Während Leevi sofort zum Klettergerüst rannte, setzten meine Mutter und ich mich mit Mia auf die Bank. „Sag mal wie geht's euch denn jetzt eigentlich? Geht es so langsam bergauf?" Ich telefoniert oft mit meiner Mutter und so wusste sie natürlich auch ganz genau wie es die letzte Zeit bei uns gelaufen war und wie schlecht es mir damit gegangen war.
„Naja wir waren ja gestern beim Therapeuten und wollen da jetzt auch fest einmal in der Woche hingehen. Wir stecken da echt viel Hoffnung rein. Eine andere Lösung haben wir momentan nicht. So viel wir auch miteinander reden, das bringt nichts. Und gerade Leevi bekommt das einfach mit...Wir können es beide nicht verbergen, dass es uns nicht gut geht...Ich hoffe nur, dass hier drinnen Samu's Kind wächst...Ich weiß nicht, ob er das sonst verkraften würde, auch wenn wir professionelle Hilfe bekommen." antwortete ich ihr ehrlich und seufzte. „Ich denke, dass wird viel bringen Schatz. Wir können alle nur hoffen, aber wenn's nicht so ist, dann bekommt ihr das auch hin. Wie geht's dir denn?" fragte sie mich und wollte dadurch definitiv erfahren ob ich mich wieder selbst verletzt hatte. „Alles gut. Es geht bergauf." „Das ist schön. Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht." „Brauchst du nicht. Das habe ich jetzt wirklich im Griff." Sie nickte lächelnd und streichelte mir dabei liebevoll über die Wange. „Wie war denn euer Flug? Ist alles gut gegangen mit den beiden Streithähnen?" „Ich hab viel geschlafen, aber so weit schon, ja. Nur war Samu beim Essen wieder so komisch. Wir wollen später nochmal reden. Es fällt ihm natürlich schwer mit Mikko unterwegs zu sein und für mich ist es, ehrlich gesagt, auch eine komische Situation. Ich meine neben mir sitzt mein Mann und gegenüber von mir der Typ, mit dem ich ihn betrogen habe..." sagte ich etwas beschämt.
„Das glaube ich dir, nicht die beste Kombi...Aber ihr müsst euch ja im schlimmsten Fall daran gewöhnen...Du hast einen Fehler begangen und damit müsst ihr jetzt so gut es geht leben und das wird auch alles klappen Finja. Das braucht nur seine Zeit." „Ich weiß...Ich hatte dir ja von dem Tag im Schwimmbad erzählt...was ich aber nicht erzählt habe, und das weiß Samu auch nicht, ist, dass Mikko mir gesagt hat, dass er Gefühle für mich entwickelt hat...Das macht die Sache nicht besser Mama..." „Ach nein...wirklich? Was hast du ihm gesagt? Du empfindest doch nichts für ihn, richtig?" „Nein, ich liebe Samu...Und das habe ich ihm auch erklärt und das versteht er ja auch. Er wünscht uns auch, dass das Baby von Samu ist." „Naja wenigstens ist er fair und will sich nicht zwischen euch drängen..." „Ja...Trotzdem macht es das nicht besser." „Nein, natürlich nicht. Aber du kannst es nicht ändern...Ach Finja...Ich kann immer noch nicht verstehen was dich da geritten hat...
Mit Samu hast du so einen tollen Mann...Und dann schläfst du mit diesem Mikko..."
„Ich weiß es doch auch nicht. Ich war einfach wirklich verzweifelt als er wieder so eifersüchtig war und mir diese total dämlichen Vorwürfe an den Kopf gehauen hatte. Immer wieder dasselbe...Ich wusste nicht wie's mit uns weitergeht...Und dann war da Mikko, der so verständnisvoll war...und der Alkohol...Ich will gar nicht mehr daran denken Mama...Du weißt wie ich damit zu kämpfen habe..." „Ja, das weiß ich, aber deswegen ist es ja auch gut, dass ihr jetzt diese Therapie macht. Bald sieht die Welt schon wieder anders aus. Ich wollte dich damit auch nicht angreifen Schatz." sagte sie während sie mir beruhigend über den Rücken streichelte. „Ich weiß." „Hör mal zu...Du trägst hier drinnen ein ganz wundervolles, kleines Wesen und egal von wem es ist, es wird sehr willkommen in unserer Familie sein und es wird geliebt werden. Das ist etwas wunderschönes Süße. Und du wirst dieses Kind, genau wie Leevi und Mia, mit Samu großziehen. Egal ob er der biologische Vater ist oder nicht. Er wird so oder so zum dritten Mal Papa werden, auch wenn dein Baby dann eventuell zwei Papa's hat." Mich berührte was meine Mutter sagte und ich kämpfte wirklich mit meinen Tränen. „Du hast ja Recht...Wenn Samu dann bei mir bleibt..." „Das wird er. Er liebt dich. Und er wird das Kind genauso lieben." Ich lächelte nur und schloss meine Mutter fest in meine Arme. Ich hoffte so sehr, dass sie damit Recht hatte.
„Sag mal...sollen die beiden Mäuse heute bei mir schlafen? Braucht ihr ein bisschen Zweisamkeit?" fragte mich meine Mutter dann ein bisschen später und zwinkerte mir zu. „Weiß nicht..." „Läuft es nicht gut im Bett seit dem Seitensprung? Hat er Problem damit?" fragte sie mich, was mir dann doch ein wenig unangenehm war. Es war ja schließlich immer noch meine Mutter. „Nein...also...naja, seitdem waren's nur zwei Male, ehrlich gesagt. Er hat nichts gesagt, aber manchmal merke ich ja wie er es so lieb wie möglich ablockt...Ich kann's ja aber auch verstehen. Aber wir hatten ja auch viel Streit..." antwortete ich ihr und guckte zu Leevi, der gerade mit einem anderen Kind am Spielen war. „Ich würde eure beiden gerne nehmen Finja. Macht euch eine schönen Abend. Geht etwas essen, redet miteinander und habt einfach mal wieder Spaß. Ich bin mir sicher Leevi und Mia würde es auch gefallen bei uns zu übernachten und deinen Vater würde es auf jeden Fall freuen." sagte sie und überzeugte mich damit doch. „Okay..."
„Omaa?!" hörte ich dann auch schon von Leevi, der auf der Schaukel saß und darauf wartete, dass er Anschwung bekam. Meine Mutter fing an zu grinsen und ging auch sofort zu ihm. „Wollen wir auch Schaukeln Mi?" fragte ich die kleine Maus, woraufhin sie anfing zu kichern und nach meinen Finger griff. „Na komm Süße." Ich ging also auch los und setzte mich mit Mia auf den Schoß auf die Schaukel neben Leevi, der schon ordentlich von meiner Mutter angeschubst wurde.
So verging der Nachmittag dann auch total schnell, bis wir irgendwann zurück zum Hotel liefen. Die Männer waren noch nicht zurück, weshalb ich Samu erstmal eine WhatsApp schickte als wir in unserem Zimmer waren.
Danach ging ich noch schnell duschen, während meine Mutter sich mit Mia und Leevi beschäftigte. Man merkte richtig wie sehr sie die beiden vermisst hatte.
Nachdem ich fertig war, machte ich mich schonmal für den Abend fertig und schminkte mich seit langem auch mal wieder. Gerade als ich fertig war, hörte ich dann das Klopfen an der Tür, die meine Mutter gleich öffnete. Die beiden begrüßten sich herzlich und dann kam auch ich raus. Samu guckte mich ziemlich verwundert an als er mich so sah. „Haben wir noch was vor?" fragte er mich schmunzelnd, während er Leevi wieder auf dem Boden absetzte. „Meine Mutter hat den Vorschlag gemacht, dass Leevi und Mia bei ihr schlafen und wir uns einen schönen Abend machen könnten..." sagte ich, woraufhin er lächelte und auf mich zukam. Er legte seine Hände an meine Hüften und dann trafen sich ganz sanft unsere Lippen. „Das ist eine schöne Idee."
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Forever yours
FanficNach der Geburt von Leevi und der Hochzeit von Finja und Samu scheint alles perfekt, doch ihre Zukunft hält noch viele Überraschungen bereit. Fortsetzung von „Liebe auf den ersten Blick?"
