Auf der Ebene zwischen Leben und Tod war es still, weit und leer.
Schon seit einer Ewigkeit verweilte ich auf dem Bode, der kein Boden war, weil er nicht existierte. Eine Ewigkeit, die ich nicht abzuschätzen vermochte, an einem Ort wie diesem gab es keine Zeit.
Genau genommen existierte ich ebenfalls nicht, nicht körperlich. Ich war der Überrest meines Bewusstseins, das Pya tief, tief hinein in mich gestoßen hatte. Das letzte, an das ich mich entsinnen konnte, war ein Kampf und danach war da nur noch rot, rauschend und peitschend hatte es in mir gedröhnt. Einzig Pyas Stimme war klar und deutlich hindurchgedrungen.
Es tut mir leid, Zane.
Was tat ihr leid? Mich hinabgestoßen zu haben? Sie wird schon ihre Gründe gehabt haben, soweit kannte ich sie.
So war ich nun hier und dachte über alles nach, was passiert war, wobei ich zugegebenermaßen weniger über den dunklen Lord als viel mehr über mich sann.
Der Grund weshalb ich ein Ninja wurde war, dass ich wissen wollte wer ich war. Dem war ich bis jetzt noch keinen Schritt näher gekommen.
„Papa!"
„Zane."
Ich fuhr zusammen, auch wenn das, aufgrund der Tatsache, dass ich keinen Körper hatte, nicht möglich war, und blickte mich nach allen Seiten um.
Woher waren diese Stimmen gekommen?
„Julien, wo bleibt deine Lieferung?"
„Ich, ich bin bald so weit."
„Das will ich hoffen, denn sonst bekommst du ein verdammtes Problem."
Schon wieder! Was war das? Das konnte doch nicht etwa...
„Wie lange denn noch? Hat er denn nicht alles was er will?"
„Schatz beruhige dich, dieses eine Mal noch, dann wird er nie wieder kommen, das verspreche ich dir."
Mit einer Wucht und Intensivität, die ich nicht für möglich gehalten hätte wurde ich in die verlorenen Fragmente meiner Erinnerung geworfen.
„Papa?", vorsichtig linste ich um die Ecke. Papa saß an seinem Schreibtisch und arbeitete wieder etwas, das nur für Große war. Bei meiner Frage sah er auf.
„Zane", er nahm die Brille von der Nase. Es war eine schöne Brille, ganz silbern und glänzend. „Mein Sohn, was ist denn los?"
„Papa", sagte ich während ich auf ihn zulief und auf seinen Schoß kletterte. Da waren ganz viele Papiere auf dem Tisch. Und auf dem Papier waren ganz viele Buchstaben und Zahlen. Da ich ja schon groß war konnte ich auch lesen was da stand.
„Ge...Geheim...e Li...Lief...er...ung", entzifferte ich mühevoll, doch Papa drehte das Papier einfach um.
„Das ist nichts für dich Zane", sagte er. „Was wolltest du denn?"
Ich stemmte mich auf die Knie und kletterte auf Papas Rücken.
„Wo ist Mama?"
Ich spürte wie Papa ausatmete.
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Elementa
FantasyJeder von ihnen hat einen anderen Grund hier an diesem Wettkampf teilzunehmen: Cole - er will vor seinem Vater und dessen Erwartungen an ihn, die er nie erfüllen wird, flüchten Kai - er will endlich beweisen, dass er mehr kann, als nur klein sei...
