Eragon wartete nicht bis sich Saphira niedergelegt hatte um ihm das Absteigen zu erleichtern. Dank seiner elfengleichen Kraft sprang er einfach aus dem Sattel und landete geschmeidig im Gras.
Kein Flug zuvor war ihm so lang vorgekommen, dass war Eragon schmerzlich bewusst als er auf sein Haus zueilte.
Hilflos, so hatte er sich gefühlt als das Gespräch mit Arya beendete gewesen war. Sicher hatte er ihr geholfen einen Plan zu entwickeln aber trotzdem. Er hatte nichts mehr tun können nachdem sie sich verabschiedet hatten!
Natürlich hatte er sich unmittelbar auf den Rückweg zur Ostmark gemacht. Gleichzeitig war ihm aber klar gewesen, dass Saphira niemals schnell genug sein konnte! Selbst mit ihrem falkenhaften Tempo würden sie erst zurück sein wenn die Entscheidung gefallen war.
Eragon betrat die Küche seines Hauses und wurde von einer bekannten Stimme empfangen.
"Langsam Jungchen! Renn mich nicht um."
Angela zwinkerte ihm schelmisch zu. Die Kräuterhexe saß am Küchentisch und nippte an einer Tasse Tee. Solenbum saß in seiner menschlichen Gestallt im Schneidersitz auf dem Boden und leerte mit bloßen Fingern ein Marmeladenglas.
"Es ist alles in Ordnung." unterbrach Angela den Anführer der Reiter gerade als dieser den Mund zu einer Frage öffnen wollte. "Glaubst du mir das? Natürlich nicht. Du wirst erst aufhören dich wie ein kopfscheues Pferd aufzuführen wenn du mit deinen Damen gesprochen hast. Sie sind beide oben in Marlenas Zimmer. Auch auf die Gefahr hin meinen Atem zu verschwenden sage ich es noch mal: Es geht beiden gut. "
Eragon fühlte sich von Angelas Rede und ihrer unbekümmerten Art etwas überrannt. Ihr Plauderton stand im völligen Gegensatz zu allem was er im Augenblick fühlte.
Mehr als ein Nicken und ein nervöses Lächeln brachte er als Antwort nicht zustande. Angela schien aber auch nicht mehr zu erwarten.
Eragon verließ die Küche und ging zu der Treppe die hinauf in Marlenas Zimmer führte. Er rannte nicht mehr. Etwas von seiner Anspannung hatte Angela ihm doch genommen.
Der Rest verpuffte als er die Treppe erklomm und zwei Stimmen an seine Ohren drangen.
"Es ist doch nur zu deinem Besten."
"Es ist völlig übertrieben!"
"Das Denke ich nicht."
"Vater!" Marlena, die immer noch im Bett lag hatte Eragon entdeckt der inzwischen im Türrahmen stand. "Würdest du Mutter bitte sagen, dass..."
"Eragon würdest du deiner Tochter bitte......"
Mutter und Tochter verstummten als sie bemerkten, dass Eragon nur mühsam ein Lachen unterdrückte.
"Euch scheint es ja wirklich wieder gut zu gehen." prustete er schließlich in die Stille hinein. "Wenn ihr schon wieder streitet."
Mutter und Tochter sahen sich einen Augenblick an. Marlena konnte nicht an sich halten und begann ungehemmt zu kichern.
Arya kämpfte um ihre Selbstbeherrschung, doch es gelang ihr nicht völlig das verräterische Zucken ihrer Mundwinkel unter Kontrolle zu bringen.
Eragon nutzte die Gunst der Stunde und zog seine Familie in eine Umarmung. Für einige Augenblicke war alles um ihn herum nebensächlich. Er spürte erst jetzt wie groß seine Anspannung gewesen war. Jetzt, als sie von ihm abfiel.
Er hatte das Herz, das Zentrum seines Lebens nicht verloren!
"So," sagte er als er zwei seiner drei Herzdamen wieder aus der Umarmung entließ. "Worum geht es denn?"
"Darum das Mutter übervorsichtig ist." murrte Marlena und verschränkte die Arme vor der Brust. "Sie will mir einen Leibwächter aus den Reihen der Krieger der Drachen zuteilen. Er soll mir überall hin folgen und mich beschützen."
Eragon hielt seinen Blick bewusst neutral als er zu Arya blickte. Die Elfe brachte im Grunde das auf den Punkt was auch er fühlte als sie sagte:
"Ist es so unverständlich, dass ich um dich besorgt bin Marlena? Wir hätten dich fast verloren!"
"Das verstehe ich ja." murrte die Jugendliche widerwillig. "Aber das hier ist unser Zuhause. Was soll das denn für ein Leben sein wenn wir selbst hier nun überall Attentäter und Verräter sehen?"
Tief in sich spürte Eragon heißen Zorn auflodern. Das war als Darus Erbe! Misstrauen und angst! In seinem eigenen Haus!
Marlena indessen sprach weiter:
"Außerdem bin auch ich kein hilfloses Baby mehr. Und wo soll das denn enden? Willst du auch einen Vorkoster anheuern? Soll ich keinen Bissen mehr essen, keinen Schritt mehr tun können ohne an die Tatsache erinnert zu werden, dass ich fast gestorben wäre?"
"Natürlich nicht aber auch dein Vater hatte während des Krieges eine Leibgarde."
"Das war aber auch Krieg Mutter." igelt Marlena dagegen. "Ist unsere Heimat jetzt ein Schlachtfeld?"
Arya blickte etwas hilflos zu Eragon.
Saphiras Reiter war, gerade bei den letzten Worten seiner Tochter, ein Gedanke gekommen.
"Natürlich ist unser Zuhause kein Schlachtfeld." räumte Eragon ein. "Und du hast recht, dass wir nicht in Angst leben dürfen Marlena aber ich kann auch deine Mutter verstehen. Wir können auch nicht so tun als hätte es diesen Anschlag auf dich nicht gegeben."
Was schlägst du vor Eragon?" fragte Arya und auch Marlena schien neugierig.
"Nun," hob Saphiras Reiter an. "Wir wissen ja nun schon eine weile, dass du von uns auch magisches Talent geerbt hast Marlena. Bisher haben wir entschieden dich nicht in der Magie auszubilden. Magie verbraucht körperliche Kraft und es ist leichter seine Grenzen zu kennen wenn sie sich nicht durch Wachstum und das Erwachsenwerden ständig verändern. Vielleicht sollten wir diesen Punkt, im Angesicht der jüngsten Ereignisse, noch mal überdenken."
"Ich soll Magie erlernen dürfen?" Marlenas Stimme war freudig erregt.
"Keine vollständige magische Ausbildung." dämpfte Eragon. "Dafür ist später noch Zeit. Aber vielleicht eine Ausbildung in einem Teilaspekt der Magie. Wir könnten dir beibringen wie man Schutzwälle um sich legt und wie man Magie benutzt um Essen und Getränke auf Gifte zu überprüfen. Auf diese Weise könntest du dich selbst vor Angriffen wie dem von Darus und Harkor schützen."
"Und wenn wir die Ausbildung selbst in die Hand nehmen" überlegte Arya laut. "Wüsste niemand wie gut du dich selbst schützen kannst was ein zusätzlicher Vorteil wäre."
"So sehe ich das auch." bekräftigte Eragon. "Eine Wache bietet zwar Sicherheit aber ist auch ein offensichtliches Ziel mein Stern. Einen einzelnen Wächter kann man ausschalten oder umgehen und eine höhere Anzahl.....Nein, ich weigere mich, mich in meinem eigenen Haus zu fühlen wie in einer belagerten Festung. Außerdem ist es doch unsere Aufgabe als Eltern dafür zu sorgen, dass Marlena selbst im Leben zurecht kommt und nicht jemanden zu finden der alle Probleme für sie löst."
Alle Blicke richteten sich nun wieder auf Arya. Noch überlegte die Elfe schweigend, dann jedoch nickte sie.
"Du hast nicht unrecht Eragon. Das scheint mir wirklich eine gute Möglichkeit zu sein."
"Und biss ich die Zauber selbst wirken kann könntet ihr mir einfach einen verzauberten Talisman mitgeben. Das geht doch oder? Das man einen Gegenstand so verzaubert, dass er bestimmte Fähigkeiten oder Schutz liefert. So wie der Ring von Saphira. Den, den ihr die Zwerge geschenkt haben!"
"Allerdings das geht." bestätigte Arya. "Du müsstest mir aber versprechen, dass du mit diesem Talisman sorgsam umgehst Tochter und ihn immer bei dir trägst solange bis du entsprechend in der Magie geschult bist."
"Großes Ehrenwort." bekräftigte Marlena die von der Idee offenbar Feuer und Flamme war.
"Gut, dann...." Eragon unterbrach sich als Saphira seinen Geist anstieß.
-"Entschuldige Kleiner."- sagte die blaue Drachendame als ihr Reiter seinen Geist geöffnet hatte. -"Aber Fírnen und Tanis sind gerade gelandet. Du und Arya, ihr müsst kommen. Es ist irgendwas mit Darus."
Abstimmen nicht vergessen;)
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Eragon-OS-Sammlung
FantasyDiese One-shot Sammlung von Eragon gehört nicht mir. Ich habe sie nur auf ff.de gefunden der eigentliche Autor heißt auf ff.de Traeumer. Die One-shots beziehen sich auf seine Eragon Fortsetzungen. (Man kann die Geschichte auch auf Fanfaction.de lese...
