Du machst mir Angst

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Samu:
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war Finja bereits aufgestanden. Ich drehte mich nochmal auf die andere Seite und zog mir die Decke über den Kopf. Was ein scheiß Abend das gestern gewesen war...Ich hatte mich ja zurückhalten wollen, aber wenn ich schon Mikko's Fresse sah...Dann konnte ich mich einfach nicht beherrschen. Schon alleine wenn ich daran dachte, dass meine Frau sein Baby im Bauch trug...Fuck...Das durfte einfach nicht sein. Nach einer halben Stunde in der ich noch im Bett gammelte, stand ich dann auch mal auf und sprang erstmal unter die Dusche. Danach ging ich in die Küche, wo Finja gerade Mia fütterte.
„Guten Morgen..." murmelte ich und gab beiden einen kurzen Kuss. „Guten Morgen, hast du gut geschlafen?" „Geht so...War n scheiß Abend." Finja nickte nur und fütterte die kleine Maus dann weiter. Ich guckte auf die Uhr und bemerkte, dass sie Leevi wohl schon in den Kindergarten gebracht hatte.
Ich gähnte kräftig und nahm mir dann erstmal einen Kaffee, den meine Frau auch schon gekocht hatte. „War Mikko gut?" „Wie bitte?" fragte sie ein wenig fassungslos. „Na wie ist er so? Hat er's drauf?" „Was soll das jetzt?"
„Interessiert mich nur." „Das willst du doch gar nicht wissen." Ich schnaubte genervt, setzte mich aber trotzdem neben sie. „Sag doch." „Ich war total betrunken, keine Ahnung." „Das weiß man doch trotzdem." „Mein Gott, was willst du hören? Ja, er war gut, und jetzt gib Ruhe." motzte sie mich an und gab Mia den letzten Löffel. Keine Ahnung warum ich sie das überhaupt gefragt hatte... „Samu..." seufzte sie als ich wieder aufstand und einfach den Raum verließ. Was hatte ich denn auch erwartet? Ich wollte eine Antwort und hatte sie bekommen. Als es dann an der Tür klingelte, ging ich gleich hin, obwohl es mich wunderte wer jetzt schob vor unserer Tür stand. „Mom?" „Guten Morgen mein Schatz." sagte sie und drückte mich erstmal. „Was machst du denn hier?" „Na ich wollte doch Mia abholen und den Vormittag mit ihr verbringen. Finja hatte mich angerufen." „Achso? Okay, ja komm rein." Kurz darauf kam meine Frau dann auch schon mit der Kleinen und ein paar Sachen für sie. Wir besprachen noch ein paar Dinge und dann machte sie sich auch schon wieder auf den Weg.
„Warum hast du meine Mutter angerufen?" „Ich dachte nach gestern brauchen wir vielleicht ein bisschen Zeit alleine?" „Ja...Sorry wegen gerade eben. Das war unnötig." „Ist okay. Sollen wir reden?" „Ne." sagte ich nur und fing an sie fordernd zu küssen. Im Nachhinein nicht wirklich nachvollziehbar, aber ich wollte ihr irgendwie beweisen, dass ich besser als Mikko war und sie nicht mal mehr im Ansatz an ihn und seinen Sex dachte. „Samu..." nuschelte Finja zwischen den Küssen und drückte mich ein wenig weg. „Hm was?" „Findest du das so passend gerade?" „Mhm total...Ich zeig dir jetzt, dass ich es drauf hab, nicht er..." knurrte ich und drückte sie gegen die Wand. „Baby..." seufzte sie als ich meine Lippen auf ihren Hals senkte. Ich öffnete meine Hose und zog ihr auch ihre aus, während ich sie wieder küsste. „Du gehörst nur mir, hörst du? Kein anderer fasst dich jemals wieder an."

Finja:
Das erste Mal seit Samu und ich zusammen waren, machte er mir Angst. Was er sagte klang fast schon bedrohlich und mit ihm schlafen wollte ich jetzt auf keinen Fall. Sein Griff wurde immer fester, sodass es fast schon weh tat. „Lass es bitte...Ich will es nicht okay? Du machst mir Angst."
Als er trotzdem nicht von mir weg ging, sondern sein Becken weiterhin an mir rieb, schubste ich ihn mit voller Wucht von mir weg, sodass er gegen die Wand knallte. „Fuck!" „Was stimmt mit dir nicht?!" schrie ich ihn an und gab ihm eine Backpfeife. Dass er am Kopf blutete, sah ich in dem Moment gar nicht. „Du spinnst ja wohl!" Ich konnte es nicht glauben, dass er mich gerade bedrängt hatte. Was war denn bitte in ihn gefahren? „Finja..." „Lass mich in Ruhe!" „Ich blute..." sagte er völlig neben der Spur als er sich an den Kopf fasste und dann seine blutige Hand anschaute. Als ich das sah, bekam ich sofort Panik und hockte mich zu ihm. „Scheiße, das wollte ich nicht. Geht's dir gut?" „Mir ist n bisschen schwindelig..."
„Ich hol dir was zu Trinken, warte." Ich rannte schnell los und holte ihm eine Flasche Wasser und ein Handtuch für seinen Kopf. „Trink was." Das tat er dann auch, guckte mich aber immer noch ziemlich benebelt an. „Geht's? Oder müssen wir ins Krankenhaus?"
„Nein..." „Okay, aber dann leg dich auf's Sofa und wenn's dir nachher nicht besser geht, fahren wir." Obwohl ich noch sauer war, überwog die Sorge gerade. „Schatz...Mir tut's leid okay? Ich hab übertrieben." sagte Samu leise als
er dann auf dem Sofa lag und ich ihm ein Kissen unter den Kopf gelegt hatte.
„Wir reden später drüber. Ich gehe eine Runde spazieren. Ruf an, wenn was ist." sagte ich und ging raus. Ich war total überfordert mit der ganzen Situation. Samu, mein Samu, der liebevollste Ehemann, den man sich vorstellen konnte, hatte mich wirklich bedrängt. Hätte er aufgehört, wenn ich ihn nicht wegschubst hätte? Obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich es nicht wollte und er mir sogar Angst gemacht hatte, war er nicht von mir weggegangen. In dem Moment war er ein völlig anderer Mensch gewesen, ich hatte ihn nicht wiedererkannt. Trotzdem hoffte ich, dass es ihm gleich besser ging und ich ihn nicht schlimm verletzt hatte.
Durch meine Sorgen, wurde es auch nur ein kurzer Spaziergang, aber ich hatte einfach mal kurz rausgemusst.
Als ich dann zurück zuhause war, guckte ich gleich nach Samu, und sah, dass er nicht mehr lag, sondern auf dem Sofa saß. „Engel..." „Nenn mich in dieser Situation nicht so." Er seufzte und kam dann auf mich zu. Als er mich am Arm fasste, schlug ich seine Hand sofort weg und ging einen Schritt zurück. „Es tut mir leid. Ich war total in meinem Film...Ich wollte dich doch nicht bedrängen." „Ach nein? Und wie weit wärst du gegangen, hätte ich dich nicht von mir weggestoßen?" „Ich...man Finja, du denkst doch nicht wirklich, dass ich dir was angetan hätte oder?" „Weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass du mir Angst gemacht hast mit deinem Verhalten. Nein ist nein Samu, was ist bitte in dich gefahren?!" schrie ich ihn an.

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