Genau das war die Situation, in der mein damaliges Team zerbrochen war. Als heraus kam, dass ich der Sohn unseres Feindes war, vertrauten sie mir nicht mehr. Bitte lass mich Zane und Daith richtig eingeschätzt haben, bitte lass mich alles auf die Richtige Karte gesetzt haben!
Mein Vater war weg und hatte uns seine Soldaten, noch hinter einer Wand aus Flammen wartend, dagelassen. Soweit ich sehen konnte waren es zwei Hauptmänner und rund 20 Fußsoldaten.
Viel wichtiger als unsere Gegner war jedoch die Reaktion meiner Freunde. Besonders Angst hatte ich davor, dass Daith sich von mir abwenden würde. Diese Ablehnung würde ich wahrscheinlich nicht verkraften.
Langsam mit einem Gefühl purer Angst drehte ich mich zu meinen Freunden um und erwartete das schlimmste.
Überraschenderweise meldete sich Pya zuerst zu Wort.
„Ich habe dich angesehen und wusste sofort, dass du durch und durch gut bist. Auch wenn ich dich erst kurz kenne, weiß ich genau, dass du nichts von der verkommenden Seite deines Vaters hast."
„Und ich habe Cole und Kai beim rummachen im Trainingsraum erwischt. Für mich ist das hier sehr viel weniger schlimm", sagte Zane und zuckte ganz leicht mit den Schultern. Sein Blick war fest auf mich gerichtet, aber er wirkte als vertraue er mir noch.
Vor meinem inneren Auge sah ich wieder Jason, Mike, Jordan, Elena und Sally vor mir. Wie ihre Blicke sich in ihren Augen Ekel, Abscheu und auch Hass wiedergespiegelt hatten.
Wenn ich das bei Daith sah, dann würde ich das nicht durchstehen. Ja ich hatte Angst den Jungen neben mir anzusehen,
Schließlich sah ich Daith doch an, immer noch ängstlich davor, was er sagt.
Sein Blick traf meinen und ich sah etwas darin, was mein Inneres wiederspiegelte.
„Lloyd, wenn dein Vater glaubt, dass die Tatsache, dass du sein Sohn bist, uns erschüttert, dann hat er keine Ahnung von wahrer Freundschaft." Er legte mir seine Hand auf die Schulter. „Ich würde dir mein Leben anvertrauen."
Diese wunderbaren Worte zauberten mir ein lächeln ins Gesicht.
Ich hatte mich nicht getäuscht und dieses Mal würde wirklich alles anders werden.
Auch Daith lächelte und das ließ sein Gesicht so unglaublich schön aussehen.
Dieser Moment der stillen Zusammengehörigkeit wurde von dem Kampfschrei mehr als zwei Dutzend Steinsamurai unterbrochen.
„Okay, dann kämpfen wir uns hier raus", sagte ich und um fasste den Griff meines Katanas fester.
Daith zog seinen Bogen vom Rücken und Zane drehte seine Wurfsterne in der Hand.
Die erste Welle von Steinsamurai traf auf uns. Bitte lass die Waffen aus purer goldener Materie die Steinsamurai verwundbarer machen, flehte ich innerlich.
Doch als ich schon mit dem ersten Schlag die eine Hand des Samurais abtrennte erfüllten sich meine Hoffnungen. Diese Waffen durchdrangen die Samurai als wären sie aus Butter.
Ich parierte den nächsten Schlag und trennte mit einer schnellen Bewegung den Kopf vom Körper. Dann erstach ich noch einen mit einer schnellen Bewegung nach hinten hin. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen wie Zane mit seinen Wurfsternen wütete und die Samurai fielen wie die Fliegen. Man könnte nie vermuten, dass Zane gerade zum ersten Mal gegen die Samurai kämpfte. Und auf der anderen Seite zog Daith in einer fließenden Bewegung einen Pfeil nach dem anderen aus seinem Köcher und schoss in einer atemberaubenden Geschwindigkeit auf die Samurai. Und jeder Pfeil traf. Ich enthauptete noch schnell einen Steinsamurai, dann nahm ich Anlauf und rutschte über den glatten Steinboden, der durch das ganze Samuraiblut noch rutschiger wurde, unter mehreren Steinsamurai hindurch und durchschnitt alle Beine, die an denen ich vorbei kam. Laut polternd fielen sie zu Boden und ich lief an ihnen und trennte bei der Gelegenheit gleich ihre Köpfe von ihren Körpern. Ich wusste nicht genau, ob sie auch von Blutverlust sterben konnten und ich wollte ganz sicher gehen.
Zuletzt blieben nur noch die beiden Hauptmänner übrig, dann waren wir frei.
Zane zögerte keine Sekunde und versenkte seine Wurfsterne in den Köpfen der Hauptmänner, doch widererwartend fielen diese nicht um, sie schwankten nicht einmal.
„Okay, sind ein bisschen schwieriger zu erledigen", sagte ich machte einen Schritt rückwärts. Daith und Zane folgten meinem Beispiel und nahmen etwas Abstand.
Zanes Wurfsterne flogen in seine Hand und er warf sie erneut auf die Hauptmänner, doch wieder ohne Wirkung. Auch Daith begann die Samurai aus der Ferne zu attackieren. Die beiden konnten das mit ihren Waffen, aber meine war eine Nahkampfwaffe, was bedeutete, dass ich nah ran muss. Ich schloss die Augen kurz, machte mir klar, dass ich gleich sterben konnte und lief los.
„Lloyd! NEIN!", hörte ich Daith hinter mir rufen, doch ich blendete seine erschrockenen Rufe aus und konzentrierte mich voll auf meine Gegner.
Die zwei steinerneren Riesen ragten vor mir auf, doch davon ließ ich mich nicht beeindrucken und hielt mein Katana fest, bereit zuzuschlagen.
Ich rammte mein Schwert auf meiner Kopfhöhe in die Wade des einen Samurai und schwang mich hoch, stieß mich ab und zog im Sprung mein Katana aus der Wade. Dann packte ich die untere Lage seiner Rüstung und kletterte am Rücken des Samurais hoch. Dieser versuchte mich zu erwischen, doch ich war zu schnell Glücklicherweise bot die Rüstung perfekten Halt und ich hatte fast keine Mühe. Ich kam oben auf dem Helm an, riss mein Katana hoch und rammte es dem Steinsamuraihauptmann in den Schädel. Und noch einmal und noch einmal. Das konnte er nicht einfach so überstehen.
Als ich spürte, dass der Steinsamurai zu schwanken begann, nahm ich Anlauf und sprang auf den anderen Samurai, der ganz in der Nähe stand, über.
Laut krachend fiel der Samurai, auf dem ich eben noch gestanden hatte, tot zu Boden. Jetzt nur noch dieser Kollege und dann waren wir frei.
Doch anscheinend waren diese verdammten Steinmonster lernfähiger, als ihre kleinen Freunde, denn dieser Samurai hielt nicht so still wie der andere und ich hatte große Mühe nicht herunter zu fallen.
Da sah ich einen Felsvorsprung näher kommen. Allein hätte der Samurai gerade darunter gepasst, aber mit mir auf dem Kopf würde es mich herunter fegen. Das hieß ich musste mich beeilen!
Also verschwendete ich keine Zeit und begann auf den Kopf einzuhacken. Doch ich hatte fast zu spät damit begonnen, denn der Felsvorsprung war jetzt da.
Ich zog mein Katana ein letztes Mal aus dem Schädel, hoffte, dass es genügt hatte und erwartete den Aufprall.
Dieser kam mit einer Wucht, die ich nicht erwartet hatte. Ich fiel.
Fünf Meter können groß sein, fiel mir in diesem unpassenden Moment die Textzeile aus Onkel Wus Buch ein. Dann kam ich auf dem Boden auf.
Der Aufprall drückte mir alle Luft aus den Lungen und ich spürte einen stechenden Schmerz am Rücken und am Hinterkopf, aber es schien nichts gebrochen zu sein. Zum Glück.
Da fiel ein riesiger Schatten auf mich und ich sah auf.
Es war der Steinsamurai. Ich hatte es wohl doch noch geschaffte ihm den Gar auszumachen und er fiel. Leider fiel er direkt dort wo ich gerade lag.
Das letzte was ich sah war der Steinkoloss, der immer näher kam und das letzte was ich hörte war mein Name, den vermutlich Daith rief, dann wurde alles schwarz.
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Elementa
FantasyJeder von ihnen hat einen anderen Grund hier an diesem Wettkampf teilzunehmen: Cole - er will vor seinem Vater und dessen Erwartungen an ihn, die er nie erfüllen wird, flüchten Kai - er will endlich beweisen, dass er mehr kann, als nur klein sei...
