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Michelles Zustand verschlechterte sich. Sie war viel am schlafen, in ihren ganzen Körper waren Wassereinlagerungen, die dazu auch noch schmerzten. "Wie lang noch?", Michelle war wach, Addison war bei ihr und hielt ihre Hand. "Im besten Fall drei Wochen", sagte Addison sanft, sie kraulte durch Michelles Haar. "Das schaffe ich", sagte diese schwach. "Bestimmt", Addisons Stimme war sanft und fürsorglich. "Ich kenne niemand stärkeren, als dich", sagte sie dann. Michelle lächelte müde. "Schlaf, mein Schatz, das ist okay", Addison kraulte weiter durch Michelles Haar, während diese einschlief. In der Mittagspause klopfte es und Jake kam leise rein. Er küsste Addison sanft und setzte sich dann neben seine Frau. Jake legte seine Hand auf Addisons Oberschenkel, diese sah ihn an und lehnte sich dann gegen seinen Oberkörper. Jake küsste sanft Addisons Scheitel. "Wie geht es ihr?", fragte Jake leise. "Sie schlägt sich tapfer. Ihr muss es beschissen gehen. Schau sie an... aber sie beschwert sich nicht, sie sagt nichts von Schmerzen oder Unwohlsein. Ich habe nie jemanden in ihrer Situation so stark erlebt.", sagte Addison ehrlich. "Ganz die Mama, hm", Jake lächelte. "Die Stärke hat sie von dir", ergänzte er. Addison richtete sich auf und sah Jake in die Augen.
Plötzlich fing Michelle an zu krampfen. Addison reagierte sofort: "halt ihren Kopf!", sagte sie zu Jake und rannte zu einem Schrank, wo sie eine Spritze aufzog und sofort wieder zu Michelle rannte, die sich danach nach und nach wieder entspannte. Addisons Herz raste, als Michelles Arzt ins Zimmer kam, sie zitterte am ganzen Körper und klammerte sich regelrecht an Jake. "Dr. Voss?", ihr Arzt sprach Michelle an, die irgendwann die Augen öffnete. Addison atmete erleichtert aus und ihre Augen füllten sich mit Tränen.  "Mom", fragte Michelle ängstlich. "Was ist... passiert?", ergänzte sie. "Du hattest einen Krampfanfall", antwortete Addison mit brüchiger Stimme. "Hm", machte Michelle müde. "Ist okay, mein Schatz. Schlaf ruhig", Addison legte sanft ihre Hand an Michelles Wange, als die Türe aufging und Charlotte reingestürmt kam. "Gehts ihr gut?", fragte sie sofort. "Erstmal ja", antwortete Addison leise. Charlotte stand hinter Addison und legte ihre Hände auf Addisons Schultern. "Wir kriegen das hin. Wir alle zusammen, sie wird das schaffen, Addie", sagte sie sanft. Addison nickte, sie legte eine Hand auf Charlottes Hand, die immer noch auf ihrer Schulter lag. "Danke Charlotte", sagte sie. "Wir machen uns alle Sorgen, Addie. Und wenn du ein paar Tage frei nehmen willst, dann mach das. Wir bekommen das in der Praxis schon alles hin. Und ich werde hier auch eine Zeit ohne dich überstehen", sagte Charlotte einfühlsam. "Ich weiß, aber ... ich hab morgen diese große OP... das Baby würde ohne mich nicht überleben. Michelle würde auch nicht wollen, dass ich hier nur rumhänge", Addison lächelte gezwungen. "Okay. Überleg's dir. Wir haben alle Verständnis dafür", Charlotte klopfte kurz auf Addisons Schulter und ging dann wieder raus.
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Es war nachts, als Addisons Handy klingelte. Müde öffnete sie die Augen, Jake brummte vor sich hin. "Was? Schon wieder? Wie... wie ist ihr Zustand?", fragte Addison nervös. Sie war sofort hellwach und saß aufrecht im Bett. Jake setzte sich auch auf und sah seine Frau besorgt an. "Ich komme jetzt", sagte Addison leise. "Das ist mir egal, dass keine Besuchszeit ist", Addison legte auf. Ihr Herz raste, sie wurde unruhig und zitterte. "Schatz, was ist? Ist was mit Michelle?", fragte Jake. "Als wir weg waren hat sie angefangen komisches Zeug zu reden. Sie war verwirrt.... das ging bis gerade so. Sie hatte noch einen Krampfanfall... sie liegt im Koma, Jake", Addison weinte bitterlich. "Komm her, Sch", Jake zog Addison in seinen Arm, auch er machte sich sorgen, das ist klar, war Michelle doch mittlerweile auch für ihn wie seine eigene Tochter. "Komm, ich fahre dich. Du kannst so nicht fahren", sagte Jake und stand auf, um sich anzuziehen. Es war 3 Uhr in der Nacht, als Addison das Zimmer ihrer Tochter betrat. Amelia war da, sie hatte Nachtschicht. "Addie", Amelia stand auf und ging auf Addison zu, diese sah, dass auch Amelia geweint haben musste. Die beiden Frauen lagen sich einige Sekunden im Arm, ehe Addison sich zu Michelle setzte und nach der Hand ihrer Tochter griff. Ihr Blick schweifte über die Bildschirme und was sonst ihr täglich Brot war, war heute eine eine wirre Reihe von zahlen, werten und Kurven. Addison war nervös, eigentlich konnte sie mit einem Blick alles deuten, doch gerade passierte gar nichts. Sie starrte vor sich hin und ihre Gedanken waren einfach leer. Addison merkte nicht, wie lang das so ging, irgendwann war alles einfach wieder da. Sie wusste ohne drüber nachzudenken, was die Werte bedeuteten und wie der Zustand ihrer Tochter und Enkeltochter war. "Das ist nicht gut. Ruft Dr. Philips ... er soll die kleine holen", sagte Addison. "Was ist los?", fragte Jake sofort. "Die Werte sind nicht gut. Wenn wir die kleine nicht holen, sterben beide in den nächsten Stunden."

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