Ich riss meine Pistole aus dem Holster und feuerte die letzten 5 Kugeln des Magazins ab. Dort wo sie Marcus trafen löste der Magier sich in Rauch auf, sodass die Kugeln hinter ihm in der Wand einschlugen. "Ich sagte doch, dass du mich nicht verwunden kannst. Deine kleine Freundin wollte das auch nicht verstehen." Langsam stand ich auf und steckte die Pistole weg. "Was hast du mit Emilia gemacht?", fragte gefährlich leise. "Keine Sorge, ich hatte meinen Spaß mit dem widerspenstigen Rotschopf. Also zumindest bis Jack sie betäubt hat." "Aurus?", fragte in Gedanken. "Ich weiß was du denkst. Aber das Gebäude ist eh schon instabil, mich hier zu beschwören wäre riskant." Langsam kam Marcus auf mich zu. Noch mehr Rauch drang aus seinen Fingerkuppen, formte ein langes, schlankes Schwert. "Verdammt, ich brauche eine Waffe!", fuhr ich den Löwen an. "Ich wollte eigentlich warten bis du mehr weißt, aber da Du deine Schattenmagie nicht offensiv einsetzen.willst, bleibt mir wohl keine andere Wahl. Streck deine rechte Hand aus." Ich folgte seiner Anweisung und die Rune begann zu pulsieren. Flammen wirbelten um meine Hand und formten eine lange Waffe, einen über zwei Meter langen Speer. Der Schaft schien aus unnatürlich hartem, dunklen Holz zu bestehen, zum Großteil mit schwarzem Leder umwickelt, während die knapp 50 Zentimeter lange Klinge in reinem Gold erstrahlte. Kleine Flammen züngelten über die Klinge. "Komm schon Marcus, lass es uns beenden.", knurrte ich und hob den Speer. Marcus schoss auf mich zu und schwang seine Waffe. Mit dem stumpfen Ende des Speer schlug ich zu, ließ die Waffe wirbeln und stach zu. Der Magier wich elegant aus und konterte mit einem kurzen, kräftigen Hieb. Im letzten Moment riss meinen rechten Arm hoch und blockte den Schlag. Die Klinge grub sich in das stabile Karbon und zerstörte die Winde. Wütend riss ich den Armschützer ab und stach nach dem Magier. Marcus' Hals löste sich in Rauch auf, dann trat er mir gegen die Brust. Ich rollte mich nach hinten ab und schnellte hoch, die Speerspitze auf den Typhokinetiker gerichtet. "Aurus, was hat dieser Zahnstocher so drauf?" "Dieser 'Zahnstocher',", kam die empörte Antwort, "gehört zu den den mächtigsten Waffen aller Zeiten, er ist mächtiger als die Klinge eines Engels. Ich bin Aurus, der Flammenkaiser, dessen Feuer eines Tages die Welt verschlingen wird. Und dieser Speer ist in der Lage einen Teil meiner Fähigkeiten zu nutzen. Er wurde vor vielen Jahrtausenden geschmiedet, als das Geschlecht der Menschen noch jung war. Er ist mächtig, sofern du die nötige Willenkraft besitzt." Der Zahnstocher der Zerstörung. Ich hätte es schlechter treffen können. Kaum konzentrierte ich mich auf die Klinge wurden die Flammen intensiver. "Mal sehen, wie du hiermit klar kommst.", sagte ich mit einem wölfischen Grinsen, als ein gewaltiger Feuerstrahl auf den Magier zuschoss. Marcus sprang beiseite und verwandelte sich in Rauch, das Feuer kokelte gerade mal seine Hose an. Er flog auf mich zu, verwandelte sich direkt vor mir zurück und stach nach meiner Brust. Verdutzt sah er nach unten. "Was zur....?!", zischte er mit gerunzelter Stirn. "Tja.", erwiderte ich. "Du verwandelst dich in Rauch, ich hingegen bin immun gegen deine Angriffe." Ich nutzte seine Ablenkung, setze einhändig einen Armhebel an, der den Magier ziemlich unsanft zu Boden beförderte. Kaum lag er am Boden löste er sich wieder auf. Er schwebte vor mir, dünne Schwanden schossen auf mich zu, drangen mir in Mund und Nase, raubten mir den Atem. Immer wieder nahm Marcus kurz feste Gestalt an um mich mit Schlägen zu traktieren. Und meine Waffe war zu lang um auf diese kurze Distanz nützlich zu sein. Kaum hatte ich den Gedanken beendet fing der Schaft an zu schrumpfen, bis er etwa halb so lang war wie die Klinge. Aurus hatte etwas über die Macht des Speers gesagt. Das war vermutlich meine einzige Chance. Ich packte meine Waffe mit beiden, Händen und sank auf ein Knie. Mit aller Kraft rammte ich die Klinge in den Boden. Die Rune erschien im Beton, fast drei Meter im Durchmesser, mit der Speerspitze als Mittelpunkt. Mannshohe Flammen loderten auf, schlossen uns ein. "Was hast Du vor, Partner?", fragte Aurus. "Du sagtest, dass die Macht der Speers an meine Willenskraft gebunden sei." Ich konzentriere mich auf die Flammen, setzte sie in Bewegung. Immer schneller drehten sich die Flammen, formten eine Kuppel die uns einschloss. Der heiße Wind zerrte an meiner Kleidung. Die Rauchwolke ballte sich zusammen und einen Augenblick später sank Marcus schwer atmend auf die Knie. "Was zur Hölle ist das?", fragte er keuchend. Ich riss den Speer, beziehungsweise den überlangen Dolch aus dem Boden, stürzte vor und drückte den Magier zu Boden, die Klinge an seine Kehle gedrückt. "Du hast deine Fähigkeiten noch nicht lange, oder? Die Schwachstelle von Typhokinetikern, also Magiern die Rauch kontrollieren, ist Wind. Also habe ich für Wind gesorgt." Ich wollte gerade zustechen, als ein Schrei an meine Ohren drang. "NATH! NICHT!" Als ich hochsah erblickte ich Emilia. Sofort ließ ich die Flammen ersterben. Marcus stieß mich sofort von sich, und floh ein paar Meter. Ich rannte auf Emilia zu und schloss sie in die Arme. Merkwürdigerweise spürte den Hauch einer dämonischen Aura, dann erschien Jack neben Marcus. Das musste von ihm ausgegangen sein. "Ich bin so unglaublich froh, dass es dir gut geht.", flüsterte ich. Eindringlich sah sie mich an. "Ich auch. Aber tu den beiden nichts. Sie sind nicht unsere Feinde, um genau zu sein stehen wir sogar auf der gleichen Seite."
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Rogue Hero
Fantasía"Jedes Land hat so seine Legenden. In jedem Landstrich hatten die einfachen Leute vor etwas anderem Angst. So entstanden Märchen und Legenden über die verschiedensten Wesen. Vampire, Werwölfe, Elfen, Riesen, Kobolde und so weiter. Du kennst diese Ge...
