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76. Folgen Teil 1

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Verblüfft lehnte sich Eragon in seinem Schreibtischstuhl an Bord des Elfenschiffes zurück auf dem er, Arya, Marlena und die jüngsten Novizen des Ordens den Isenstar überquerten.
Nachdem der Anführer der Reiter König Maranus und Königin Nievren mitgeteilt hatte, dass der Orden ihrer Bitte nachkommen würde und als Richter im anstehenden Prozess fungieren würde hatte das Herrscherpaar die Drachenreiter eingeladen den See als Gäste auf ihrem Schiff zu überqueren.
Saphira hatte selbstverständlich angemerkt, dass ihr Reiter auf ihrem Rücken die Strecke weit schneller zurücklegen würde aber Eragon hatte sie besänftigt.
Zum einen war es eine gute Gelegenheit sich mit dem König und der Königin über den Stand der Dinge in Bezug auf die Ermittlungen gegen die Gruppe der Heiler zu informieren. Zum anderen hatte er seine langjährige Begleiterin darauf hingewiesen, dass es unhöflich wäre eine Einladung eines Königs und seiner Königin abzulehnen. Als letztes Argument hatte er ins Feld geführt, dass der zeitliche Vorsprung ihnen sowieso nichts bringen würde. Der Prozess konnte nicht beginnen bevor Kalain und Sylara eintrafen und auch das Herrscherpaar musste in der Hauptstadt anwesend sein bevor die Verhandlung ihren Anfang nehmen konnte.
Saphira hatte sich schließlich überzeugen lassen und kreiste nun gemeinsam mit ihrem Nistpartner über dem Schiffs welches lautlos durch das Wasser des Sees glitt.
Eragon hatte schließlich auch entschieden Sina, Trenyan und ihre beiden Schlüpflinge mit auf die Reise zu nehmen. In dieser Angelegenheit war er zunächst unschlüssig gewesen. Immerhin stand der Prozess gegen die Elfen, die bei den beiden neuen Schülern des Ordens viel Leid verursacht hatten erst noch bevor. Aber er war schließlich zu dem Ergebnis gekommen, dass es die beste Entscheidung war. Nur zwei Alternativen hätten sich geboten. Die beiden jungen Drachen Reiter hätten allein in Gil'ead zurückbleiben können und auf die Rückkehr ihrer Lehrer warten müssen. Es war allerdings unmöglich zu sagen wie lange der Prozess sich hinziehen würde und Eragon war nicht wohl bei dem Gedanken die Ausbildung der jungen Drachen und ihre Reiter so lange zu verzögern. Einige Lektionen waren an die Entwicklung der Schlüpfling gebunden und man durfte, trotz des Friedens, nicht vergessen das gerade so junge Drachen sehr verwundbar waren. Nein, die Novizen alleine zurückzulassen behagte dem Anführer der Reiter überhaupt nicht. Die Alternative wäre es gewesen, dass sie sich dem Zug der Elfen aus dem Norden anschlossen der sich jetzt nach Osten gewandt hatte um nach einigen Wochen ein Schiff zu besteigen welches die ehemals Verstoßenen in ihre neue Heimat, in der Ostmark, bringen sollte.
Auch das behagte Eragon nicht wirklich. Zwar wurde die Reisegruppe, zu der nun auch einige Elfen gehörten die Verwandte unter den Verstoßenen wieder gefunden hatten, von seiner Nichte Ismira, Cale und ihren jeweiligen Drachen begleitet aber Saphiras Reiter hatte nicht vergessen wie die Elfen reisten. Sie bildeten keine geschlossene Marschkolonne die alles Leben um sich herum verscheuchte, pflanzliches Leben auf ihrem Weg niedertrampelte. Nein, die Mitglieder des schönen Volkes teilten sich lieber in kleinere Gruppen auf und verstreuten sich oft über mehrere Meilen. Es wäre schwierig gewesen Sina, Trenyan und die beiden Schlüpfling im Blick zu behalten. Außerdem wäre der Fußmarsch für die jungen Drachen eine wesentlich größere Belastung gewesen als eine sanfte Schiffsreise.
Diese Überlegungen hatten Eragon schließlich dazu geführt dass die Novizen des Ordens am besten in seiner Nähe aufgehoben waren.
Am zweiten Tag ihrer Überfahrt Eragon schließlich eine Nachricht aus der Ostmark erhalten. Tar wünschte mit ihm zu sprechen und der Urgal hatte in der Tat einiges zu berichten.
"Ein wilder Drache der sich einen Reiter sucht." Eragon blickte das Abbild von Tar im Spiegel an und schüttelte schmunzelnd den Kopf. "Das erinnert mich an etwas was mein Vater Brummen einmal über die Drachen gesagt hat. Dass sie magische Kreaturen wären und selbst die Reiter, die soviel über sie wissen, immer wieder aufs neue in Erstaunen versetzen. Wundersame Dinge würden um sie herum geschehen. Da hatte der alte Fuchs mal wieder recht. Das hier ist ein anschauliches Beispiel dafür."
"Da habt ihr durchaus recht Meister. Ich war auch zunächst völlig überrascht. Ich habe aber noch einmal mit Vervarda gesprochen und sie hat mir versichert, dass alles seine Ordnung hat. Voratan hat mit dem jungen Drachen gesprochen und festgestellt, dass er seine Wahl aus tiefer Überzeugung heraus getroffen hat und aus freiem Willen. Auch die wilden Drachen werden dieses neue Gespann also akzeptieren."
"Gut"bewertete Eragon. "Voratans Urteil steht hier außer Frage und auch die übrigen wilden Drachen werden sein Wort nicht anzweifeln. Wie hat denn der neue Reiter, Geoff heißt er oder? Wie hat der neue Reiter den auf seine Wahl reagiert."
Tar lachte.
"Zunächst ist er so weiß geworden wie frisch gemolkenem Milch aber jetzt freut er sich sehr. Er ist absolut überzeugt davon dass er und sein Drache zusammengehören. Gerade versuchen sie einen Namen für den Winzling zu finden. Naja und Tanis unterstützen sie aber trotzdem gestaltet sich die Sache etwas schwierig."
"Warum? "
Die Sorge die Eragon aufkeimte wurde durch Tars herzliches Lachen zerstreut.
"Weil der Schlüpfling noch nicht sprechen kann Meister. Zumindest nicht die Sprache der Zweibeiner. Für einen wilden Drachen sind Worte wie eine Fremdsprache. Der Kleinen begreift zwar schon alles aber drückt sich eben auf die Art der Feueratmer aus. Gefühle und Eindrücke. Meine Schützlinge wollen zwar nicht aufgeben aber ich denke mit dem Namen werden wir etwas warten müssen bis sich die Denkweise des jungen Drachen etwas seinem Reiter angeglichen hat und auch eher Worte als Sprache akzeptiert."
Eragon nickte verstehend während Tar weiter sprach.
"Wenn ihr einverstanden seid Meister würde ich gerne die Ausbildung dieses neuen Gespanns bis zu eurer Rückkehr überwachen und sie gemeinsam mit Tanis und seiner Reiterin unterweisen. Ich denke es würde Geoff und auch seine Drachen gut tun."
"Wie kommst Du zu dieser Überzeugung Tar?" wollte Eragon wissen. Er wollte nicht die Kompetenz des anderen Reiters infrage stellen und war der Lösung die der Urgal vorschlug nicht abgeneigt aber er wollte die Gedankengänge die hinter Tars Bitte standen verstehen.
"Nun, zum einen sind Naja und Geoff bereits eng befreundet. Die beiden werden sich sowieso über alles austauschen was in ihrer Ausbildung geschieht und ich denke, dass es dem jungen Drachen gut tun würde Zeit mit Tanis zu verbringen. Dieser junge schwarze Drache ist selbst ein Wildfang aber eben doch ein Scublaca der sich einen Reiter gewählt hat. Durch den Kontakt zueinander wird der junge Braune am ehesten an die neue Denkweise herangeführt werden."
Eragon nickte zustimmend.
"Eine gute Überlegung Tar. Ich denke du hast recht. Außerdem ist es auch ganz gut wenn Geoff gemeinsam mit anderen Reiter unterrichtet wird und nicht noch mehr in die Rolle eines Sonderlings gedrängt wird. Seine Berufung zum Reitern ist bereits unter ungewöhnlichen Umständen geschehen. Wir müssen dafür sorgen dass er dies schlicht und ergreifend als Tatsache akzeptiert. Weder soll er sich erdrückt fühlen weil alle jetzt von ihm erwarten, dass er etwas Besonderes leistet. Er darf aber auch nicht in die Überheblichkeit abgleiten."
"Da stimme ich zu Meister." versicherte Tar." Ich werde sorgfältig darüber wachen, dass gerade das nicht passiert."
Zufrieden mit der gefundenen Lösung beendete Eragon kurze Zeit später das Gespräch mit seinem ehemaligen Schüler und machte sich auf den Weg an Deck. Er wollte die Angelegenheit auch noch mit Arya besprechen.





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