Es soll nicht anders sein

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Als Finja wieder kam, setzte sie sich wieder neben mich, jedoch mit etwas Abstand. Ich zog ihren Stuhl also dichter zu mir und legte meinen Arm um sie. „Alles gut?" flüsterte ich ihr ins Ohr und streichelte ihr sanft über die Schulter. „Weiß nicht, ist es das?" Ich guckte sie nur an und wusste nicht was ich sagen sollte. Wir hatten uns versöhnt...aber das wieder alles gut war, das konnte man ja jetzt auch noch nicht sagen. Trotzdem war ich gerade glücklich, also...war die Antwort auf ihre Frage doch „Ja" ,oder? Wie meinte sie das denn jetzt? „Finja..." Sie schüttelte nur den Kopf und stand dann auf. Ich ging, unter den neugierigen Blicken meiner Familie, natürlich sofort hinterher. „Samu...blieb hier." kam es dann jedoch von Sanna. „Aber..." „Gib ihr ein paar Minuten, das ist ja jetzt doch ganz schön viel auf einmal." antwortete sie mir daraufhin. Damit hatte sie ja auch recht, für mich war die Situation auch ziemlich komisch gewesen, aber ich dachte eigentlich, dass wir den restlichen Abend jetzt genießen konnten und wir dann morgen nochmal ausführlich über alles reden könnten. „Na gut..." sagte ich und setzte mich dann zu Leevi und meinem Vater, die noch am Lego spielen waren. „Wo ist Mama?" „Kommt gleich wieder Spatz." wich ich der Frage etwas aus und streichelte ihm dabei über die Wange.
„Ok." antwortete er mir und war damit wohl auch zufrieden. Er war gerade eh abgelenkt vom neuen Spielzeug.
Als Finja nach einer viertel Stunde aber immer noch nicht wieder da war, ließ es mir doch keine Ruhe und ich musste einfach nach ihr gucken gehen. „Finja? Bist du hier drinnen?" fragte ich durch die Badezimmertür und drückte die Klinke runter als ich keine Antwort bekam. „Hey...Warum bist du gegangen?" fragte ich sie ruhig und hockte mich zu ihr. „Ich musste mich einfach kurz sammeln...Wie mich gerade alle angeguckt haben...Und wie wir dann da saßen...Keine Ahnung, das ist komisch oder? Es war mir irgendwie unangenehm..." sagte sie verlegen zu mir.
„Das verstehe ich...Hätte ich es nicht gleich sagen sollen? War das blöd von mir?" fragte ich sie und legte dabei meine Hand auf ihren Oberschenkel. „Nein...Ist schon okay...Es ist nur...Ich weiß nicht, was deine Familie jetzt denkt...Ich fühle mich gar nicht mehr willkommen hier..." „Ich hab gerade noch kurz mit meiner Mutter geredet und sie akzeptiert das, und auch die anderen freuen sich, ehrlich. Auch wenn sie etwas verwirrt sind. Du brauchst dich nicht unwohl zu fühlen." sagte ich zu ihr und legte meine Lippen dann vorsichtig auf ihre. Sie erwiderte den Kuss und krabbelte dabei auf meinen Schoß. „Ich liebe dich Samu." „Ich liebe dich auch. Entspann dich ein bisschen..." nuschelte ich an ihre Lippen und küsste sie erneut.
„Wollen wir wieder rein?" fragte ich sie etwas später, woraufhin sie nickte, wenn auch nur zaghaft. Der restliche Abend verlief dann auch deutlich besser. Die Anspannung war nicht mehr so zu spüren und wir genossen den Abend einfach alles zusammen. Es war klar, dass Finja und ich zuhause nochmal in Ruhe reden mussten, aber für mehr war bei meiner Mutter einfach nicht Zeit gewesen. Es war schließlich Heiligabend. Trotzdem war ich froh meine Frau wieder bei mir zu haben, auch wenn die Umstände alles andere als schön waren. Ich hoffe wir würden das zusammen einfach wieder hinbekommen und es würde uns beiden dann psychisch auch wieder besser gehen. Aber ich glaubte fest daran.

„Kommst du mit nachhause oder soll ich dich noch bei Sami und Anna rumfahren?" fragte ich Finja's als wir wieder in unserem Wohnort angekommen waren. Mia und Leevi schliefen schon die ganze Fahrt und auch Finja war fast am wegdösen. „Was ist dir lieber?"
„Hey, pass auf. Ich hab dir verziehen, du musst aufhören dich schuldig zu fühlen. Es geht nicht nur um das was ich will und du musst mir auch in Zukunft nicht alles recht machen, nur weil du denkst, dass du das musst. Wir lassen die Vergangenheit hinter uns. Mach dich jetzt bitte nicht so klein vor mir, das bist nicht du."
antwortete ich ihr. „Du hast ja Recht...Soll ich dir sagen wonach ich mich gerade am meisten sehne?" „Unbedingt." schmunzelte ich.
„Ich möchte noch ganz lange mit dir kuscheln, ganz ohne Worte und einfach deine Nähe spüren. Und dann irgendwann in deinen Armen einschlafen, während du mir über den Kopf streichelst...das habe ich vermisst..."
Das war die Finja, die ich kannte. Ich musste grinsen und war einfach nur glücklich über ihre Worte. „Genau das möchte ich auch..." antwortete ich ihr und steuerte unser Zuhause an. Dort angekommen brachten wir die Kinder erstmal ins Bett. Mia wachte dabei nicht mehr auf und Leevi öffnete nur noch kurz seine Augen als er im Bett lag. „Wir sind zuhause, du kannst deine Augen wieder schließen Großer." sagte ich zu ihm, woraufhin er nickte und sich in sein Kissen kuschelte. „Schlaf schön und träum was schönes." flüsterte ich noch und ging dann ins Schlafzimmer, wo sich Finja gerade aus ihrem Kleid schälte. „Kann ich ein T-Shirt von dir?" fragte sie mich, nachdem sie auch ihren Bh ausgezogen hatte. „Das brauchst du gar nicht zu fragen, hast du vorher auch nicht." antwortete ich ihr lächelnd und zog sie in meine Arme. „Es soll nichts anders sein als vorher, okay?" Sie nickte und küsste mich dann sanft, bevor sie sich ihr Lieblingsshirt von mir schnappte und ich mich ebenfalls von den unbequemen Klamotten befreite.
Nachdem wir dann noch im Bad waren, machten wir es uns dann auch im Bett gemütlich. Es war ein unglaublich schönes Gefühl hier nicht mehr alleine zu liegen. Endlich war Finja's Seite nicht mehr leer...
Ich krabbelte mit unter ihre Decke und zog sie ganz dicht zu mir. Wir lächelten einander an und dann legte sie ihren Kopf auf meiner Brust ab und streichelte mir ruhig über meinen Bauch, während meine Hand in ihre Haare wanderten um sie zu kraulen. Wir redeten kein Wort mehr miteinander, wir genossen einfach nur noch. Es war einfach nicht nötig zu reden. Bestimmt eine Stunde lagen wir noch kuschelnd im Bett, bis Finja langsam die Augen zufielen und ich dann auch bald in einen, seit langen mal wieder, ruhigen Schlaf fiel.

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