Strandtag

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„Machen wir heute?" fragte uns Leevi am nächsten Tag, als wir gerade vom Frühstück kamen. „Du wolltest doch zum Strand Schatz." antwortete ihm Finja und lächelte ihn liebevoll an. „Achjaaa, Straaand!" rief er ganz begeistert.
„Ich glaube Papa hat sogar einen Reifen zum Aufblasen mitgenommen." „Hast du Papa? Ich nickte lächelnd, während ich meiner Frau Mia abnahm, damit sie die Tür aufschließen konnte. „Nehmen wir sie gleich auch im Maxi Cosi oder doch den Kinderwagen?" „Ich glaube mit dem Kinderwagen ist das ein bisschen blöd am Strand." sagte Finja und öffnete die Tür. „Ja, stimmt." Wir packten noch ein paar Sachen, cremten uns ein und dann ging es auch schon los. Der Strand war total voll, mal gucken wie das werden würde mit den Kindern. „Guck mal Mama, da! Können wir machen?" fragte Leevi dann, während er auf die Typen zeigten, die gerade am Surfen waren.  „Das können wir nicht machen Schatzi. Aber wir gehen im Meer baden ja?" „Will aber das!" schmollte er. „Ich kann uns ein Brett ausleihen für heute." sagte ich zu Finja, die mich kritisch anguckte. „Und wie stellst du dir das vor mit Leevi?" „Wir können ja drauf paddeln, ich pass auf Schatz." sagte ich und streichelte ihr sanft über den Arm. „Wenn du meinst." „Wir holen uns ein Surfbrett Leevi!" „Jaaa, Papa bester!" rief er und fiel mir ums Bein. Finja schüttelte nur lachend den Kopf, woraufhin ich ihr einen Kuss gab. Während Finja mit den Kindern schonmal nach einem freien Platz suchte, kümmerte ich mich um das Surfbrett, was man sich hier leihen könnte. Ich konnte Leevi einfach keinen Wunsch abschlagen und das würde bei Mia auch nicht anders werden. Aber Finja und ich waren sowieso für eine lockere Erziehung. Als ich das Brett hatte, guckte ich mich um und fand meine drei Liebsten erstmal gar nicht bei den ganzen Menschen hier. Erst als Finja mir zuwinkte, fielen sie mir auf. Leevi rannte mir entgegen und lachte fröhlich. „Cool oder?" „Jaa!" „Wollen wir gleich damit ins Wasser?" „Ja, jetzt!" „Okay, aber lass uns erstmal kurz zu Mama und Mia." Er nickte und lief gut gelaunt neben mir her. Finja hatte unsere Decke schon ausgebreitet und ließ Mia gerade runter. „Hat Papa das jetzt extra für dich geholt?" fragte sie Leevi lächelnd. „Jaa." „Was sagt man da denn?" „Kiitos Papa."
Ich musste schmunzeln als er das sagte. Seitdem er in der Kita war, redete er auch öfter mal mit uns Finnisch. „Mielihyvin. (Gerne)"

Mia machte sich in der Zeit selbständig und versuchte von der Decke zu krabbeln. „Hey Mäuschen, wo willst du denn hin?" kam es von meiner Frau, die sich die Kleine zwischen die Beine setzte. „Vielleicht möchte sie mal in den Sand. Das ist ja was ganz Neues für sie." sagte ich und legte das Brett erstmal ab. „Ins Wasser Papa!" „Ja, gleich. Warte doch mal bitte kurz. Mia ist doch auch noch da." sagte ich ruhig zu ihm und setzte ihn mir auf den Schoß. „Daaa...baa" quengelte Mia und zeigte tatsächlich auf den Sand. „Ich lasse sie mal versuchen hinzukrabbeln." sagte Finja und ließ unsere prinsessa los. Mia fing so langsam an zu krabbeln und wir waren mächtig stolz auf sie. „Miaa super!" sagte Leevi als die Kleine sich in Bewegung setzte. Sie krabbelte in den warmen Sand und gluckste freudig vor sich hin. Vorsichtig nahm sie Sand in die Hand und guckte dann irritiert zu uns. „Das ist Sand Mia. Wie im Sandkasten zuhause. Schön oder?" „Daaa..." Ich lächelte und streichelte über ihren Kopf. „Bauen wir später eine Burg mit Mia?" fragte Leevi dann und ging zu seiner Schwester rüber. „Das können wir machen." Er grinste und nahm Mia in den Arm. „Drück nicht so fest Süßer." sagte meine Frau lächelnd.  Ich liebte unsere Kinder so sehr...Sie waren einfach perfekt und wir waren so stolz auf jeden kleinsten Schritt den sie machten. Es war so unglaublich schön zu sehen wie sie älter wurden und wie sie sich entwickelten. Auch wenn das, meiner Meinung nach, viel zu schnell ging.

„Aber jetzt erstmal Meer Papa." „Okay, dann ziehe ich Dir aber erstmal die Schwimmflügel an" Als das dann ohne großes Theater geschafft war, gingen wir zum Wasser, wo ich das Brett erstmal ins Meer fallen ließ und Leevi raufsetzte. Die Wellen waren zum Glück nicht allzu hoch. Normalerweise war das eher schlecht für's Surfen, aber mit Leevi war's gut so. Ansonsten hätte ich ihn gar nicht reingelassen. „Ich schieb dich erstmal ein Stück rein und dann setzte ich mich dazu, okay?" „Okay." Als ich dann ungefähr bis zur Hüfte im Wasser war, kletterte ich auf's Brett. „Guck mal, Wellen." „Ja, ich halt dich fest Großer." sagte ich und zog ihn zu mir um meine Arme um ihn zu legen. „Wooh." Leevi lachte fröhlich als wir über die erste Welle hinweg waren. „Lustig Papa." „Ja?" „Jaa."
„Haie hier, die uns auffressen Papa." sagte er dann, was mich auflachen ließ. „Nein, hier sind keine Haie Spatz. Sonst dürften wir hier gar nicht baden." „Nein?" „Nein, das wäre ja viel zu gefährlich." antwortete ich ihm und lächelte. „Ja. Will auch nicht auffressen werden." „Ne, ich auch nicht." Die nächsten Wellen wurden dann höher und ich musste Leevi ganz schön doll festhalten. „Nicht runterfallen!" rief er und guckte mich mit großen Augen an. „Ich hab dich." Ich selber hielt mich mit meinen Beinen am Board fest, was gerade tatsächlich etwas schwer wurde. Ich war froh als sich der Wellengang wieder beruhigte. „Wollen wir erstmal eine Pause machen?" fragte ich den Kleinen nach einer Weile. „Ja." „Okay, pass auf. Du kletterst mal auf meinen Rücken und hältst dich gut fest, dann kann ich uns zurückpaddeln." Er nickte und klammerte sich an mir fest, während ich mich auf's Brett legte. Zurück bei Finja und Mia, wickelte meinem Frau Leevi gleich in ein Handtuch ein und zog ihn dann in ihre Arme. Auch ich nahm mir ein Handtuch und setzte mich neben sie. „Hallo prinsessa. Spielst du immer noch schön im Sand?" Sie kicherte fröhlich und schob mir Sand auf die Hand. „Papa, können dich in Sand eingraben." sagte Leevi dann als er das sah.

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