Ich will zu meinem Kind, Dr. Heilmann. Ich will zu meiner Tochter... Sie muss doch... Ich muss jetzt auf der Stelle zu... zu meiner kleinen Laura. Sie braucht mich jetzt doch so sehr... Sie ist ganz alleine. Ich muss..."
„Sie müssen jetzt erst mal auf die Beine kommen, Frau Dr. Peters. Alles andere überlassen sie bitte erst mal uns. Wir werden ihre Tochter nicht im Stich lassen..."

„Ich muss aber zu meinem Kind, Dr. Globisch. Lassen sie mich jetzt... AAAA!", brüllte Lea vor Schmerzen lautstark auf und erschrocken fasste sie sich an den Bauch. „Es... Es tut so weh... Es... Das ist mein Baby. Ich spüre es doch. Das ist mein Baby. Ich... Ich habe mein Kind verloren... Das kann doch nur mein Kind sein... Es... Es ist eine Fehlgeburt... Ich habe mein Kind... Ich will doch mein kleines Baby nicht... beerdigen müssen..."

„Machen sie sich keine Sorgen, Frau Dr. Peters. Ich bin bei ihnen. Wir kümmern uns jetzt um sie. ... Kathrin, wir machen sofort eine Sono... Der Bauch der Patientin ist sehr stark gespannt..."
„In den Schockraum.", wies die Anästhesistin an und die Sanitäter schoben die Trage mit der darauf liegenden Neurochirurgin in den Schockraum.

„Auf drei... Eins... zwei... drei...", zählte Christian Schäfer und gemeinsam hoben die Ärzte ihre Kollegin auf die Untersuchungsliege im Schockraum.

„Frau Dr. Peters, wir kümmern uns jetzt um sie... Bleiben sie bitte ganz ruhig liegen. Es wird gleich ein bisschen kalt. ... Beruhigen sie sich, Frau Kollegin. Wir machen nur eine Sonografie, um uns ihr Baby in ihrem Bauch kurz anzusehen...", beruhigte Roland die Ärztin vor sich auf der Liege und schob vorsichtig das Oberteil von Lea ein wenig nach oben.
Doch Lea wehrte sich nach allen Regeln der Kunst dagegen, eine Ultraschalluntersuchung durchführen zu lassen. „Mein Kind ist tot! Es ist tot! Da ist kein Kind mehr... Ich habe... Ich habe ein totes Baby in meinem Bauch. Ich spüre das doch...", brüllte die Ärztin völlig verstört und Roland legte seine Hand auf Leas Bauch.

„Frau Kollegin, wir schauen uns nur einmal ganz kurz ihren Bauch an. Machen sie sich keine Sorgen. Ihr Baby ist noch da...", beruhigte der Klinikchef die Chirurgin und Kaminski nahm Leas Hand fest in seine.
„Dr. Heilmann hat Recht, Frau Kollegin. Wir müssen sehen, was mit ihrem Baby los ist. Und wie es in ihrem Bauchraum aussieht. Sie haben doch Schmerzen..."

„Ich will das alles einfach nicht wissen. Ich will nicht wissen, wie es in meinem... AAAAA! MEIN BAUCH! ICH... Ich will einfach nicht wissen, wie es meinem Baby geht. ... Dr. Heilmann, lassen sie mich bitte alleine. Ich will mein Baby nicht sehen. Es ist tot! Mein Baby ist tot! Ich... Dr. Heilmann, das Baby ist tot! Schneiden sie es mir bitte raus...", bat Lea mit lauter Stimme, als Roland ihr vorsichtig das kühle Gel auf den Bauch aufgetragen hatte und mit dem Ultraschallkopf über Leas Bauch fuhr.

„Beruhigen sie sich, Frau Kollegin... Milz... o.B. Die Leber sieht auch gut aus. Die Gebärmutter... in Ordnung. Und... Wen haben wir denn hier?" Ein leichtes Lächeln breitete sich über Rolands Lippen aus. „Hier haben wir jemanden, der seiner Mama Hallo sagen möchte."
„Ihr Baby lebt... Sehen sie doch nur, Frau Kollegin.", machte auch Kaminski seiner Kollegin Mut, nach links neben sich auf den Monitor des Ultraschallgerätes zu sehen und ihr Baby zu erblicken.

„Ihr Kleines will seine Mama kennen lernen. Schauen sie doch einmal kurz auf den Monitor...", munterte Roland seine Kollegin auf und drehte den Monitor in Leas Richtung.
Doch die Neurochirurgin schüttelte den Kopf und wehrte weitere Untersuchungen ab. „Ich will es nicht sehen! Ich will das Baby nicht sehen. Machen sie das Gerät aus! Ich will nicht wissen, wie das Baby aussieht!", drang Leas Stimme an Rolands Ohr, bevor der Ärztin Tränen über das Gesicht liefen.

„Frau Dr. Peters... Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Schauen sie sich doch einmal ihr Baby an. Ihr kleines Mäuschen möchte seiner Mama mal zeigen, wie schön es Sport treiben kann... Kathrin, wir brauchen ein Bett auf der Station."

„Ich bleibe nicht hier! Ich muss mich um mein Kind kümmern. Laura braucht mich. Ich kann meine Tochter nicht im Stich lassen!", brüllte Lea ihre Kollegen an und wehrte die Hand von Roland, der die Neurochirurgin zum Bleiben zu überreden versuchte, ab.
„Ich möchte nicht hier bleiben, Dr. Heilmann. Ich muss mich um mein Baby kümmern! Laura braucht mich!", brüllte Lea ihren Chef an, doch der Klinikleiter schüttelte den Kopf.
„Ich werde sie nicht entlassen, bevor wir nicht wissen, woher ihre starken Bauchschmerzen kommen. Wir machen zur Sicherheit noch ein Bluttest und ich behalte sie mindestens bis morgen Früh hier. ... Wenn sie nicht schwanger wären, dann würde ich sie zur Sicherheit auch noch zum CT schicken. Aber durch ihre Schwangerschaft wäre es womöglich besser, auf ein CT zu verzichten. Ich möchte sie aber zur Sicherheit hier behalten, Frau Dr. Peters... Sie können auch gerne zu ihrer Tochter gehen. Aber nur mit Begleitung... Und erst morgen Mittag. Vorher bleiben sie bitte in ihrem Bett liegen."
„Ich will jetzt auf der Stelle zu meinem Kind! Und ich lasse es nicht zu, dass ich meine Tochter im Stich lasse. Lassen sie mich jetzt auf der Stelle zu meiner Tochter!", brüllte Lea ihren Chef an, doch Kathrin und Roland schüttelten beide nur den Kopf.

„Ich kann sie aber momentan nicht zu ihrer Tochter auf die Intensivstation lassen, Frau Dr. Peters. Der Zustand von Laura ist momentan... nicht wirklich gut... Wir müssen ihrer Tochter erst einmal helfen...", diskutierte Roland mit seiner Kollegin, doch die Neurochirurgin ließ sich nicht überzeugen.
„Ich will meine Tochter nicht verlieren. Und ich lasse mein Kind auch nicht noch einmal im Stich, Dr. Heilmann.", fuhr Lea den Klinikchef an und atmete noch einmal scharf ein, bevor Roland abwehrend den Kopf schüttelte.

„Ich kann sie nicht zu ihrer Tochter lassen, Frau Kollegin. Sie müssen Laura jetzt erst einmal stabilisieren. Machen sie sich keine Sorgen...", beruhigte Kathrin die Neurochirurgin und legte ihre Hand auf Leas Schulter.
„Ich will mein Kind aber jetzt nicht im Stich lassen müssen, Frau Dr. Globisch.", fuhr Lea noch einmal ihre Kollegen an, doch da hatte sich Roland schon an die Krankenschwester gewandt und ein Zimmer für die Ärztin vorbereiten lassen.

„Ich will mich nicht hier in ein Krankenhausbett legen, Dr. Heilmann. ... Nicht, bevor ich weiß, wie es meinem Kind im Moment geht. Ich werde meine Tochter besonders jetzt nicht im Stich lassen. Mir ist es dabei völlig egal, wie ich ins Zimmer meines Kindes kommen kann... Aber mir ist meine Tochter einfach wichtig. Wenn ihr Vater schon nicht herkommt und sich um Laura kümmert. Und ich will schon gar nicht, dass Lauras Stiefmutter mein Kind besucht..."
„Wir werden uns selbstverständlich darum kümmern, dass kein Unbefugter zu Laura ins Zimmer kann. Aber sie sollten wirklich im Moment nicht zu Laura gehen. Der Zustand ihrer Tochter ist nicht besonders gut. Wir wollen verhindern, dass sie sich unnötig aufregen, Frau Kollegin. Und außerdem wollen wir selbstverständlich verhindern, dass sich der Zustand von Laura noch verschlechtert.", beruhigte Kathrin die aufgebrachte Kollegin.

„Aber das wird nicht reichen.", wusste Lea ganz genau und sie sah Kathrin böse an. „Ich will jetzt zu meinem Kind. Lassen sie mich zu meiner Tochter und... Und dann wird es Laura viel besser gehen. Sie vermisst mich. Ich spüre das doch."

„Wollen sie eine Fehlgeburt riskieren? Frau Dr. Peters, sie legen sich auf der Station ins Bett und kurieren sich aus. Um ihre Tochter kümmern wir uns.", erhob nun Dr. Kaminski das Wort und Lea nickte kurz, als sie einsah, dass es sowieso kein Erfolg haben würde, sich gegen die drei Kollegen zur Wehr zu setzen.

Leas BabyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt