Ehrlichstett, Juli 2015

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Sie sitzen vor dem Büro von Amtsleiter Udo Gammelhieb und schweigen. Corinne und Gerhard sind trüber Stimmung.


Der tägliche Ablauf im Schloss wird jeden Tag schwieriger. Nachdem Corinnes Dienstaufsichtsbeschwerde vom Landrat zurückgewiesen wurde, hat das Umweltamt seine ganze Macht gezeigt. Der Misthaufen war nun bereits das zweite Mal umgesetzt worden. Einmal musste er komplett geräumt werden und ein neuer Platz wurde gesucht, der den Vorgaben des Amtes entspreche. Dieser war sofort durch den Grafen oder seinen neuen Adlatus, diesen Bonsayh gemeldet worden, eine Amtsbesichtigung, und, schon wieder nicht genehm. Nun war ein dritter Aufbewahrungsort für den Pferdemist gemeinsam vom zwei Damen vom Amt und Gerhard ausgewählt worden, derselbe Weg,  Anzeige durch den Grafen und seinen Bonsayh und ein weiteres Verbot, diesmal verbunden mit einer saftigen Geldstrafe.

Es war zum wahnsinnig werden.

Und sie waren wütend, sehr wütend.

Der Bauschutt war noch immer im Teich. Sämtliche Wasserpflanzen waren eingegangen oder unter Bauschutt verschwunden. Die Sommerhitze brachte das Wasser zum Glühen und durch den niedrigen Wasserspiegel hatten sich grünlicher Schlick und Algen gebildet, die den zuvor klaren Teich langsam in einen brackigen, übelriechenden Tümpel verwandelten. Erste tote Fische schwammen mit dem Bauch nach oben in der Brühe und werden vom Renfeld eilfertig entsorgt.

E swar eine solche Ungerechtigkeit.

Muss denn ein Umweltamt nicht auf solche Missstände sehen?

Wieso waren Sie ständig in der Schusslinie?

Warum hatten die die Macht und die Zeit und die Lust sich mit solchen Lappalien, wie einem Misthaufen aufzuhalten, wenn direkt daneben derartige Umweltverschmutzung, Umweltvernichtung stattfand?


Die Tür des Büros öffnet sich.

Im Rahmen steht nun ein Mann in mittleren Jahren, der sie mit traurigem Dackelblick ansieht:
„Frau Haalswor und Herr Schneider?" Sein Dackelblick sieht sie fragend an.

Gerhard nickt.

„Ich muss Sie leider enttäuschen. Herr Gammelhieb kann die Verabredung nicht einhalten. Er musste zu einem wichtigen Außentermin. Sie müssen also mit mir vorliebnehmen." Sein Blick bittet um Verzeihung und sein Kopf ist bereits schützend zwischen die Schultern gezogen, als er Corinnes Augen wütend blitzen sieht.

„Das ist nicht wahr, oder..." setzt sie an, wird aber von Gerhard unterbrochen:

"Reg dich nicht auf. Er kann doch auch nichts dafür. Lass uns denTermin jetzt so wahrnehmen, mal sehen, was wir erreichen können." Er legt ihr beruhigend den Arm auf die Schulter, als sie aufstehen und den Büroraum hinter dem Dackelblick betreten.

Dackelblick setzt sich hinter den Schreibtisch und die beiden nehmen davor Platz.

„Mein Name ist Setzer. Ich bearbeite hier auch Müll und Entsorgung, bin also wahrscheinlich ohnehin ihr Ansprechpartner" Er redet mit seiner Schreibtischunterlage, den Blick gesenkt und mit leiser Stimme.

Corinne holt schon Luft, wird aber wieder von Gerhard unterbrochen, der das Wort ergreift:
„Ja, Herr Setzer, Sie sind sicher informiert, warum wir hier sind."


Dackelblick nickt: „Es sind eine Menge Anzeigen eingegangen," murmelt er.„Sie verklappen überall ihren Pferdemist"


Corinne macht eine jähe Bewegung, aber Gerhard stoppt sie erneut:
„Darüber hätten wir gerne Auskunft. Wer zeigt uns an und wie sind die Sachverhalte geschildert?"

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