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59. Der verlorene Sohn Teil 1

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Die Gruppe setzte ihren Weg fort und stieß schließlich auf eine Ansammlung von Mitgliedern die Eragon als Jugendliche einstufte wenn man menschliche Maßstäbe anlegte. Er entdeckte unter ihnen die weibliche Elfe, die nur mit einem Auge geboren worden war. Er erinnerte sich noch wie tief es gerade sie getroffen hatte als durch Cale bewiesen worden war, dass ihre Existenz keine Beleidigung der Drachen darstellte.
Als sich die Reiter und ihre Führer der Gruppe näherten stellte Eragon schmunzelnd fest, dass es auf jeden Fall eine Gemeinsamkeit zwischen den Elfen gab die er bisher kennen gelernt hatte und den Verstoßenen. Auch diese Elfen verehrten die Drachen. Durch eine Lücke zwischen den Zelten beobachteten die Jugendlichen Saphira und ihre Artgenossen. Verglichen Spannweite der Flügel, den Glanz der Schuppen und den Körperbau mächtigen Wesen.
Während Eragon über diese Tatsache nachdachte kam ihm ein Gedanke und er beschloss Sina darauf anzusprechen.
"Das erleichtert mich, dass ich in eurer Gruppe wohl keine Abneigung gegen die Drachen etabliert hat Sina Älfa-Cona. War denn immer so?"
Die Antwort schien der Elfe ein wenig peinlich zu sein:
"Es gab Zeiten da gab es zumindest eine Kontroverse unter uns. Eine angeregte Diskussion darüber wer für unser Unglück verantwortlich war. Einige sahen schon die Drachen als Schuldige. Unser Frieden mit ihnen hatte schließlich die Veränderung in unserem Volke eingeleitet. Die Ersten haben uns dazu ermuntert die Diskussion offen zu führen."
"Das ist gut." betonte Eragon. "Es ist nicht gut Wut in sich hinein zu fressen. Verbitterung ist meistens das Endergebnis. "
"Das war auch das Argument der Ersten!"pflichtete Legartis Eragon bei.
"Im Grunde sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass jeder für sich eine Antwort finden musste." fuhr Sina fort. "Es gab einige, die den Drachen zumindest skeptisch gegenübergestanden sind. Kritische Stimmen gegen die Kinder des Himmels und des Feuers verstummten allerdings vollständig als Maris und Säris uns in unserem Exil entdeckten.
Als sie zu uns kamen erfuhren wir, dass der Orden der Drachenreiter überhaupt nichts von unserer Verbannung wusste. Säris hat ähnlich erbost reagiert wie eurer Drachen damals als er erfuhr, dass unser Leid im Namen seines Volkes geschehen war. Auch die die den Drachen bisher skeptisch gegenüberstanden sahen sich nun gezwungen dieser Haltung aufzugeben. Man kann niemandem die Schuld für etwas geben, der überhaupt nichts über das Unrecht weiß, das in seinem Namen geschehen ist. Auch war es Maris der uns ermöglichte Reiterprüfungen abzuhalten und uns die Hoffnung gab, dass es für uns eines Tages ein anderes Leben geben könnte. Durch euch Schattentöter und den neuen Orden hat sich diese Hoffnung nun erfüllt. Wie könnten wir also anders als mit liebevoller Verehrung an die Drachen und die Reiter denken?"
"Wie gesagt ich bin froh das zu hören." lächelte Eragon und fügte dann noch hinzu:"Ich nehme an, es wird euch auch viel bedeuten, Sina Älfa-cona, dass ich bereits ein Gespräch mit dem Chronisten des neuen Ordens geführt habe. Es handelt sich um einen menschlichen Gelehrten namens Jeod. Ich habe im davon berichtet was wir über Maris und seinen Drachen erfahren haben und er ist bereits dabei diese Informationen in die offizielle Chronik des Ordens aufzunehmen. Jeder junge Reiter wird von heute an lernen, dass euer verstorbener Gefährte kein Verräter war.Jeod ist der Meinung, dass er einen ersten Entwurf der Geschichte dieses unglücklichen Reiters und seine Seelenbruders fertig gestellt haben wird wenn ihr die Ostmark erreicht. Er würde sich dann gerne mit euch treffen um eure Meinung darüber zu hören. Er will schließlich alles korrekt wiedergeben.
"Danke."sagte Sina erneut ergriffen. "Es wird mir nicht nur eine Ehre sondern ein Privilegs sein."
Während Sinas Ausführungen hatte sich Legartis von der Gruppe entfernt, war dem Klang der Stimmen gefolgt und zu den Jugendlichen getreten. Nun kehrte er mit einem Elfen an seiner Seite zurück der nach Eragons Schätzung etwa 20 Sommer gesehen haben musste. Ein Blick genügte dem Anführer der Reiter um zu der Überzeugung zu kommen, dass er dem Sohn von Tialva und Bloedgram gegenüberstand. Der junge Elf hatte durchaus Ähnlichkeit mit seiner Mutter. Besonders die Mischung aus Schwarz und Silber in seinem Haar war ein deutlicher Hinweis. Es war Eragon nicht möglich zu sagen ob es auch auffällige Ähnlichkeiten mit seinem Vater gab da der Wolfkatzenelf mithilfe von Magie große Änderungen an sich selbst vorgenommen hatte. Saphiras Reiter bezweifelte, dass der Anführer der Krieger der Drachen bereits mit einem blau schwarzen Fell zur Welt gekommen war.
Schließlich war es Legartis der jeden weiteren Zweifel ausräumte:
"Arget Un Eragon, darf ich euch und euren Begleitern Trenyan vorstellen. Er ist derjenige den ihr sprechen wollte."
"Auch wenn mir nicht ganz bewusst ist wieso. Natürlich ist es eine Ehre mit euch zu sprechen aber ich hoffe, dass ich nicht euren Unwillen erregt habe."
Allgemeine Verwirrung breitete sich unter den Anwesenden aus. Die Stimme, die Legartis Worte ergänzt hatte schien aus dem Nichts gekommen zu sein. Auch Klang sie anders als alles was Eragon je vernommen hatte. Während die Stimme erklang hörte man im Hintergrund ein Geräusch das Eragon an dem Klang erinnerte der entstand wenn man zwei leere Weingläser vorsichtig aneinanderstieß und somit in Schwingung versetzte.
Die Verwirrung hatte offensichtlich auf die Gesichtszüge der Drachenreiter übergegriffen den Sina ließ ein leises Lachen vernehmen.
"Was ihr der gehört habe ehrenwerte Reiter war Trenyans Stimme.
Legartis Schwester trat zu dem jungen Elfen und lenkte die Aufmerksamkeit der Reiter auf einen Anhänger des dieser trug. Er war sechseckig und von einer feinen gläsernen Struktur. Vom Aussehen her erinnerte das Gebilde Eragon an ein Spinnennetz welches im Morgentau glänzte.
Auch Trenyan lächelte nun, ergriff den Anhänger mit Daumen und Zeigefinger seiner rechten Hand und wieder war die geisterhafte Stimme zu hören.
"Ich entschuldige mich bei euch ehrenwerte Gäste. Ich hätte euch auf diese Besonderheit hinweisen sollen. Wie ihr vielleicht wisst bin ich ohne Stimmbänder geboren worden. Wir alle, die wir verbannt worden sind mussten lernen unsere Schwächen zu läutern. Natürlich könnte ich im Geist mit anderen Wesen kommunizieren aber das ist eine recht aggressive Art mit jemandem zu sprechen. Ich müsste von jedem verlangen, dass er mir Einlass in seinen Geist gewährt und das erscheint mir sehr unhöflich. Deswegen habe ich diesen Anhänger mit einem Zauber versehen. Meine Magie versetzt die Struktur des Kristalls in Schwingungen und je nach dem wie ich meine Magie hindurchlenke entstehen unterschiedliche Töne. Auf diese Weise kann ich Worte erzeugen. Das gesprochene Wort verstehen ist für mich kein Problem wenn mein Gehör ist völlig normal entwickelt. Leider ist es mir nicht möglich auf diese Weise Magie zu wirken."
"Warum nicht?" erkundigte sich Roran höflich. "Verzeiht bitte meine Ignoranz aber da ich keine Magie beherrsche weiß ich nicht soviel über die Regeln denen sie unterliegt. Es müsste doch aber auch ohne weiteres möglich sein dass ihr mit eurem Anhänger auch die Worte der Macht bildet Trenyan."
"Das ist Graf Hammerfaust." erklärte Legartis als der Junge ihn fragend ansah. "Er ist der Cousin des Schattentöter und der Vater von Reiterin Ismira. Außerdem ist er der Herrscher über das Tal dass sie demnächst auf unserem Weg durchqueren werden. Seine Familie war auch so gütig uns bereits zu einem ihrer Feste einzuladen."
Trenyan verneigte sich eilig respektvolle vor Roran und sagte:
"Es ist eine Ehre euch zu treffen Graf. Eure Tochter hat bereits einige Geschichten über euren Heldenmut in Umlauf gebracht."
Amüsiert stellte Eragon fest, dass Ismira es plötzlich nicht wagte ihren Vater anzublicken, sich dafür aber außergewöhnlich für einen vorbei fliegenden Vogelschwarm zu interessieren schien.
Inzwischen vor Trenyan fort:
"Um eure Frage zu beantworten Hammerfaust: Natürlich vermag ich auch die Worte der alten Sprache zu formen aber dennoch kann ich nicht auf diese Weise Magie wirken. Die Magie kommt schließlich nicht von den Worten her. Sie entstammt dem Körper des Magiers selbst der einen Teil seiner Kraft ist opfert um die Energie, die uns alle umgibt und verbindet in seinen Körper fließen zu lassen. Spricht man dann eines der Worte der Macht aus erteilt man der Kraft ihren Auftrag. Es ist aber wichtig, dass eine Verbindung besteht zwischen der Seele die die Magie beschworen hat und dem Wort. Deshalb muss man es aussprechen. Mein Anhänger ermöglicht es mir zwar zu kommunizieren aber er ist ein Objekt dass nicht mit meiner Seele verbunden ist. Stellt euch vor eure Tochter würde ihre Magie beschwören und ihr würdet ein Wort in der alten Sprache sagen. Nichts würde geschehen weil es keine Verbindung gibt zwischen der Kraft und dem gesprochenen Befehle. Nur wenn eure Tochter das entsprechende Wort nennt würde eine Reaktion erfolgen. Mein Anhänger gibt zwar wieder was ich sagen möchte aber er ist doch ein von mir getrennt existierendes Objekt."
"Soweit wir wissen habt ihr aber andere beeindruckende Wege gefunden die Magie zu nutzen Trenyan-Finiarel."
Eragon ergriff nun das Wort.
"Soweit wir wissen habt ihr es zu einmaliger Meisterschaft gebracht wenn es um ungesagte Zauber geht."
"Das ist richtig Schattentöter." bestätigte Trenyan. "Dabei ist es aber weniger ein einzigartiges Talent von meiner Seite her sondern der Tatsache geschuldet, dass ich mich aufgrund einer Behinderung ganz anders mit der Magie auseinandersetzen musste. Legartis und seine Schwester haben mir bereits gesagt, dass ihr euch für eine meiner Arbeiten interessiert habt. Das ist natürlich eine Ehre für mich aber da sich Fragen wieso?"
"Über eure Art die Magie zu nutzen würde ich mich gerne später noch ausführlicher mit euch unterhalten Trenyan- Finiarell aber der Grund weshalb wir Informationen über euch und eure Arbeiten eingeholt haben ist genau der Grund weshalb wir jetzt miteinander reden. Es geht um eure Eltern."

(Abstimmen nicht vergessen;))


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