Finja:
Hach, wie schön war es endlich wieder im eigenen Bett neben Samu aufzuwachen. Diese Krankenhausbetten waren einfach schrecklich gewesen. Samu und ich hatten die ganze Nacht eng aneinander geschmiegt geschlafen und wollten uns gar nicht mehr loslassen. Da ich aber noch duschen wollte, standen wir doch auf,bevor Leevi noch aufwachte. Samu musste nämlich mitkommen, falls mich meine Beine nicht lange genug alleine halten würden. Mir fiel auf, dass Samu zwar schon wieder ein bisschen zugenommen hatte, aber immer noch zu dünn war. Von seinem eher muskulösem Körperbau war auch nicht mehr viel zu erkennen. Ihn hatte diese ganze Zeit so belastet, dass er einfach nichts mehr gegessen hatte.
Das musste ich auf jeden Fall ganz schnell wieder ändern. „Was ist?" fragte er mich, als er bemerkte, dass ich ihn so anstarrte.
„Du musst mehr essen Baby." „Mache ich jetzt auch wieder." antwortete er gleich und gab mir einen Kuss. „Gut..." „Findest du mich so nicht mehr attraktiv?" Er fragte das wie ein kleiner Schuljunge, was mich schmunzeln ließ. „Rede keinen Quatsch. Für mich bist du immer der schönste Mann den es gibt. Mir geht's nur um deine Gesundheit." Grinsend beugte er sich wieder zu mir herunter und küsste mich nochmal, dieses Mal jedoch viel intensiver.
Unsere Hände gingen wieder auf Wanderschaft, sodass ich es lieber abbrach, bevor wir uns nicht mehr beherrschen konnten. Leevi konnte nämlich jede Sekunde aufwachen und ich wollte ihn ein bisschen ärgern. „Lass uns raus, aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben."sagte ich lachend um auf die Situation gestern Abend anzuspielen.
„Ist das jetzt deine Rache für gestern?" fragte Samu und seufzte.„Vielleicht ein bisschen, Strafe muss sein, aber Leevi wacht bestimmt eh gleich auf, da können wir hier nicht solche Dinge veranstalten." Gespielt beleidigt zog er eine Schnute, nahm es aber so hin. Er hatte es nicht anders verdient. Ich musste mich so langsam aber sowieso mal hinsetzen, ich spürte schon wie meine Beine immer schwacher wurden. Ich hielt mich noch ein bisschen fester an Samu fest, woraufhin er gleich besorgt wurde. „Are you okay?" „Meine Beine sacken glaube ich gleich zusammen." sagte ich jetzt schon etwas hilflos, weshalb er mich sofort hochhob.
Kurz setzte er mich auf dem Waschbecken ab, um mir ein Handtuch umzubinden und trug mich dann weiter auf das Bett. Gerade in dem Moment hörte man auch schon die ersten Geräusche aus Leevi's Zimmer. Mein Mann machte sich gleich auf den Weg zu ihm und holte ihn zu uns ins Schlafzimmer. „Guten Morgen mein Süßer." Sofort hatte ich meine Arme um ihn gelegt und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Da Leevi's Magen richtig knurrte, liefen wir langsam nach unten in die Küche um zu frühstücken. Der Kleine versuchte sogar schon teilweise alleine zu essen, wobei er sich dann total einsaute, aber das war nicht schlimm. Er musste es ja schließlich lernen.
Nachdem wir dann gegessen hatten, klingelte es an der Tür, die Samu auch gleich öffnete. Ich hörte nur leise zwei Stimmen und fragte mich wer das jetzt schon sein könnte. Als meine beste Freundin dann mit Sami erschien war ich einfach nur überrascht und verdammt glücklich. Wir hatten uns ewig nicht gesehen. Erst jetzt fiel mir wieder ein, dass sie ja jetzt hier her gezogen war. „Anna!!" rief ich und lief so schnell, wie es möglich war, zu ihr um ihr freudig in die Arme zu fallen. „Ich habe dich so vermisst." kam es von ihr, während sie noch immer fester drückte. „Ich kann's gar nicht glauben, endlich bist du auch hier." „Jaa, endlich wieder vereint." Es tat so gut, zu wissen, dass wir jetzt nicht mehr so weit voneinander getrennt waren. Sie hatte mir hier wirklich gefehlt.
„Wie lange bist du schon hier?" „Erst seit gestern, aber ich musste heute sofort zu dir. Leevi ist ja groß geworden, mein Gott." Ohja, da hatte sie Recht, ich hatte ihr zwar vor dem Unfall immer mal wieder Bilder geschickt, aber das war jetzt ja auch schon ein halbes Jahr her. „Unglaublich oder?" „Ja! Wie geht's dir Finja?"
„Gut, meine Beine machen noch ein paar Probleme, aber ansonsten bin ich so langsam wieder fit." „Zum Glück, ich habe mir solche Sorgen gemacht." Ich wechselte schnell das Thema, denn ich wollte wirklich nicht mehr über das Vergangene reden. „Und wie gefällt dir die finnische Kälte?" fragte ich ein wenig lachend. Wir hatten mittlerweile schon Oktober und es war schon ordentlich kalt geworden hier im hohen Norden. „Naja, du kennst mich. Mich hätte es auch nicht gestört, wenn Sami Spanier gewesen wäre und ich jetzt im Süden leben würde." antwortete mir Anna ebenfalls lachend.
Im Gegensatz zu mir war sie schon immer eher der Sommer-Typ gewesen. Mich störte die Kälte nicht und ich mochte es sogar lieber etwas kühler als zu heiß. „Dann würden wir jetzt aber nicht in einer Stadt wohnen." „Da hast du Recht, jetzt können wir wenigstens zusammen Finnisch lernen." Darüber freute ich mich auch echt, alleine brachte es mich manchmal wirklich an den Rand der Verzweiflung, obwohl Samu sein bestes gab um mir zu helfen. Und nach dieser langen Zeit hatte ich wahrscheinlich auch schon wieder die Hälfte vergessen.
Die Männer hatten sich mittlerweile auf das Sofa gelümmelt und redeten in ihrem finnischen Wirr Warr. „Oh ja, wird mal wieder Zeit diese verrückte Sprache zu lernen. Du wirst sehr viel Spaß dran haben." sagte ich ironisch, denn es war einfach nur der Horror diese schwere Sprache zu lernen.
„Also das Wichtigste kenne ich schon: Olen nälkäinen!" Ich musste sofort lachen. „Ich habe Hunger" war wirklich wirklich, dachte ich mir. „Das stimmt wohl. Also wir hätten noch etwas vom Frühstück." „Ne danke, wir waren gerade schon schön frühstücken. Ich bin platt."
„Ach komm, gegen Sami hast du doch bestimmt kaum etwas gegessen." „In den passt aber auch doppelt so viel rein." Wir beide mussten wieder lachen, es tat einfach so gut so wieder so ausgelassen mit meiner besten Freundin reden zu können. „Ich würde dir so gerne Helsinki zeigen, aber ich kann noch keine weiten Strecken laufen." sagte ich dann aber doch etwas betrübt. „Ich kann dich Huckepack nehmen." kam es dann auf einmal von Samu. Ich dachte erst es wäre als Scherz gemeint, aber er meinte es tatsächlich ernst, sodass wir dann wirklich beschlossen eine kleine Stadterkundung zu machen.
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Forever yours
FanfictionNach der Geburt von Leevi und der Hochzeit von Finja und Samu scheint alles perfekt, doch ihre Zukunft hält noch viele Überraschungen bereit. Fortsetzung von „Liebe auf den ersten Blick?"
