147. Der Streit II

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Veröffentlicht am 31.12.2020

TABEA
Ich war extra lange in der Klinik und hoffe, dass Frederik schon schläft. Nachdem was heute in der Klinik gewesen ist möchte ich nur noch meine Ruhe.

In der Klinik bin ich jedem, wo es nur ging, ausgewichen. Wo ich es nicht konnte habe ich den Glückwunsch entgegen genommen und habe schnell das Thema gewechselt.

Um 23 Uhr komme ich zuhause an. Leise öffne ich die Wohnungstür. Ich höre den Fernseher. Entweder, er ist vorm Fernseher eingeschlafen oder ist noch wach. Ich will das nicht wissen und gehe deshalb direkt ins Schlafzimmer.

FREDERIK
Die Wohnungstür öffnet sich. Sie ist da. Doch warum kommt sie nicht ins Wohnzimmer?
Ich mache den Fernseher aus und höre nichts mehr. Ich gehe in den Flur. Sie ist nicht mehr da. Ich gehe ins Schlafzimmer, wo sie gerade dabei ist ihr Schlafsachen anzuziehen.
Ich:"Hallo."
Tabea:"Hallo. Ich wollte dich nicht wecken."
Ich:"Ich hab nicht geschlafen. Ich hab auf dich gewartet."
Sie legt sich seitlich ins Bett und deckt sich zu. Ich kann ihr Gesicht nicht sehen. "Ich bin müde."
Ich setze mich ins Bett. "Weichst du mir aus?"
Tabea:"Ich will jetzt schlafen. Es war ein langer Tag."
Ich:"Wie du meinst. Gute Nacht."
Tabea:"Gute Nacht."
Ich stehe auf, ziehe mich um und lege much neben ihr ins Bett.

TABEA
Er hätte über das was in der Klinik gewesen ist reden wollen. Ich will das nicht. Ich will einfach nur meine Ruhe haben.

Am nächsten morgen wache ich auf. Frederik ist schon bei der Arbeit.

Ich gehe in die Küche, wo ein Zettel auf dem Tisch liegt.
>>Hallo Tabea
Es tut mir Leid, was gestern in der Klinik passiert ist. Ich wollte nicht, dass es so ausartet. Ich möchte dich verstehen. Bitte lass uns heute Abend zusammen setzen und reden.
Dein Freddy.<<
Ich setze mich auf einem Stuhl hin.
Er tut mir Leid. Ich möchte nicht, dass es ihm schlecht geht. Ich werde heute Abend mit ihm reden.

Um 14 Uhr komme ich in der Klinik an. Schon am Empfang fängt Schwester Gisela mich ab.
Gisela:"Hallo Tabea. Ich soll dir sagen, dass du sofort zu Prof. Filou kommen sollst, wenn du da bist. Auf direktem Weg. Anweisung von ihm."
Ich:"Ok. Dann geh ich mal zu ihm."
Ich kann mir denken, warum er mich sprechen möchte. Ich gehe ohne mich umzuziehen zu ihm.

Jetzt sitze ich auf einem Stuhl vor seinem Schreibtisch und er sitzt mir gegenüber.
Prof. Filou:"Hallo Frau Dr. Rohde. Schön, dass Sie da bist."
Ich:"Hallo."
Prof. Filou:"Ich nehme an, dass sie sich denken können, warum ich sie sprechen möchte."
Ich nicke.
Prof. Filou:"Ich bin ehrlich. Ich hätte die Nachricht lieber von ihnen persönlich mitgeteilt bekommen, als vom Flurfunk. Trotzdem freue ich mich sehr über ihre Schwangerschaft. Herzlichen Glückwunsch."
Ich:"Danke."
Prof. Filou:"Wann ist denn der errechnete Termin?"
Ich:"Ende Juli."
Prof. Filou:"Dann sind sie gar nicht mehr frisch schwanger."
Ich:"Nein."
Prof. Filou:"Ok. Die meisten Frauen kommen sehr früh zu mir und teilen die Schwangerschaft mit."
Ich:"Mmh."
Prof. Filou:"Na gut, das Mitteilen ist keine Pflicht. Jetzt wo ich es weiß, ordne ich die Untersuchung des Blutes an und bis das Ergebnis da ist sind sie vom Dienst freigestellt."
Ich schaue ihn mit großen Augen an.
Prof. Filou:"Sie sind nicht ganz damit einverstanden, stimmt's?"
Ich:"Überhaupt nicht. Mir geht es gut. Dann kann ich doch weiter arbeiten."
Prof. Filou: "Bis ich die Ergebnisse nicht vorliegen habe und sehe, dass alle Titter vorhanden sind, nicht."
Ich:"Was passiert, wenn mir ein Titter fehlt?"
Prof. Filou:"Dann muss geschaut werden, ob der eingefügt werden kann. In den meisten Fällen spreche ich dann ein Beschäftigungsverbot aus."
Ich:"Und wenn ich das nicht will?"
Prof. Filou:"Da geht es nicht um Wollen, sondern um den Schutz der werdenden Mutter und des ungeborenen Kindes. Der hat Vorrang. Warten wir doch erstmal ab, was bei ihnen raus kommt. Im besten Fall sind alle Titter vorhanden und sie können unter Einhaltung des Mutterschutzgesetzes weiter arbeiten."
Ich:"Hoffentlich. Ich möchte arbeiten."
Prof. Filou:"Das hab ich schon rausgehört. Ich werde jetzt die Blutabnahme anordnen. Das macht Dr. Kraft. Der ist im Nebengebäude. Danach dürfen sie nach Hause gehen."
Wir verabschieden uns.

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