Ich erwachte in Jays Armen. Es war der schönste Ort zu erwachen wie ich fand, Jay regte sich auch langsam.
„Wie spät ist es?", fragte er und setzte sich auf.
Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und sagte: „Keine Ahnung. Aber es ist noch Dunkel draußen."
„Zum Glück, wenn wir zu spät zu diesem Ritual kommen, dann würde Lloyd uns wahrscheinlich köpfen oder so", sagte Jay.
„Zum zu spät kommen haben wir doch Cole und meinen Bruder", lachte ich und schlüpfte aus dem Schlafsack.
Jay folgte mir und zog sich an, dann ging er nach draußen um zu sehen ob Zane und Lloyd schon wach waren.
Als er draußen war kramte ich nach neuen Klamotten und zog ich mich an. Mir wäre auch nach einem Bad, aber das konnte ich hier draußen getrost vergessen. So ging ich wie ich war nach draußen.
Vor dem Zelt streckte ich mich und gähnte.
Es war noch vollständig dunkel, aber ein Feuer flackerte und ein rauchiger Duft nach Speck hing in der Luft.
Zane und Lloyd waren schon wach und Zane war gerade dabei ein Frühstück zuzubereiten, was es gab war unschwer zu erraten.
„Hmmm, das riecht aber lecker", sagte ich und sog den Duft tief ein.
„Das hab ich auch gerade gesagt", meinte Jay.
„Wo sind denn Cole und Kai?", fragte Lloyd. „Wir wollen bald aufbrechen."
„Ich sehe mal nach den beiden", sagte ich zu Lloyd, ich spürte seine Nervosität schon fast.
„Das ist vielleicht besser, nicht, dass die beiden noch verschlafen", sagte Lloyd. „Das wäre gar nicht gut."
Ich erhob mich.
„Wird gemacht General", sagte ich und salutierte kurz gespielt, dann stapfte ich zu dem Zelt meines Bruders und seines Lovers.
Ich musste kichern bei dem Gedanken, dass ich die beiden ja noch verkuppeln wollte.
„Hey, Jungs, seid ihr schon wach?", rief ich leise.
Keine Antwort ist auch eine Antwort, dachte ich, öffnete das Zelt und spähte hinein. Was ich da sah erstaunte mich.
Cole lag in seinem Schlafsack, doch ich konnte auch den roten Schopf meines Bruders im selben Schlafsack sehen.
Was war das denn? Wer wagte es da meiner Arbeit als professioneller Verkupplerin in die Quere zu kommen? Oder hatte ich einfach etwas nicht mitbekommen?
Leider war ich wohl nicht gerade leise gewesen, denn Cole erwachte und setzte sich auf.
Er sah sich um und entdeckte mich unweigerlich, wie ich in der Zeltöffnung stand und grinste. Seine Wangen wurden etwas rot und seine Augen weiteten sich.
„Hey Morgen ihr zwei", sagte ich und grinste noch breiter.
„Es ist nicht das wonach es aussieht", sagte er und ich meinte Enttäuschung aus seiner Stimme zu hören. „Kai hatte seinen Sommerschlafsack dabei und wäre heute Nacht beinahe erfroren. Und da habe ich ihn in meinen geholt."
Er klang eindeutig niedergeschlagen und etwas nervös, ja fast verängstigt.
„Cole, du hast eine Nacht mit meinem Bruder in einem Schlafsack verbracht, jetzt sei doch mal etwas fröhlicher, das mit euch wird schon. Du musst ihm nur mal wirklich zeigen, dass du ihn magst."
„Ssscht Nya, nicht so laut, wenn er das hört, dann bin ich erledigt. Kai und ich sind Freunde mehr nicht", sagte Cole.
„Wenn du das meinst", sagte ich und zuckte mit den Schultern. „Es gibt übrigens gleich Frühstück."
Damit trat ich kopfschüttelnd den Rückweg zurück zum Feuer an.
Was wollte Cole sich und mir eigentlich vormachen? Er wusste ebenso gut wie ich, dass er Kai liebte, warum wollte er dann nicht mal damit anfangen um ihn zu kämpfen?
Ein leicht grimmiges Grinsen legte sich auf mein Gesicht.
Wenn er es nicht tat, dann würde ich das eben übernehmen.
DU LIEST GERADE
Elementa
FantastikJeder von ihnen hat einen anderen Grund hier an diesem Wettkampf teilzunehmen: Cole - er will vor seinem Vater und dessen Erwartungen an ihn, die er nie erfüllen wird, flüchten Kai - er will endlich beweisen, dass er mehr kann, als nur klein sei...
