Alles wird gut

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Am nächsten Morgen war ich dann vor meiner Frau wach und ließ sie auch liegen. Sie konnte den Schlaf, glaube ich, ganz gut gebrauchen.
Ich kümmerte mich also um die beiden Kleinen und frühstückte auch schon mit ihnen.
Finja kam so gegen 10 runter, als wir gerade mit Lego spielten. Sie hatte noch den Verband um ihren Armen und als Leevi das sah, riss er sofort ganz schockiert seine Augen auf. „Was hast du da? Wehgetan?" fragte er sie und rannte direkt zu ihr. Ich merkte ja, dass Finja gerade total unsicher und überfordert war, weswegen ich eingriff. „Mama hat sich verletzt Spatz und deswegen muss da jetzt erstmal ein Verband rum. Aber das ist nicht schlimm, mach dir keine Sorgen. Mama geht's gut."
sagte ich zu ihm, weil ich sah, dass er schon Tränen in den Augen hatte. „Ja?" „Ja, mir geht's gut mein Schatz." sagte sie dann und hockte sich zu uns. „Trotzdem arme Mama." antwortete er ihr und umarmte sie. Ich sah wie glasig ihre Augen dabei wurden und streichelte ihr sanft durch die Haare. „Tut weh?" „Ein bisschen, aber das ist nicht schlimm." „Ok." murmelte Leevi leise und kuschelte sie noch mehr an sie. „Willst du mir nicht lieber zeigen was du schönes mit Papa und Mia gebaut hast?" Darauf ging er dann auch sofort ein und fing an zu grinsen. „Ja, guck mal! Das ist unser Haus und der Garten...Und das bist du und Papa und Mia und ich." redete er begeistert los und zeigte auf die Figuren, die vor unserem , aus Lego Duplo bestehenden, Haus standen.
„Oh wie schön. Das habt ihr aber toll gemacht."
„Papa und du küssen, guck." sagte er dann, was uns zum Lachen brachte. Finja gab ihm lächelnd einen Kuss auf die Stirn und guckte dann wieder unsicher zu mir. Wir mussten auf jeden Fall nochmal reden. „Maaa." meldete sich dann auch Mia zu Wort, die auch zu ihrer Mama wollte und ihre Arme nach ihr ausstreckte. „Ich bin bei Mama!" kam es daraufhin laut von Leevi. Man merkte total wie er Finja vermisst hatte...Und dass ihn das auch ziemlich geprägt hatte. „Aber Mia möchte doch auch mal zu Mama, Leevi." „Nein!" „Ihr könnt doch beide auf meinen Schoß kommen." sagte Finja dann, womit sich der Kleine aber auch nur ungerne zufrieden gab.
Die Stimmung blieb dementsprechend auch angespannt. Beim Mittagessen später gab es dann auch nur Gezicke und ich war froh, als die Kinder dann ihren Mittagsschlaf machten.
Ich schmiss mich erstmal auf's Sofa und musste erstmal durchatmen. Als Finja sich dann zu mir setzte, streichelte ich ihr ruhig über den Arm mit dem Verband und schaute ihr ins Gesicht. Sie sah angespannt aus und zog ihren Arm dann auch relativ schnell weg, woraufhin ich sie fragend anguckte. „Mir ist das unangenehm Samu..." „Muss es aber nicht. Bitte schäm dich nicht dafür, du hattest einen schwachen Moment. Auch du darfst Schwäche zeigen Engel...Das war nicht schön und schon gar nicht eine Lösung, aber ich möchte nicht, dass du dich selbst dafür verurteilst, das tue ich ja auch nicht. Du musst nur mit mir reden, das habe ich dir schon erzählt. Wenn dich was bedrückt, dann komm gleich zu mir und friss es nicht in dich hinein. Das klappt sonst nicht."
„Ich weiß...Gerade vor den Kindern...Das fühlte sich total schrecklich an als Leevi nachgefragt hat. Sie sollen das doch gar nicht sehen." sagte sie und schmiegte sich an mich. „Du wirst es nicht lange verheimlichen können...Das bleiben Narben an deinem Arm, so tief wie die Wunden sind." antwortete ich ihr ehrlich. „Weißt du was so unverantwortlich und egoistisch von mir war? Dass ich dabei gar nicht an unsere Kinder gedacht habe und was das für folgen hat..." sagte sie fast schon hilflos und krallte sich fester an mich. „Hör bitte auf. Das war nicht egoistisch...Es ist ganz normal, dass du in so einem Moment an nichts anders denkst und alles andere Komplett ausgeblendet ist." sagte ich und streichelte ihr dabei über den Rücken. „Aber jetzt gucken wir nach vorne." fügte ich noch hinzu, als sie mir nicht antwortete. „Ja...Du bist der tollste Mensch, den es gibt, ist dir das eigentlich bewusst? Du bist mein größtes Glück..." Ich fing an zu lächeln und küsste sie dann sanft. „Genau dasselbe könnte ich über dich sagen...Ich liebe dich Engel." „Ich liebe dich auch mein Schatz."
antwortete sie mir und kuschelte sich dabei dicht an mich. „Alles wird gut Süße. Und glaub mir, in 50 Jahren werden wir hier immer noch zusammen auf dem Sofa liegen, unsere Kinder werden eigene Kinder bekommen haben, werden ihre eigenen Leben führen und wir werden die besten Oma und Opa der Welt sein." sagte ich, was meine Frau dann wirklich ein fettes grinsen entlockte. „Sehe ich dich da etwa grinsen?" „Ja...Die Vorstellung gefällt mir." antwortete sie mir und küsste mich voller Liebe. „Dann bin ich schon über 90, aber weißt du was? Davor habe ich überhaupt keine Angst mit dir und unserer Familie an meiner Seite. Ich freue mich einfach auf alles was noch auf uns zukommt in der Zukunft." Ich liebte diese Frau über alles und irgendwie war in diesem Moment auch alles negative was passiert war zwischen uns wie vergessen. „Du bist so süß...Ich freue mich auch auf alles was noch kommt. Aber ich weiß, dass ich mit dir zusammen alles schaffe und das gibt mir so verdammt viel Halt." Erneut verloren wir uns in unserem Kuss und ich war total erleichtert, dass ich es geschafft hatte, dass es ihr jetzt schon wieder ein bisschen besser ging und sie positiv in die Zukunft schaute.

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