Der Name des schwarzen Schwertes hallte in Garaths Gedanken wieder. Er hatte einiges über die Geschichte der Drachenreiter gelernt und er wusste was dieser Name bedeutete. Dies war das ursprüngliche Schwert von Galbatorix. Er hatte diese Klinge geführt bis er sie verloren hatte. Schließlich hatte er sie durch das Schwert ersetzt welches er Vrael, dem letzten Großmeister des alten Ordens, gestohlen hatte.
Nur am Rande seines Bewusstseins nahm Garath das Rauschen und die Erschütterung wahr als Kyra und Aurelia durch die Einflugöffnung im Dach das Gebäude betraten.
Die Rote trat an die Seite ihres Reiters und betrachtete das dunkle Schwert mit schief gelegtem Kopf.
Garath spürte wie der Geist der jungen Drachendame kurz durch seine Gedanken huschte. aurelia erfuhr was ihren Reiter so fesselte. Ein tiefes knurren Drang aus ihrer Kehle. Ihr Interesse an dem dunklen Schwert schlug in tiefe Ablehnung um.
Bevor Garath sich jedoch mit seinem Drachenmädchen darüber austauschen Konnte erklang plötzlich Svenajas Stimme in der Stille die Einzug gehalten hatte.
Die junge Reiterin hatte ein Buch ergriffen, welches auf einem Sockel hinter dem Schwert gelegen hatte.
Ein Schauer lief Garath über den Rücken als er die Stimme seiner Mitschülerin hörte. Die Lebensfreude war völlig aus ihr gewichen. Monoton und von tiefer Trauer erfüllt las die junge Frau aus dem Norden vor was dort geschrieben stand.
Schon nach wenigen Sätzen musste Garath mit aufsteigender Übelkeit kämpfen. Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Die s war Jnturheim! Garath hatte von dieser Stadt in Geschichtsbüchern gelesen. Wie Cosaria war sie einst ein mutiger Vorstoß der Völker Alagaesias in Unbekannte gewesen. Die Stadt war unter dem Schutz der Reiter errichtet worden und das Buch aus dem Svenaja laß war das Tagebuch des letzten Stadthalters.
Die jungen Reiter erfuhren wie der Stadthalter zu Tode gekommen war, seinen verzweifelten letzten Gedanken und dem was die 13 und ihr Meister in dieser Stadt angerichtet hatten.
Unweigerlich kam Garath die kleine Holzfigur wieder in den sinn. Er schauderte. Die Figuren lagen noch an der selben Stelle wo vor weit über 100 Jahren die Kinder mit ihnen gespielt hatten.
Hatten sie es kommen sehen?
Vermutlich nicht. Ganz sicher sogar. Niemand in der Stadt hatte mit dem Schrecken gerechnet als sich unbekannte Drachen der Stadt näherten. Vermutlich hatten einige Bewohner hatten den ankommenden Drachen sicher zugewunken. Eine Abordnung des Ordens besuchte die Stadt! Wie schön!
Die meisten Bewohner hatten sicherlich keine Notiz von den Neuankömmlingen genommen. Die einfachen Leute hatten ihre Pflichten. Das Tagewerk musste erledigt werden auf den Feldern und den Werkstätten.
Die fremden Drachen waren gelandet, dann begann der Schrecken. Die 13 überwältigten die Verteidiger der Stadt und trieben dann die Bewohner aus ihren Häusern. alles mussten die Menschen zurücklassen, dort wo es gerade lag.
Garath fühlte sich mit einem mal regelrecht schäbig weil sie das Haus betreten hatten.
Svenaja hatte inzwischen aufgehört zu lesen . Fast andächtig legte sie das Buch zurück auf den Sockel. Kyra war an der Seite ihrer Reiterin. In dem alten Haus des Statthalters herrschte bereits Halbdunkel. Draußen dämmerte es und nur wenig Tageslicht fiel in das Gebäude.
Kyras Schuppen fingen das wenige Licht ein und der weißgoldene Leib der Drachendame schien förmlich im Halbdunkel zu leuchten. Zärtlich stieß Kyra ihre Reiterin mit der Schnauzte an.
Svenaja schien förmlich aus einer Trance zu erwachen. Sie löste sich von dem Sockel und strich ihrer Drachendame sanft über die Nase. Kurz huschte ein trauriges Lächeln über ihre Gesichtszüge.
"Hier hat alles angefangen meine Große." sagte sie halblaut.
"Was hat hier angefangen?" wollte Garath wissen.
Svenaja blickte ihn kurz an, sagte aber nichts. Statt dessen trat die junge Frau auf eines der Fenster zu welche den Ausblick auf den Marktplatz gaben.
.......Besser gesagt den Friedhof......... korrogierte sich Garath in Gedanken. Ihm war nun völlig klar wer da draußen begraben lag.
Der junge Fischersohn und sein Drachenfräulein folgten dem anderen Gespann zu dem Fenster. Es versetzte Grath einen kleinen Stich, dass Svenaja ihm nicht geantwortet hatte.
-"Nimm es ihr nicht übel."- tröstete Aurelia ihren Reiter. -"Irgend etwas hat Mensch-Reiterin-Svenaja tief getroffen. Gib ihr Zeit. Man kann nicht mit jedem über alles reden."-
Garath gab Aurelia recht aber trotzdem blieb für ihn eine bittere Note. Er hatte eben gehofft, dass er für Svenaja nicht einfach nur "jemand" war.
Was der junge Fischersohn sah als er zu Svenaja an das Fenster trat vertrieb augenblicklich all diese Gedanken aus seinem Verstand. Auf der anderen Seite des Fensters sah Garath nicht den Friedhof den er erwartet hatte sondern ein weit schrecklicheres Bild. Menschliche Überreste, Skelette! Der ganze Marktplatz war voll von ihnen. Auch die Gebeine von einigen ausgewachsenen Drachen entdeckte der junge Reiter.
Mit einem Schlag war der Mund des jungen Reiters staubtrocken.
"Wie.....was....."
"Es ist ein Zauber." erklärte Svenaja tonlos. "Ich habe ihn aktiviert. Er wurde von Arget Un Eragon hinterlassen. So sah der Marktplatz aus als er diesen Ort vor einem halben Jahrhundert mit Meisterin Narie entdeckte."
Garath erwiderte nichts. Sein Blick wanderte wieder zu den Toten jenseits des Fensters. Er musste an etwas denken, was sein Vater ihm einmal gesagt hatte. Garath war der Sohn eines Fischer, eines einfachen Mannes aus dem Volk der nie viele Bücher gelesen hatte. Doch dieser eine Ausspruch war von große Tiefe und Weisheit gewesen und Garath hielt ihn in Ehren. Sie waren damals auf einer Versammlung gewesen. Die Bewohner von Garaths Heimat hatten sich am Strand versammelt um einer Gruppe von Fischern zu gedenken die auf See geblieben waren. Garath, damals noch ein kleiner Junge, hatte sich gewundert warum so viele gekommen waren, auch Menschen die die Toten gar nicht gekannt hatten.
"Sohn," hatte Garaths Vater gesagt. "All diesen Menschen ist bewusst welchen Wert das Leben hat. ein Kluger Mann hat mal gesagt: Jedes Leben ist eine Welt. Eine Welt voller Möglichkeiten und Entscheidungen. Dem Verlust einer solchen Welt betrifft jeden und jeder sollte Respekt zeigen."
Jetzt musste Garath an diese Worte denken und erneut wanderte sein Blick über die gebleichten Knochen. Während er die Worte seines Vaters bedachte hatte der junge Reiter das Gefühl erst jetzt wirklich zu begreifen was die 13 und ihr Meister hier angerichtet hatten.
Den Rückweg durch die Stadt legten die beiden Reiter und ihre Drachen schweigend zurück. Selbst Kyra und Aurelia schien die Lust vergangen zu sein sich zu streiten. Ein Umstand den Garath begrüßte.
Bedauerlich fand er, dass auch Svenaja beharrlich schwieg. Garath verstand nicht wieso. Auch ihn hatte das Erlebte stark getroffen aber er wurde das Gefühl nicht los, dass seine Mitschülerin eine persönliche Note mit dem Erlebten verband. Er konnte sich keinen Reim darauf machen.
Als die vier Schüler des Ordens schließlich das Stadttor durchschritten war Garath froh die bedrückenden Straßen des ehemaligen Jnturheims hinter sich zu lassen. Er atmete tief durch und sah sich um. In einiger Entfernung am Rande des Plateaus lag der Schwarze Tanis und neben ihm entdeckte er die Reiterin Naja. Letztere winkte ihre Schüler zu sich herüber.
Es freute Garath, dass Svenaja sich von ihm mit einem Nicken und einem kurzen Lächeln verabschiedete. Anschließend trat sie mit Kyra zu ihrer Meisterin.
Im Stillen hoffte der junge Reiter, dass das nun anstehende Gespräch zwischen Meister und Schüler Svenaja helfen würde das erlebte zu verarbeiten.
Noch lange blickte er der jungen Frau nach bis plötzlich etwas seinen Ärmel ergriff und daran zu ziehen begann.
Garath sah sich um und erkannte, das Aurelia den Stoff seines Ärmels vorsichtig mit den Zähnen ergriffen hatte und sanft zog.
-"Komm jetzt!"- forderte das rote Drachenfräulein. -"Unsere Lehrer warten auch."-
Tatsächlich bemerkte der Fischersohn nun, das auch Arget Un Eragon und Meisterin Saphira sie erwarteten. In der Nähe des Schuppens hatten die beiden ein Feuer entzündet. Der Schattentöter saß auf einem der Baumstämme die als Sitzbänke um die Feuerstelle drapiert waren und Saphira Schimmerschuppe hatte sich würdevoll hinter ihren Reiter gelegt.
Es war Garath peinlich, dass er sich in der Bewunderung für Svenaja verloren hatte und schnell trat er nun zu seinen Lehrern. Der junge Reiter setzte sich seinem Meister gegenüber und Aurelia legte sich hinter ihn.
"Nun, " hob der Arget Un an. "Ich kann mir vorstellen, dass das, was ihr erlebt habt euch schwer getroffen hat. Nicht wahr?"
Garath nickte. Er wusste nicht ob es das war was seine Meister nun von ihm erwarteten aber er begann einfach zu berichten. Er erzählte wie sie die Stadt betreten hatten und welche Eindrücke sie gewonnen hatten. Er erzählte auch, dass sie eines der Häuser betreten hatten und Aurelia fügte zerknirscht hinzu, wie ungestüm sie darauf bestanden hatte auch das Innere der Häuser in Augenschein zu nehmen.
Das brachte der jungen Roten einen tadeln enden Blick von Meisterin Saphira ein aber der Arget Un fügte hinzu:
"Ihr seit nicht die ersten jungen Reiter die die Häuser erkunden wollten. Das ist auch gut so. Die Dinge von denen du berichtet hast Garath. Das Bild der Holzfiguren....all das macht für dich das was du erlebt und erfahren hast greifbarer. Eine solche Erkundung sollte respektvoll geschehen, ist aber an sich durchaus angemessen."
"Ich verstehe Meister." versicherte Garath. "Es hat die Dinge auch greifbarer für mich gemacht. Das und das, was mein Vater mir einst beigebracht hat."
"Interessant." lächelte Eragon mit freundlichem Interesse. "Und worin bestand diese Lektion junger Reiter?"
Garath berichtete von den Worten seines Vaters und rundete alles mit seinen Erzählungen von dem ab was in dem Haus des Stadthalters geschehen war.
Eragon schwieg eine Weile und dachte über das Gehörte nach, dann sagte der Arget Un:
"Das sind weise Worte mein Schüler. Ehre das was dein Vater an dich weiter gegeben hat, denn es ist eine Sichtweise die eines Drachenreiters würdig ist."
"Eines verstehe ich aber noch nicht Meister." hob der junge Fischersohn an der sich sichtlich über das Lob für seinen Vater gefreut hatte. "Warum führt ihr und die anderen Lehrmeister des Ordens Schüler an diesen Ort?"
"Ganz einfach" hob Eragon an.
Der Arget Un ergriff einen Stock und stocherte in der Glut herum. Funken stoben auf während er weiter sprach:
"Es soll jungen Reitern und ihren Drachen bewusst gemacht werden wie groß Galbatorix Verbrechen war. Wenn man zurückblickt scheint es oft so offensichtlich, dass der Tyrann gestürzt wurde. Das Gute siegt über das Böse! Das scheint unwiderruflich fest zu stehen! Aber ganz so einfach ist es in der Realität nun einmal nicht."
-"Außerdem,"- ergriff Meisterin Saphira nun das Wort. -"Außerdem muss euch klar sein, dass jeder Sieg immer mit Opfern verbunden ist! Kein Sieg ohne das man einen Preis dafür bezahlen muss. Außerdem soll euch bewusst gemacht werden wie tief die Wunden sind die die Wyrdfell geschlagen haben. Besonders unser Volk hat gelitten junge Aurelia."-
"Das die Drachen heute wieder leben und den Himmel bevölkern ist ein kleines Wunder." führte Arget Un Eragon weiter aus. "Als Saphira und ich in den großen Krieg zogen schien es unmöglich das das Drachenvolk wieder erstarken könnte.
Wenn ich heute an jene Tage zurückdenke erstaunt es mich immer wieder, dass Saphira die innere Stärke finden konnte den Kampf aufzunehmen."
Saphira schnaufte dankbar, ließ ihren Reiter aber weiter sprechen.
"Die meiste Zeit wussten wir nichts vom Verließ der Seelen als wir gegen den König kämpften. Ob Sieg oder Niederlage: Die Drachen schienen dem Untergang geweiht! Nach unserem Wissen gab es nur noch drei Dracheneier auf der Welt. Aus einem war bereits Saphira geschlüpft. Selbst wenn wir die Eier erobert hätten und Saphira Nachkommen gezeugt hätte, was wäre das gewesen? Doch nur eine Todeszuckung. Alle Drachen die geboren worden wären hätten das gleiche Blut!"
"Wieso hat Galbatorix das nicht voraus gesehen?" wunderte sich Garath. "Ihm muss doch klar gewesen sein, dass er so die Drachen nicht wiederbeleben konnte."
"Wollte er das denn?" fragte Eragon über das Feuer hinweg.
Garath kannte seinen Lehrmeister inzwischen gut genug um zu wissen was der Arget Un nun erwartete. Eragon stellte oft solche Fragen und erwartete dann nicht sofort eine Antwort. Vielmehr wünschte er, dass seine Schüler nachdachten und dann einen wohlüberlegten Standpunkt vertraten.
Aurelia war allerdings nicht so weitsichtig wie ihr Reiter. Sie platzte heraus:
-"Aber natürlich wollte er das!"-
-"Ach wirklich du Küken?"- fragte Saphira.
-"Ja!"- beharrte Aurelia.
Garath spürte, dass Aurelia fest entschlossen war ihren Standpunkt zu verteidigen. Das Saphira sie ein Küken genannt hatte erzeugte diesen Trotz. die Rote fühlte sich nicht ernst genommen und das wo Kyra nur wenige Meter entfernt lag.
-"So, wollte er das?"- Saphira klang herausfordernd. -"Er wollte also Drachen die sich vermehren wie sie es wollen? Vielleicht sogar wilde Himmelskinder?"-
Garath hatte eine Erleuchtung!
"Nein das wollte er nicht!" rief er aus.
Er spürte Aurelias fragenden Blick.
"Bitte junger Reiter erleuchte uns!" ermutigte Eragon seinen Schüler.
"Er wollte keine Drachen sondern Drachenreiter die ihm dienen sollten!" erklärte Garath. "Das ist ein Unterschied! Eigentlich wollte er noch nicht mal wirkliche Drachenreiter er wollte Sklaven die ihm dienen sollten."
-"So wie der Reiter von Vater-von-Freund-Glaedr-Dorn?"- erkundigte sich Aurelia.
"Genau!" pflichtete Garath bei. "Und wie jeder Tyrann war es sicher seine größte Angst, dass er seine Macht verlieren könnte. Deshalb hat er nur Drei Eier übrig gelassen. Es war Teil seiner Absicherung. Mit nur einem Weibchen hätten sich die Drachen seiner Diener nicht untereinander paaren können, weil sie alle das gleiche Blut gehabt hätten. Bedenk doch Aurelia: Galbatorix konnte erst gestürzt werden als sich ein freier Reiter erhob. Ihr Meister Eragon!
Galbatorix muss klar gewesen sein, dass Drachenreiter die größte Gefahr für seine Herrschaft darstellten. Einige seiner Diener hätten sich befreien können und vielleicht mit der Zucht eigener Drachen begonnen. Aber dadurch, dass ihre Drachen verwandt waren war das von Anfang an unmöglich. Es ist sogar fraglich ob die Drachen seiner neuen Diener überhaupt bei einem Aufstand mitgemacht hätten. Er hätte alle lebenden Drachen unter Kontrolle gehabt wenn er die einzige Drachendame beherrschte die Junge zeugen konnte."
-"Sehr gut junger Garath. Du hast seinen Wahnsinn durchschaut!"- lobte Saphira. -"Ich bezweifle auch, dass der Verräter und Mörder mich und Eragon auf Missionen geschickt hätte. Nein, es ist weit wahrscheinlicher, dass er uns in seiner schwarzen Zitadelle lebendig begraben hätte. Der Drang nach absoluter Kontrolle war die Kraft die Galbatorix antrieb. Mit Freiheit hätte unser Leben nicht viel zu tun gehabt.
Inzwischen wissen wir, dass auch noch andere Drachen das Schlachten der 13 und ihres Meisters überstanden haben. Aber selbst wenn man all diese Überlebenden zusammen nimmt: Es hätte nicht gereicht um unser Volk wieder auferstehen zu lassen.
Die Mutter des jungen Nyx hat es einmal gut auf den Punkt gebracht: Alles worauf die Drachen ohne das Verließ der Seelen hätten hoffen können wäre ein letztes Aufbäumen vor dem Untergang gewesen. Einmal hätten wir der Welt noch unsere Größe gezeigt doch auf lange Sicht wären wir vergangen."-
"Und hier kommt das wieder ins Spiel was dein Vater dich gelehrt hat Garath." ergänzte Eragon. "Ja, seine Worte tragen wirklich Weisheit in sich: Jedes Leben ist eine Welt. Wieviel ärmer wäre das hier und jetzt ohne ein ganzes Volk?"
-"Deshalb soll jeder junge Drache mit seinem Reiter diesen Ort besuchen." - fuhr Saphira fort. -"Die jungen Söhne und Töchter des Himmels sollen begreifen wie vergänglich wir doch sind und wie wichtig es ist, dass wir den Wert des Lebens nicht vergessen.
Darüber hinaus soll es euch Demut lehren! Es soll euch klar machen welches Glück ihr habt euch überhaupt gefunden zu haben! Ihr sollt euer gemeinsames Leben wertschätzen!"-
"Es ist außerdem ungewöhnlich, dass einem so jungen Gespann bereits gestattet wird diesen Ort zu besuchen." sagte Eragon ernst. "Wir haben euch an diesen Ort gebracht weil wir hoffen, dass euch eine Geschichte die mit diesem Ort verbunden ist hilft zu wachsen und ein Problem zu überwinden, welches wir bei euch erkannt haben."
Garath schluckte. Wovon sprach sein Lehrmeister.
Aurelia indes duckte sich zwischen ihre Flügel.
-"Ihr meint mich oder Meister?"- fragte sie unsicher. -"Es ist wegen der Razac und der Angelegenheit mit der Magie, nicht wahr?"-
"Das sind relevante Beispiele." gab der Arget Un ernst zurück. "Lasst mich euch also die Gesicht von zwei Personen erzählen Nämlich die der Drachendame Lenjara und der Reiterin Ajescha. Ihr kennt sie ja aus eurer Zeit in Cosaria oder?"
Sowohl Garath als auch Aurelia konnten das bestätigen.
In den nächsten Minuten erfuhren Drache und Reiter nun von ihrem Lehrmeister die Gesichte dieser beiden Überlebenden des alten Ordens.
Eragon berichtete von der jungen Ajescha, ihrer Schwärmerei für Morzan und wie sie vorzeitig ihre Magie entdeckte. Wie sie daraufhin in den Osten geschickt und der Obhut von Meister Aron übergeben wurde.
Als der Arget Un von der verhängnisvollen Entscheidung der jungen Novizin berichtete Morzans und Galbatorix nicht zu melden erschrak Aurelia zutiefst.
-"Aber Schuppen-wie-Kupfer- Lenjara ist die Mutter von Freund-der-Kindheit-Glaedr. Ich habe sie immer respektiert!"-
-"Und daran wird sich hoffentlich nichts ändern du Küken!"- knurrte Saphira. -" Diese Himmelsschwester und ihre Reiterin haben einen langen und schweren Weg hinter sich! Für ihre Fehler haben sie gebüßt und sie haben in der dunklen Zeit viele Leben gerettet!"-
"Sehr richtig." bestätigte Eragon entschlossen. "Das Schicksal hat dieser jungen Reiterin und ihrer Drachendame eine schreckliche Verantwortung übertragen und sie haben sich der Herausforderung gestellt."
Der Arget Un fuhr nun fort von dem Dorf zu berichten das unweit der Stadt der Toten lag. Minenarbeiter und Bauern hatten dort gelebt und die Stadt auf dem Tafelberg mit ihren Gütern versorgt bis sie von Galbatorix ausgelöscht wurde. Ein Fehler in dem Zauber den der wahnsinnige Reiter benutzt hatte war der Grund warum die Kinder des Dorfes überlebten während ihre Eltern starben.
Unter Lenjara und Ajescha wandten sich die Überlebenden nach Norden und überlebten gegen allen Widerstand.
Plötzlich begriff Garath:
"Deshalb war Svenaja so getroffen als sie den Ort erkannte. Hier hat im Grunde auch ihre Geschichte begonnen. Sie ist eine Nachfahrin dieser Kinder von damals."
"In der Tat Garath. So ist es." bestätigte Eragon. "Aber warum haben wir euch diese Geschichte nun erzählt?"
Eragon wartete einige Augenblicke und ließ die Frage wirken. Dann fuhr er fort:
"Zum einen soll euch diese Geschichte zeigen was geschehen kann wenn Schüler zu schnell Fortschritte machen. Was passieren kann wenn junge Schultern zu früh zu stark belastet werden! Aber auch....."
Eragon erhob den rechten Zeigefinger um seine folgenden Worte zu unterstreichen.
"Es soll euch auch klar machen was passiert, wenn Lehrmeister sich nicht angemessen um ihre Schüler kümmern. Ja, ich spreche von dem Drachenreiter Aron. Trotz seiner Tapferkeit im Angesicht des Todes muss die Frage erlaubt sein warum er nicht bemerkt hat, dass seine junge Schülerin von Morzan manipuliert wurde! sie war zu ihm gesandt worden damit er sich im besonderen Maß um sie kümmert. An dieser Aufgabe ist er gescheitert!
Wir wollen diesen Fehler bei euch nicht wiederholen!
Ihr müsst verstehen: Wir sprechen die Angelegenheit mit den Razac und den Vorfall mit den Magiern nicht an weil wir wütend auf dich sind Aurelia, auch nicht auf deinen Reiter. Sondern weil wir uns um euch sorgen und euch helfen wollen."
-"Mein Reiter hat ganz recht."- versicherte Saphira sanft. -"Lass mich dir eine Frage stellen Aurelia: Lehnst du mich oder meinen Reiter als deine Lehrer ab?"-
-"Natürlich nicht Meisterin!"- versicherte die junge Rote sofort.
-"Aber dennoch versuchst du ständig unserem Lehrplan vorzugreifen. Versuchst die dinge zu beschleunigen. Versteh das nicht falsch kleine Schwester: Wissensdurst ist nichts schlimmes aber es mangelt dir an Gleichgewicht!
Und es ist wichtig Gleichgewicht zu besitzen Aurelia! Wenn du mit deinem rechten Flügel ständig schneller schlägst als mit dem linken wirst du abstürzen und unter Umständen deinen Reiter mitreißen!
Ich frage dich also junge Himmelsschwester: Warum strebst du ständig nach mehr?"-
Garath konnte durch seine geistige Verbindung deutlich spüren wie aufgewühlt Aurelia durch Saphiras Worte war. Die junge Rote warf ihren Kopf von einer Seite auf die andere.
Garath konnte deutlich spüren, dass etwas aus den Tiefen von Aurelias Seele hervorbrach. Vielleicht war es dieser besondere Ort, der das junge Drachenfräulein mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert hatte, der bewirkte, dass nun zuTage trat was Aurelia quälte aber etwas bahnte sich unaufhaltsam seinen Weg.
Für einige Augenblicke suchte die Rote nach passenden Worte, dann jedoch entfesselte sie den Sturm ihrer Seele nach Art des Drachenvolkes.
Eine Flut von Bildern brach aus dem Drachenmädchen heraus. Gepaart mit Gefühlen von Angst und Verlust sah Garath immer wieder das zur Fratze verzerrte Gesicht seiner Mutter. Er spürte auch, dass sich ein Gefühl von Unzulänglichkeit tief in Aurelias Seele verankert hatte. Das damalige Drachenkind hatte stets seine älteren Artgenossen bewundert die stark genug waren ihre Reiter zu schützen und auch elena die Stirn zu bieten.
Der Wunsch diese Kraft zu erlangen war sehr stark. Er befeuerte auch die Eifersucht die Aurelia im Bezug auf Kyra empfand. Es war weniger der Umstand, dass es einen stärkeren Drachen gab als sie selbst. Nein es war der Umstand das Kyras Reiterin im Grunde so stark war wie Garath. Dadurch fühlte die junge Rote sich einmal mehr unzulänglich.
Abgerundet wurden die eindrücke durch die Überzeugung, dass das Band zu ihrem Reiter immer stärker und unauflöslicher wurde je mehr fortschritte Garath auf dem Weg zum Drachenreiter machte.
All dies quälte Aurelia schon sehr lange. Im Grunde seit dem Tag ihrer Geburt.
Als Garath zu seinem Drachenmädchen blickte bot Aurelia einen Anblick der den Fischersohn erschütterte. Der Atem des Drachenfräuleins ging Stoßweise. Ihre Flanken bebten und verzweifelt warf Aurelia den Kopf von einer Seite auf die Andere.
Garath war sicher: Wäre es Drachen möglich gewesen so wäre die junge Rote in Tränen aufgelöst gewesen. Weinen jedoch war nicht die Art der Drachen.
Garath wollte sofort an Aurelias Seite eilen doch Saphira kam ihm zuvor. Die blaue Drachendame reckte ihren Kopf vor und berührte die Stirn ihrer jungen Artgenossin mit der Schnauzte. ein tiefer beruhigender Summton drang aus der Kehle vom Meisterin Schimmerschuppe.
Kraft und Ruhe schienen von der Lehrerin zur Schülerin zu fließen. Aurelia schien neue Kraft zu schöpfen.
Als Garath an ihre Seite trat hatte sich die Rote wieder beruhigt.
Vieles hatte in Saphiras mütterlicher Geste gelegen. Eines war für Garath nun aber völlig klar: Saphira hatte einen Grund für ihre Strenge als Lehrerin. Nicht Härte und Gefühlskälte! Sondern tiefe Sorge und Anteilnahme. Saphira Schimmerschuppe sorgte sich um ihre Schüler als wären es ihre eigenen Küken. Sie sorgte sich um jeden lebenden Drachen! Sie wurde nicht nur "Mutter der Wiedergeburt" genannt. Sie war es!
-"Und wie soll ich dieses Gleichgewicht erreichen Meisterin?"- fragte Aurelia nun und wickelte ihren Schwanz um Garaths Hüften.
Dieser nahm die liebevolle Geste hin und streichelte die Flanke seiner roten Gefährtin.
-"Im Grunde musst du gar nicht viel tun junge aurelia." erwiderte Saphira und zwinkerte liebevoll. -"Mein Reiter und ich haben erreicht was wir wollten: Du bist dir nun deiner Ängste bewusst. Du wärst überrascht was für einen Unterschied das macht."-
"So ist es." schmunzelte Eragon und trat nun neben seine Drachendame. "Du musst verstehen Aurelia: Was in dir ist beeinflusst die Art wie du denkst. Etwas das dir bewusst ist kannst du beherrschen. Etwas jedoch was im dunkeln ruht, etwas dessen du dir nicht bewusst bist beherrscht dich!"
Abstimmen nicht vergessen;)
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Eragon-OS-Sammlung
FantasyDiese One-shot Sammlung von Eragon gehört nicht mir. Ich habe sie nur auf ff.de gefunden der eigentliche Autor heißt auf ff.de Traeumer. Die One-shots beziehen sich auf seine Eragon Fortsetzungen. (Man kann die Geschichte auch auf Fanfaction.de lese...
