Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

194. Ein Ort von Bedeutung Teil 2

67 8 2
                                        

Mit kräftigen Flügelschlägen strebte der von Saphira geführte Donner dem Tafelberg zu auf dessen Gipfel sich das abzeichnete was Meister Eragon als die Stadt der Toten bezeichnet hatte.
Garath richtete sich in Aurelias Sattel auf und versuchte einen Blick über die Stadtmauern zu werfen die vor ihm aufragten. Seine geflügelte Meisterin machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung.
Saphira zog die Flügel enger an den Körper und ging in einen Sturzflug über. Der schwarze Tanis folgte ihr und somit war es auch für die beiden jüngsten Drachen des Donners Pflicht zu folgen.
Saphira fing ihren rasanten Sinkflug erst etwa zwanzig Meter über dem Boden wieder ab und schoss, getragen von dem angesammelten Schwung, weiter auf den Tafelberg zu. Durch das Manöver wurde es unmöglich, dass irgendein Mitglied der Reisegruppe einen Blick auf die Stadt jenseits der Umgebenden Mauern werfen konnte.
-"Ich denke unsere Meister wollen nicht, dass wir im Vorfeld sehen was uns erwartet."- vermutete Aurelia als Garath sie darauf ansprach.
Es war für den jungen Reiter eine Erleichterung, dass die Neugier auf die geheimnisvolle Stadt offenbar Aurelias "Bissigkeit" im Bezug auf ihre goldene Artgenossin Kyra etwas in den Hintergrund gedrängt hatte.
Inzwischen hatten die Drachen fast den Fuß des Tafelberges erreicht. Saphira hielt weiterhin auf die Felswand zu. Erst im letzten Augenblick stellte die blaue Drachendame ihre Flügel an, bremste so ihren Flug ab. Getragen von ihrem Restschwung schoss sie an der Felswand empor und setzte Augenblicke später auf dem Plateau auf.
Garath konnte deutlich den Stolz seines Drachenfäuleins spüren weil es ihr gelungen war das Manöver ebenso gut mitzufliegen wie Kyra.
Neugierig sah der Fischersohn sich um und erkannte, dass Meisterin Saphira sie zu einer offenen Fläche geführt hatte die direkt vor dem Tor lag welches Neuankömmlingen Einlass in die unbekannte Stadt gewährte.
Als sich Garath auf dem Platz vor dem Stadttor umsah entdeckte er etwas dass aussah wie ein alter Lagerplatz. Einige Baumstämme waren um eine mit Wackersteinen abgegrenzte Feuerstelle angeordnet und sollten Offenbar als Sitzgelegenheiten dienen.
Garath entdeckte auch einen kleinen Schuppen in dem man offensichtlich einen Vorrat an Feuerholz gelagert hatte.
All dies machte auf ihn den Eindruck als sei es in wesentlich besserem Zustand als die Stadt selbst. Die äußere Befestigung machte jedenfalls einen vernachlässigten Eindruck. Gräser und Mose wuchsen in den Ritzen zwischen den Steinen der Stadtmauer und einer der Torflügel des Stadttors war herausgebrochen und lag am Boden. Der Noch verbliebene Teil des Doppeltores hing in stark verrosteten Angeln und war ein Spielball des Windes. Durch die Bewegung des Tores entstand ein sich ständig wiederholendes, klagendes Kreischen. Es erfüllte die Luft und verlieh, gemeinsam mit dem Dämmerlicht des heraufziehenden Abends der ganzen Umgebung etwas gespenstisches. Eine Gänsehaut kroch über Garaths Rücken.
"Hier werden wir lagern!" erklärte Meister Eragon und wies auf die Feuerstelle die Garath bereist bemerkt hatte.
"Der Orden hat diesen Lagerplatz errichtet ." erklärte der Arget Un weiter. "In dem Schuppen lagert stets genug trockenes Brennholz. Bevor wir weiterreisen müssen wir das Holzlager wieder auffüllen. Der Orden hat diesen Vorrat hier angele, weil jeder junge Novize im Zuge seiner Ausbildung diesen Ort besucht. Svenaja, Garath! Nehmt euren Drachen bitte die Sättel ab und legt sie an die Feuerstelle. Eure Drachen werden euch auf dem Weg der vor euch liegt begleiten aber ihr müsst ihn nicht im Flug zurücklegen. Verstaut also euer Gepäck. Ihr könnt auch einiges in den Schuppen bringen. Dort ist eure Habe vor Regen geschützt. Sobald das erledigt ist erläutere ich wie es weiter geht."
Nachdenklich machte sich Garath an die Arbeit und befreite Aurelia von ihrem Sattel. Immer wieder blickte der junge Fischersohn zu der Stadtmauer die vor ihnen aufragte. Jedes mal überfiel ihn ein Schaudern. Etwas ging von diesem Ort aus. Etwas düsteres und bedrohliches.
Auch Aurelia schien dies zu spüren. Garath erkannte das an der Tatsache, dass sein Drachenfräulein so ungewöhnlich still war.
Unter normalen Umständen hätte die junge Rote ihre Meister bereits mit Fragen gelöchert aber sie schwieg. Auch Aurelia spürte, dass hier etwas in der Luft lag.
"So," hob der Arget Un an nachdem die Reisegruppe sich wieder versammelt hatte. "Folgende Aufgabe liegt vor euch meine jungen Freunde. Ihr und eure Drachen werdet in die Stadt gehen. So wie es vor euch schon viele Schüler taten. Folgt der Hauptstraße bis ihr einen großen Platz erreicht. Zweifellos habt ihr bereits jetzt viele Fragen und seit versichert, mit jedem Schritt den ihr in die Stadt macht werden es mehr werden.
Die Antworten, oder zumindest einige davon findet ihr in dem großen Gebäude an dem besagten Platz. Ihr erkennt es daran, dass es eindeutig für Drachen und ihre Reiter gebaut wurde.
Eure Aufgabe in diesem Gebäude ist im Grunde ganz einfach:
Betretet die Haupthalle und ihr findet dort auf einem Sockel ein Buch. Ein Tagebuch um genau zu sein. Lest was dort geschrieben steht. Das ist eure erste Aufgabe.
Die Zweite ist sogar noch einfacher:
Geht, wenn ihr in dem Haus seit zu einem der Fenster. Sie sind mit einem speziellen Zauber versehen den ihr ganz einfach auslösen könnt. Lasst euch von eurer Magie durchströmen und berührt das Glas. Ihr seht dann, was ich und Ratsherrin Narie gesehen haben als wir diesen Ort vor vielen sommern gemeinsam entdeckten. Damals waren sie als auch Kira Morgenröte meine Schülerinnen.
Seitdem hat jeder werdende Reiter und sein Drache diesen Ort besucht."
"Meisterin Narie und ihre Drachendame kennen Kyra und ich ja. Sie hat also diesen Ort mit entdeckt? Und ihr kommt nicht mit uns?" erkundigte sich Svenaja und ihr Blick wanderte zwischen ihrer Meisterin Naja und Arget Un Eragon hin und her.
Irgendwie hatte es für Garath etwas beruhigendes, dass auch seine Mitschülerin sich wohl etwas unsicher fühlte.
"Nein, das werden wir nicht." erklärte Svenajas Meisterin sanft.
"Früher haben wir unsere Schüler begleitet." fügte Eragon hinzu.
-"Aber so wie jeder Baum wächst und sich entwickelt,"- erklärte nun Meisterin Saphira. -"Ändern sich auch die Lehrmethoden unseres Ordens."-
-"Was euch hier erwartet ist nicht einfach nur Wissen."- erklärte nun der schwarze Drache Tanis. -"Es ist eine Erfahrung. Das ist ein Unterschied. Ich kann euch Küken Stundenlang etwas über die Kunst des Fliegens und die spektakulärsten Flugmanöver erzählen und ihr würdet immer noch keine Königes des Himmels sein.
Nur wer den Wind unter seinen Schwingen fühlt wird das Fliegen wirklich begreifen!
Und darum geht es. Deshalb reisen wir zu diesem Ort und erzählen euch nicht nur davon. Ihr sollt begreifen."-
-"Gut gesagt!"- lobte Saphira die Worte ihres schwarzen Artgenossen.-"Verschließt euch nicht den Eindrücken die auf euch zukommen. Geht mit offenen Augen durch die Stadt und nehmt in euch auf was ihr seht."-
"Natürlich lassen wir euch mit der Erfahrung die euch bevorsteht nicht allein." versicherte Eragon nun. "Sobald ihr eure Aufgaben erfüllt habt kehrt ihr zu unserem Lager zurück. Wir werden für euch da sein und euch die Fragen beantworten die euch noch quälen. Für dich Svenaja und dich Kyra werden Meisterin Naja und Meister Tanis da sein und ich für euch Garath und Aurelia. Ebenso natürlich Saphira."
"Oh!" scherzte die Reiterin Naja nun. "Ich dacht wo der Arget Un selbst anwesend ist...."
"Deine Schüler, deine Verantwortung Argetlam Naja." erwiderte Eragon mit eindeutig gespielter Strenge.
Scherzhaft fügte Saphira noch hinzu:
-Wir können uns ja nicht um alles kümmern."-
-"Aber Meister!" hob nun Aurelia an. -"Ihr habt doch gesagt, dass wir die Antworten auf unsere Fragen in diesem komischen Haus finden. Was sollen wir euch dann noch fragen?"-
Der Arget Un lachte leise in sich hinein, trat zu dem jungen, roten Drachenfräulein und tätschelte Aurelias Wange.
"Um mich wie eine alte Freundin von mir auszudrücken, die mir über die Jahre viele interessante, um nicht zu sagen einzigartige Unterhaltungen beschert hat:
Wirklich gute Antworten führen immer zu neuen Fragen."
Aurelia gab ein versonnenes Brummen von sich und schüttelte kurz ihr mächtiges Haupt. Schließlich gab sie sich jedoch mit dieser Erklärung zufrieden.
Während Arget Un Eragon und Meisterin Naja nun daran gingen ein Lagerfeuer zu entfachen traten Garath und Svenaja gefolgt von ihren Drachen vor das Stadttor.
Die beiden jungen Reiter sahen sich unsicher an, dann stemmten die beiden den noch verbliebenen Torflügel auf um auch ihren Drachen sicheren Eintritt zu erlauben.
Das Schanier der Tür reagierte auf ihre Bemühungen mit einem noch durchdringenderem Klagelaut der erneut dazu führte, dass sich Garaths Nackenhaare aufstellten. Unwillkürlich fühlte sich der junge Fischersohn an den Aufschrei eines Verletzten Erinnert der schon vorher stöhnend seine Wunde beklagt hatte und nun, da man Hand an seine Verletzung lehnte umso lauter aufschrie.
Die beklemmende Stimmung besserte sich nicht während die Gruppe nun der breiten Hauptstraße folgte.
Überall zeigte sich Verfall. Baufällige Häuser schienen die Neuankömmlinge aus dunklen Fenstern heraus anzustarren. An manchen Gebäuden hingen verblichene Schilder die auf Geschäfte und Werkstätten hinwiesen. Es war allerdings mehr als offensichtlich, dass die Stadt schon seit langem verlassen war.
Garath verlangte es danach der drückenden Stimmung zu entkommen die über dem Ort lag. Besonders die Stille war unerträglich. Zu einer Stadt gehörte Leben, Geräusche des täglichen Lebens wie die Hammerschläge aus der Schmiede, das Geschrei von Händlern die ihre Wahre anboten und Geschwätz der Bewohner!
Hier war lediglich der Wind zu hören der um die Häuser strich.
Garath blickte verstohlen zu Svenaja. An ihrem Gesicht glaubte er ablesen zu können, dass auch sie unter der drückenden Stimmung litt.
Dieser Gedanke ließ Garath sofort jede Zurückhaltung und Schüchternheit vergessen. Er überlegte fast fieberhaft wie er ein Gespräch in Gang bringen könnte um die andere Reiterin etwas abzulenken.
Aurelia schienen diese Bemühungen königlich zu amüsieren. Ein Umstand der Garath mehr als peinlich war. Schließlich erbarmte sich das rote Drachenfräulein jedoch und schickte ihrem Reiter eine Erinnerung an die Anweisungen ihrer Meister. Aus ihr ergab sich in der Tat ein unverfängliches Thema.
"Du kennst also Meisterin Narie auch? War sie deine erste Meisterin?" fragte der junge Fischersohn deshalb.
Svenaja hob ruckartig den Kopf. Offenbar hatte sie sich etwas erschrocken, schien die Ablenkung aber zu begrüßen.
"Ja, ich habe sie kurz getroffen als sie unser Dorf im Norden besucht hat. Meine Meisterin war sie aber nicht. Diese Rolle hat Marlena, die Tochter von Arget Un Eragon eingenommen. Meisterin Narie hat Kenai und Irucan abgeholt. Sie sollte sich um die Ausbildung der beiden kümmern. Wi9r brauchten damals etwas Abstand voneinander."
"Wieso?" fragte Garath und sandte gleichzeitig ein Stoßgebet an sämtliche Götter die Frage möge doch nicht zu indiskret sein.
Svenaja holte einmal tief Luft bevor sie antwortete:
"Ich habe vor einiger Zeit gehofft, dass es mehr zwischen mir und Kenai geben könnte als nur Freundschaft."
Garath konnte sehen, dass die nächsten Worte der jungen Frau aus dem Norden nicht leicht fielen.
"An einem Punkt schienen diese Hoffnungen sogar berechtigt. Dann aber kam er mit Marlena, ihrem Onkel Murtagh und ihren Drachen in unser Dorf und ich musste erkennen das die beiden....."
"Oh, ich wollte nicht...ich...." Garath verstummte.
Zur Erleichterung des jungen Fischersohns lächelte Svenaja jedoch.
"Ist schon gut." versicherte sie. "Wir haben uns ausgesprochen und Marlena ist inzwischen eine meiner besten Freundinnen. Ich wünsche den Beiden nichts böses und meine Freundschaft mit ihnen ist mir zu wichtig. Kenai und ich haben uns ausgesprochen. Er hat Fehler gemacht aber auch ich habe länger auf etwas gehofft, was nicht da war, als es gut für mich war.
Meisterin Narie und Kira Morgenröte waren jedenfalls sehr beeindruckend. Sie war die erste Elfe die ich getroffen habe. Ich habe gehört, sie erwartet ein Kind?"
Garath wollte das gerade bestätigen als eine heiße Welle von Wut durch seinen Geist wallte. Auch Svenaja schien es zu spüren.
Hastig blickten die beiden jungen Reiter sich nach ihren Drachen um.
Kyra und aurelia standen sich mit gefletschten Zähnen gegenüber und fauchten sich an. Sofort eilten Svenaja und Garath zu den beiden Drachen und stellten sich zwischen die beiden.
"Was ist denn mit euch beiden Los?!" fragte Garath aufgeregt und blickte sich suchend um in der Hoffnung den Grund für das Verhalten der beiden Drachendamen zu finden. Er entdeckte lediglich ein paar Kratzspuren an der Tür des Hauses vor dem sie gerade standen.
-"Ich habe dem Küken nur gesagt, dass sie aufhören soll!"- grollte Kyra und wies mit der Schnauze auf die verkratze Tür.
-"Ich bin kein Küken!"- fauchte Aurelia zurück und zog die Lefzen noch etwas höher um ihr gefährliches Gebiss zu entblößen.
-"Dann benimm dich auch nicht so."- gab Kyra ebenso zornig zurück.
-"Du bist keine Meisterin des Ordens!"- giftete Aurelia. -"Du hast mir gar nichts zu sagen!"-
Kyra reagierte nur noch mit einem grollenden Knurren.
Es war ganz offensichtlich, dass beide Drachendame kurz davor waren aufeinander loszugehen.
"Hört auf!" befahl Svenaja nun. "Seht ihr nicht, dass in dieser Stadt etwas furchtbares passiert sein muss? Nicht alle Zerstörungen hier sind auf Verfall zurückzuführen! Und seht ihr diese schwarzen Stellen an den Häusern? Die Ziegel sind regelrecht verbrannt! Es gibt nicht viel, dass so eine Hitze erzeugen kann!"
-"Eben deshalb!"- knurrte Kyra. -"Aurelia wollte die Tür da mit Gewalt öffnen. Dieser Ort hat eine Bedeutung für die Drachen und die Drachenreiter. Soviel ist nachdem was Arget Un Eragon gesagt hat klar! Und du Aurelia versuchst einfach die Tür mit Gewalt zu öffnen. Ich denke wir sollten diese Häuser nicht betreten und ganz sicher nicht zerstören."-
-"Meister Eragon hat gesagt, wir sollen mit offenen Augen durch die Stadt gehen und alles auf uns wirken lassen!"- hielt die junge Rote dagegen. -"Dazu gehört auch was in diesen Häusern ist! Außerdem bin ich nicht dumm! Auch ich sehe, dass der Tod hier einen Preis eingefordert hat. Es ist überall! In der Luft, In der Stille um uns herum! Aber Antworten werden wir nicht finden wenn wir die Augen verschließen!"-
Immer noch schienen beiden Drachendamen entschlossen ihren Streit mit Gewalt auszutragen. Sowohl Kyra als Auch Aurelia hielten an ihrem Drohgehabe fest und knurrten sich an.
"Das reicht jetzt!" Garath war fest entschlossen den Streit zu beenden. "Ihr hebt beide recht und gleichzeitig unrecht!"
Entschlossen tastete er nach Aurelias Geist und flüsterte ihr auf Geistiger Ebene zu:
-"Du weißt, dass ich dich nie im Stich lassen würde und auf deiner Seite bin."-
Laut fuhr er fort:
Du Kyra hast recht wenn du sagst das wir diesen Ort achten und nichts beschädigen oder zerstören sollten. Aber Aurelia hat recht, dass wir uns auch das ansehen sollten was in diesen Häusern ist. wir sind hier um zu lernen und Eindrücke zu sammeln! Aber Aurelia, du hättest mich oder Svenaja einfach fragen können. Wir können diese Türen öffnen ohne sie zu beschädigen und wir können eure Augen sein dort wo ihr nicht hingehen könnt."
Svenaja fügte entschlossen hinzu:
"Garath hat recht! Und ganz sicher ist dies hier nicht der richtige Ort um einen solchen Streit auszutragen. Hier würde doch kein Stein auf dem Anderen bleiben wenn zwei Drachen eurer Größer aufeinander prallen! Wollt ihr das Meisterin Saphira erklären?"
Das saß! Waren Aurelia und Kyra eben noch entschlossen gewesen nicht klein bei zu geben fiel ihr Zorn nun augenblicklich in sich zusammen. Die Vorstellung vor die Mutter der Wiedergeburt treten zu müssen nachdem sie eine für den Orden wichtige Stätte verwüstet hatten war für beide Drachendamen nicht wünschenswert.
Garath war erleichtert. Eilig blickte er sich um. Ein Haus weiter war die Tür scheinbar mit Gewalt aufgebrochen worden. Nur noch traurige Holzreste hingen in den Angeln.
"Versuchen wir es doch dort." schlug er vor. "Das Haus sollten wir betreten können ohne etwas zu beschädigen."
Aurelia schnaubte zustimmend und auch Kyra und Svenaja schien der Vorschlag zu gefallen.
Augenblicke Später betraten die beiden jungen Reiter, im Geiste verbunden mit ihren Drachen, das halb zerstörte Haus.
Die hölzernen Bodendielen knarrten bei jedem Schritt. Die allgegenwärtige Stille ließ die knarzenden Klänge noch lauter wirken. Fast schien es als würde das Haus gegen das Eindringen der jungen Reiter Einspruch erheben.
"Ich denke wir sollten im Erdgeschoss bleiben." flüsterte Svenaja. Die drückende Stimmung veranlasste sie wohl ihre Stimme zu senken. " Keller dürften die Häuser nicht haben. Sie sind ja auf einem riesigen Felsen erbaut. Aber ich bin nicht sicher ob der Boden im ersten Stock uns noch tragen würde."
Garath nickte nur stumm. Was er sah als er sich umschaute hatte etwas beklemmendes. Der Verfall war auch hier allgegenwärtig aber manches war nicht auf die Kräfte der Natur zurückzuführen. Ein zerschlagener Tisch, ein umgestürzter Stuhl.....
Garath stutzte als etwas unter seinem Schuh knackte. Er blickte nach unten.
Eine dicke Staubschicht lag auf dem Boden. Der Wind hatte Sand durch die offene Tür hereingeweht doch da war etwas hartes und Garaths Stiefel.
Der junge Fischersohn befreite den Gegenstand aus der Staubschicht.
Svenaja trat zu ihm, neugierig was die Aufmerksamkeit ihres Mitschülers erregt hatte.
Garath hielt den Gegenstand ins Licht und erkannte, dass es sich um eine kleine, geschnitzte Holzfigur handelte. Der Zahn der Zeit hatte einige Feinheiten der Schnitzarbeit verwittern lassen aber man erkannte, dass es sich um ein Schaf handelte.
"Sieh mal!" sagte Svenaja. "Sie deutete in eine Ecke.
Garath erkannte das noch mehr Holztiere über den Boden verstreut waren. Er erkannte auch das Model eines Bauernhauses. Er hatte auch so ein Spielzeug besessen als er noch ein Kind war.
Garath hatte das Gefühl eine Hand würde sich um seine Kehle schließen. Alles was er sah begann ein Bild zu formen. Der zerstörte Tisch, der umgestoßene Stuhl und das verstreute Spielzeug.....
Garath sah vor seinem inneren Auge wie jemand in dieses Haus eindrang, die Einrichtung zerstörte und das Kind mit Gewalt von seinem Spielzeug fortzerrte.....
"Wir sollten weitergehen." schlug Svenaja vor.
Auf ihrem Gesicht sah Garath dieselben grauenvollen Schlussfolgerungen zu denen er auch selbst gekommen war.
-"Ja, lass uns weitergehen zu diesem Haus von dem Meister Eragon sprach!"- meinte auch Aurelia.
Garath spürte, dass auch sein Drachenfräulein das Interesse an den Häusern verloren hatte.
Die Gruppe setzte den Weg fort und erreichte schließlich den Marktplatz der Stadt. Ein weiteres Mal lief es Garath kalt über den Rücken. dies war kein Marktplatz mehr. Es war ein Friedhof.
Gräber über denen magische Lichter brannten nahmen praktisch jeden freien Flecken des Marktplatzes ein.
Die beiden jungen Reiter sahen sich an und setzten dann ihren Weg fort. Garath fühlte sich wie ein Grabschänder als er durch die Reihen der Gräber schritt. Irgendwo hier mussten die Menschen Liegen die an dem zerstörten Tisch gesessen hatten. Das Kind, dass mit den Figuren gespielt hatte.
"Aron...."
Svenajas Stimme riss Garath aus seinen Überlegungen. Er trat an ihre Seite.
Die junge Reiterin stand neben einem Steinernen Grabmal in dessen Deckstein die Reste eines Schwertes eingelassen waren. Garath erkannte die Klinge eines Reiters. Er verstand die Sprache der Elfen inzwischen gut genug um zu erkennen, dass dieses Schwert den Namen "Wyrda" getragen hatte.
"Weißt du wer hier liegt?" erkundigte sich der Fischersohn bei seiner Mitschülerin.
"Ich weiß wo wir hier sind!" flüsterte Svenaja.
Sie löste sich von dem Grabmal und betrat das große Haus welches eine Einflugöffnung im Dach besaß.
Verwirrt folgte Garath ihr. Als er Svenaja einholte stand sie in der Haupthalle des Hauses. Der Starre Blick der jungen Frau erschreckte Garath. Er folgte dem Blick und versuchte zu erkennen was Svenaja so getroffen hatte.
Er erkannte, dass eine weitere Reiterklinge in den steinernen Boden gespießt war. Die Klinge war schwarz wie die tiefste Nacht. Auch hier konnte er den Namen erkennen. Den Namen einer alten Provinz die man heute auf keiner Karte mehr fand. einer Provinz an die man sich erinnerte weil sie ein großes Übel hervorgebracht hatte.
Die schwarze Klinge trug den Namen Insilabeth!





Abstimmen ned vergessen;)

Eragon-OS-SammlungGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt