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Michelle und Addison waren bei der Polizei und zu Violet ging Michelle auch immer noch regelmäßig. Soweit ging es ihr okay, sie kam mit der Gesamtsituation gut klar. Gerade hatte Michelle einen Termin bei Addison. "Wie geht es dir?", fragte Addison. "Ist die Übelkeit und das Erbrechen besser geworden?", Addison sah Michelle ernst an. "Im Gegenteil.", gab Michelle zu. "Du müsstest langsam mal zunehmen", merkte Addison besorgt an. "Ich schreibe dich erstmal ne Woche krank. Du fährst nach Hause und legst dich hin. Ich komme täglich und du bekommst täglich eine Infusion. Aber wenn es nicht besser wird, müssen wir leider über einen Abbruch nachdenken.", sagte Addison. Michelles Augen füllten sich mit Tränen. "Nein", sagte sie leise. "Süße, das wird mir zu gefährlich. Wir versuchen es über die Infusionen, aber wenn es danach nicht deutlich besser ist, beenden wir die Schwangerschaft. Ich will nur das beste für dich", erklärte Addison. Michelle stand auf, ohne ein weiteres Wort verließ sie die Praxis und fuhr nach Hause.  Amelia hatte frei und saß im Wohnzimmer. Michelle ging direkt nach oben ins Badezimmer, wo sie sich wieder übergeben musste. Amelia hörte das und ging langsam die Treppe rauf und zu ihrer Nichte. "Hey süße", sie hockte sich zu ihr. "Mom hat gesagt, wenn das nicht besser wird, muss sie einen Abbruch machen", Michelle weinte. "Ist ja gut, komm her", Amelia zog Michelle in ihren Arm. "Sie will nur das beste für dich. Sie liebt dich, Michelle und sie will nicht, dass sie dich verliert.", sagte Amelia sanft. "Ich weiß", Michelle legte ihren Kopf gegen Amelias Oberkörper, diese legte ihre Hände um ihre Nichte. "Ich weiß, wie das ist", sagte Amelia leise. "Das ist einfach scheiße schwer und verdammt unfair", sagte sie. Michelle richtete sich auf und sah ihrer Tante in die Augen. "Mein Sohn hatte kein Gehirn. Ich bin Neurochirurgin und habe ein Kind ohne Gehirn geboren. Ich hab seine Organe gespendet und er hat vielen Babys das Leben gerettet.", sagte Amelia. Michelle war sprachlos, sie sah ihre Tante einfach nur an. "Das tut mir leid", sagte Michelle dann leise. "Ist schon gut. Was ich weiß ist, dass Addison für dich und das Baby kämpfen wird und jede noch so kleine Möglichkeit ausschöpfen wird, dass die Schwangerschaft erhalten bleiben kann. Addison hätte das nicht gesagt, wenn es einen anderen Weg geben könnte. Aber wie das läuft ist einfach nicht gesund. Nicht für das Baby und nicht für dich", sagte Amelia. Michelle nickte, erschöpft vom ständigen Erbrechen. "Ich will mich hinlegen", sie stand langsam, zitternd auf. Ihrem Körper fehlen wichtige Stoffe, wodurch ihr Kreislauf etwas verrückt spielt. Amelia begleitete Michelle in ihr Schlafzimmer und wollte gerade wieder gehen. "Amelia?", Michelle sah ihre Tante an, die sich umdrehte. "Kannst du.... kannst du mich einen Moment festhalten? Ich will gerade nicht alleine sein", fragte Michelle. "Klar .. sollen wir uns einen Film an machen?", fragte Amelia einfühlsam. Michelle nickte, Amelia machte den Fernseher an und gemeinsam suchten die beiden sich einen Film raus. Michelle legte sich in den Arm ihrer Tante, sie fühlte sich sicher und geborgen. Erschöpft schlief sie irgendwann ein. Amelia blieb einfach bei ihr liegen und war für sie da. Am Abend kam Addison, Michelle war Wach und saß mit Amelia im Bett, die beiden hatten essen bestellt und aktuell machte es den Anschein, als würde dieses bei Michelle auch endlich drin bleiben. "Hey ihr zwei", Addison kam in den Raum. "Tag 1", sie holte einen Infusionsbeutel raus, legte Michelle einen Zugang und schloss die Infusion an. "Eine Woche jeden Tag. Den Zugang lassen wir natürlich einfache drin, ich bin ja froh, dass ich bei dir noch eine nicht vernarbte stelle finde", meinte Addison. Michelle nickte. "Willst du was essen?", fragte sie. Addison war angespannt, das merkte man. "Ich weiß, dass du nur mein bestes willst, Mom. Es ist okay und das ist nicht immer leicht. Aber wir kriegen das schon hin, egal, was kommt. Setz dich zu uns und iss mit uns", Michelle klopfte auf die Stelle neben sich. Ihr Bett war riesig und es war locker noch Platz, dass Addison sich dazu setzen konnte, diese nickte und setzte sich zwischen Amelia und Michelle.

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