Saphira setzte, gemeinsam mit Tanis und Fírnen vor der Kaserne der Krieger der Drachen auf. Hier hatte man Darus nach seiner Niederlage eingesperrt.
Ein Wächter erwartete die Drachenreiter bereits und führte sie über den Hof zum Hauptgebäude. Aus dem Augenwinkel sah Eragon Naja und Geoff. Beide blickten zu ihm herüber als Eragon über den Hof eilte, schienen aber nicht sicher zu sein ob sie sich den beiden Älteren nähern sollten.
Eragon beschloss später nach den Gründen zu fragen.
Der Wächter führte die beiden ältesten Reiter eine Treppe hinunter, durch eine Wachstube zu den Haftzellen.
Selten hatte Eragon hierher kommen müssen. Es gab praktisch keine Kriminalität in der Ostmark. Die Zellen wurden hauptsächlich für disziplinarische Maßnahmen in den Reihen der Krieger der Drachen genutzt. Sein heutiger Besuch hier war einzig in seiner Art und Eragon hoffte, dass dies auch so bleiben würde.
Bloedgram und einer seiner Adjutanten erwarteten die ankommende Gruppe bereits vor einer geöffneten Zelle.
"Schattentöter" grüßte der Wolfkatzenelf. "Es tut uns sehr leid wir......"
Ein kalte Hand griff nach Eragon als er die entschuldigenden Worte hörte. War Darus entkommen?!
Er stürmte an dem Wolfkatzenelf vorbei in die Zelle. Seine Erregung wich einer betäubten Leere als er auf den Körper des alten Drachenreiters herab blickte. Er war tot! Eragon war dem Tod oft genug begegnet um dies sofort zu erkennen. Die Leiche lag zusammengesunken in einer Ecke der Zelle. Blut tropfte aus Darus Mund.
"Er hat den Tonkrug zerschlagen in dem wir Gefangenen Wasser reichen." erklärte Bleodgram der hinter Eragon getreten war. "Er hat die Scherben geschluckt und sich so von innen die Kehle zerschnitten. Es tut mir leid Arget Un Eragon. Wir haben es zu spät gemerkt."
Eragon hörte sich selbst wie er antwortete: "Schon gut. Es war nicht eure Schuld."
Immer noch wie betäubt verließ Eragon die Zelle und lenkte seine Schritte in Richtung der Wachstube.
"Was sollen wir mit den Körper machen Arget Un?" rief Bleodgram ihm nach.
Eragon brauchte einige Sekunden um sich zu sammeln. Er konnte nicht sagen wieso aber sein Hirn schien ihm den Dienst zu verweigern.
"Deckt den Körper ab." antwortete er schließlich. "Wir müssen erst den Rat befragen was nun geschieht. Verwahrt den Körper bis dahin in der Zelle."
Eragon setzte seinen Weg fort. Von der Wachstube aus hörte er wie Bloedgram seine Anweisungen in Befehle an seine Soldaten umsetzte.
Die Wachstube war leer. Niemand saß an dem Tisch der die Mitte des Raums dominierte. Mit Ausnahme eines leeren Wasserkruges stand nichts auf dem langgezogenen Tisch. Eragons Blick blieb an dem Gefäß hängen. Der Anblick löste etwas tief in Saphiras Reiter aus. Eine mächtige, heiße Welle spülte aus den Tiefen der Seele des Reiters und bahnte sich erbarmungslos ihren Weg.
Eragon konnte nicht anders. Er griff den Krug und schleuderte ihn gegen die nächste Wand. Schwer atmend blieb er stehen die Hände an der Tischkante abgestützt. In seiner Brust tobte ein Orkan und Eragon wusste nicht woher er gekommen war.
Noch während der Anführer der Reiter um seine Fassung rang spürte er die sanfte Berührung einer Hand auf seiner Schulter. Fragend blickte Arya ihn an.
Eragon rang um eine Antwort:
"Es tut mir leid, ich...."
Die Elfe hob eine Hand. Ihre Mundwinkel zuckten verräterisch.
"Eragon, du musst mich nicht mehr beeindrucken, weißt du noch?"
Einige Augenblicke verstrichen, dann platzte befreiendes Gelächter aus Eragon heraus.
Diese Frau kannte ihn einfach zu gut. Arya wusste, dass er sich manchmal daran erinnerte, dass sie ihn einst für zu jung und unerfahren gehalten hatte um ihr Gefährte zu sein. Es war ihm fast zur zweiten Natur geworden, dass er gründlich über all seine Handlungen nachdachte und sie darauf überprüfte ob sie vielleicht voreilig oder unbedacht waren.
"Du bringst eben das beste in mir zum Vorschein und verdienst auch nichts anderes mein Stern." seufzte Eragon und ließ sich auf die Lange Sitzbank vor dem Tisch sinken.
Arya ging vor ihm in die Hocke um auf Augenhöhe zu sein und wartete einfach ab.
Eragon wurde nun klar, woher die Wut gekommen war die ihn ergriffen hatte. Der Moment der Wärme und Nähe mit seiner Familie in der Sicherheit seines Hauses hatte ihn vergessen lassen wie Hilflos er sich auf der Rückreise gefühlt hatte. All die Wut war wieder in ihm hochgekommen. Dazu kam noch die Erkenntnis, dass Darus sich feige aus der Verantwortung gestohlen hatte.
"Diesmal nicht." flüsterte Eragon.
Der Blick der grünen Augen die ihn musterten wurde fragend.
"Ich will diesmal kein Verständnis aufbringen." erklärte Eragon Arya. "Bei allen Feinden die mir je gegenüberstanden habe ich versucht Verständnis aufzubringen. Das hat Oromis mich gelehrt. Zu kämpfen, einfach nur weil man den Gegner hasst ist das schlechteste Motive das man haben kann. Deshalb bemühe ich mich immer zu verstehen warum mein Gegner böses tut. Wenn ich dieses Grundverständnis habe ist das mein Schutz davor die selben Fehler zu machen und mich im Hass zu verlieren. Aber diesmal nicht. Ich will kein Verständnis haben für Darus. Ja, er und Harkor haben viel durchgemacht. Aber was ist mit meinem Vater, Brom? Was ist mit Glaedr? Sie haben die selben Verluste erlitten! Sogar noch schlimmere! Aber sie haben nicht aufgegeben. Sie haben großes geleistet und sich Würde und Ehre bewahrt! Und Was machen Darus und Harkor? Sicher, den Körper zu verlieren ist eine schreckliche Erfahrung für einen Drachen aber....."
"Ich verstehe was du sagen willst Eragon" beschwichtigte Arya. "Ich habe ähnliche Gefühle. Du weist welche Opfer ich für die Sicherheit von Saphiras Ei gebracht habe. Ich habe sie für die Drachenreiter gebracht. Für das Erbe von etwas das ich als gut und richtig ansehe. Jemand wie Darus und sein Drache.....Es fühlt sich an als ob meine Opfer verspottet würden."
Eragon beugte sich vor und legte seine Stirn an die von Arya.
"und jetzt sein Selbstmord." flüsterte er. "Das ist einfach nur die Tat eines Feiglings. Er hatte nicht einmal den Mut mir in die Augen zu sehen und zu seinen Verbrechen zu stehen! Ich will diesmal keine Entschuldigungen suchen und kein Verständnis aufbringen."
"Gnade ist etwas, dass gewährt wird Liebster." flüsterte Arya. Sie hob den Kopf und blickte ihn an. "Aber sie muss auch verdient sein."
"Und diese beiden verdienen sie nicht." vollendete Eragon.
Arya stimmte ihm stumm zu.
Einige Augenblicke verharrten die Gefährten schweigend beieinander. Genossen einfach die Gegenwart des Anderen.
Es war für Eragon ein befreiender Gedanke, dass Arya seine Gefühle nicht verurteilte, ja, sie sogar teilte.
-"Weisheit bedeutet nicht, dass man aufhört zu fühlen wie alle anderen Wesen Kleiner."- steuerte Saphira schließlich bei. Offenbar hatte sie die Gedanken ihres Reiters verfolgt. -"Darus hat dich angegriffen und es war eine feige Attacke an einer sehr empfindlichen Stelle. Niemand kann von dir verlangen, dass du dafür Verständnis hast."-
Eragon dankte seiner Drachendame auf eine Weise die über Worte hinausging. Er ließ sie die Kraft spüren, die er aus ihrem Trost gewonnen hatte.
Gestärkt erhob sich der Anführer der Reiter.
Auch Arya richtete sich auf.
"Ich denke wir sollten dem Rat vorschlagen Darus ohne irgendwelche Ehrenbezeugungen zu begraben." schlug er vor. "Sein Körper und die Reste von Harkors Eldunari sollten eingeäschert werden und dann begraben wir die Überreste an einem geheimen Ort."
Arya nickte.
"Zum Glück haben wir weitgehend geheim gehalten, dass Darus ein Reiter der alten Zeit war." sagte die Elfe. "Wir hätten das Geheimnis der Eldunari enthüllen müssen um seine wahre Natur erklären zu können."
"Das Beste wäre es wohl wenn wir offiziell verlauten lassen, dass Darus ein Magier war der zu uns kam um zu lernen aber zu viel Macht wollte. Daher startete er einen Angriff auf Marlena um von uns Wissen zu erpressen. Weitere Details können wir als Geheimsache des Ordens behandeln und aus Sicherheitsgründen verschweigen."
"Ein guter Vorschlag " stimmte Arya zu. "Bleibt nur die Angelegenheit mit der Heilerin Adira."
"Eine Angelegenheit die wir König Maranus überlassen sollten." schlug Eragon vor. "Sie gehört zu seinem Volk. Damit ist es seine Angelegenheit und ich habe vertrauen in die Weisheit deines Nachfolgers. Er wird ein gerechtes Urteil fällen."
"Gut, dann komm Liebster. Reden wir mit dem Ältestenrat."
Seite an Seite verließen die beiden Reiter das Kellergewölbe und traten zurück ins Licht des Tages.
Abstimmen nicht vergessen;)
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Eragon-OS-Sammlung
FantasíaDiese One-shot Sammlung von Eragon gehört nicht mir. Ich habe sie nur auf ff.de gefunden der eigentliche Autor heißt auf ff.de Traeumer. Die One-shots beziehen sich auf seine Eragon Fortsetzungen. (Man kann die Geschichte auch auf Fanfaction.de lese...
