Du gehst nie wieder

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Als ich am nächsten Morgen aufwachte, guckte ich erstmal neben mich und bemerkte dann auch gleich, dass Finja immer noch in meinem Armen lag, was sich unglaublich gut anfühlte.
Ich drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel und seufzte zufrieden, woraufhin sie sich im Schlaf noch fester an mich klammerte. Wie süß sie war... Doch so gut es sich anfühlte sie hier zu haben, es war auch noch total seltsam. Eine Garantie, dass es wieder klappen würde, hatte ich nicht, aber ich hatte auf mein Herz gehört...
Na klar, wenn es jetzt nicht funktionieren würde, würde ich noch eine zweite Trennung überstehen müssen und wahrscheinlich nochmal mehr darunter leiden, aber ich musste es einfach versuchen. Ich liebte Finja und irgendwie würde es schon klappen das Vertrauen wieder aufzubauen. Eigentlich wusste ich ja auch, dass das „nur" ein Ausrutscher war, aber nun mal nach einem Streit von uns. Und wahrscheinlich würde mir das auch immer im Hinterkopf bleiben, wenn wir dann mal stritten. Trotzdem wollte ich diese Ehe noch, dass war mir bewusst geworden. Dieses Risiko wollte ich eingehen.

Nach einer Weile wachte Finja dann ebenfalls auf und auch sie schien noch etwas verwirrt davon zu sein, dass sie jetzt wieder hier im Bett neben mir lag. „Guten Morgen..." murmelte ich in ihre Haare, woraufhin sie zu mir hochguckte und sich ein Lächeln in ihr Gesicht schlich.
„Guten Morgen." nuschelte sie an meine Brust und verteilte dann leicht Küsse auf meiner Haut. „Hast du gut geschlafen?" fragte ich sie lächelnd und streichelte ihr dabei eine verirre Strähne aus dem Gesicht. „Sehr gut in deinen Armen." antwortete sie mir fast schon schüchtern, was ja eigentlich gar nicht ihre Art war, zumindest nicht bei mir. „Geht mir genauso...So gut wie schon lange nicht mehr..."
sagte ich und küsste sie sanft. Sie erwiderte den Kuss auch, aber ich spürte, dass sie das nicht vollkommen genießen konnte. Ich löste mich also wieder hin ihr und ließ das erstmal so stehen. Wir kuschelten noch eine Weile und dann öffnete sich aber auch schon bald die Tür und Leevi hüpfte in unser Bett. Er kuschelte sich sofort zwischen uns und grinste zufrieden.
Er war so glücklich, dass seine Mama wieder hier bei uns war und schon alleine deswegen durften wir es nicht verkacken.
„Du gehst nie wieder oder Mama?" fragte er Finja. „Nein." antwortete sie ihm und zog ihn noch dichter an sich, während ihr Blick zu mir ging. Ich lächelte und griff nach ihrer Hand, über die leicht streichelte. Wir lagen also noch eine Weile zu dritt im Bett, bis sich Mia dann aus ihrem Zimmer auch mal zu Wort meldete. Ich ging zu ihr rüber und wickelte sie erstmal, bevor wir dann alle zusammen frühstückten.
Danach durfte Leevi dann seine neuen Spielsachen mit ins Wohnzimmer nehmen und bei uns spielen zu können. Ich machten den Kamin an und so hatten wir es auch schön mollig warm. „Mia, willst du mitspielen?" fragte Leevi die Kleine als er alle Sachen auf dem Teppich abgelegt hatte und grinste sie glücklich an. „Na klar möchte sie mitspielen." kam es lächelnd von Finja, die sich gleich mit der Kleinen dazusetzte. Wir spielten also erstmal eine ganze Weile drinnen und gingen später dann auch nochmal raus.
„Wir haben nichts brauchbares zu Essen mehr hier, ich war nicht mehr einkaufen." sagte ich zu Finja als es dann schon Mittag war. „Ist ja nicht schlimm, für Mia und Leevi ist bestimmt noch etwas da und wir müssen dann mal gucken." antwortete sie mir, woraufhin ich nickte. „Ja, vielleicht können wir ja später noch zum Weihnachtsmarkt, der auf'm Senatsplatz steht noch. Hättest du darauf Lust?" Das letzte Mal wo ich mit den beiden Kindern alleine dort war, hatte ich mich zwischen den ganzen glücklichen Paaren einfach nur verloren gefühlt und war allgemein war ich gar Licht richtig in Weihnachtsstimmung gekommen dieses Jahr. So könnte man das vielleicht nochmal etwas nachholen, dachte ich mir.
„Ja, das wäre schön. Ich war dieses Jahr gar nicht auf einem Weihnachtsmarkt." antwortete sie mir, während sie in den Kühlschrank guckte. „Super, dann machen wir das so."
Für Mia und Leevi machte Finja dann noch etwas zu Essen und ich ging zurück zu den beiden. „Papa?" „Ja?" „Wann kann Mia reden?" Ich musste schmunzeln und setzte mich zu ihnen auf den Teppich. „Das dauert ein bisschen Großer. Mia ist ja noch ganz klein." antwortete ich ihm und nahm Mia auf meinen Schoß. „Aber das ist blöd..." „Bei dir hat das ja auch erstmal gedauert. Du kannst ihr ja auch ganz viele Wörter beibringen, wenn du viel mit ihr redest." „Mach ich auch. Aber sie macht immer nur komische Geräusche."
„Weil sie ein Baby ist Leevi. Bald klappt das schon, glaub mir." sagte ich und streichelte ihm durch seine Haare.

Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg in Helsinki's Zentrum. Wir fuhren gute 20 Minuten und liefen dann von unserem Parkplatz zum Weihnachtsmarkt. „Kann ich auf deine Schultern?" fragte mich Leevi nach ein paar Metern und grinste mich dabei so süß an. „Klar, komm her." sagte ich also und nahm ihn hoch. Er lachte fröhlich und hielt sich an meinem Kopf fest, während ich ihn an seinen Beinen hielt und Finja Mia's Buggy schob.
Wir hielten an einer Bude wo es alles mögliche zu Essen gab und bestellten uns etwas. Mittlerweile knurrten unsere beide Mägen auch schon total. Danach setzten wir uns dann erstmal und aßen ganz in Ruhe unsere Bratwurst. Auch Leevi bekam noch etwas ab. Als wir dann gerade fertig waren, sprang er jedoch auf einmal auf und rannte einfach in die Menge. „Leevi!" rief Finja sofort und sprang ebenfalls auf. Auch in mir brach natürlich Panik aus. „Bleib du hier bei Mia." rief ich Finja noch zu, bevor ich Leevi schnell hinterher rannte. Schnell stellte ich dann fest, dass die Panik umsonst war. Er hatte wohl schon von weitem meine Mutter mit Lauri gesehen und stand jetzt vor ihnen. Erleichterung machte sich in mir breit als ich das sah. „Leevi, verdammt! Du kannst doch nicht einfach wegrennen!" Natürlich war ich auch sauer, er konnte ja schließlich nicht einfach aufspringen und sonst wo hinrennen. „Beruhige dich Samu." kam es direkt von meiner Mutter, während sie Leevi zu sich auf den Arm nahm.
„Weißt du was er uns für einen Schrecken eingejagt hat?" „Da bin ich mir sicher, aber er ist noch klein. Das hast du bestimmt vergessen oder Leevi?" Er nickte nur eingeschüchtert und schmiegte sich an sie. „Trotzdem..." seufzte ich.
„Ich möchte nicht, dass du das nochmal machst Leevi, das geht nicht. Wir haben uns Sorgen gemacht." „Tut mir leid Papa." sagte er leise, woraufhin ich auch sofort wieder schwach wurde und ihm einen Kuss aufdrückte.

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