Veröffentlicht am 17.08.2019
CHARLOTTE
Um 13 Uhr komme ich bei Catharina an. Diese zieht gerade ihre Jacke an.
Catharina:"Hi. Da sehen wir uns ja doch noch. Wie war dein Termin in der Klinik?"
Ich:"Gut. Baby ist weiter ins Becken gerutscht. Blutdruck und Blutzucker ok. Und auch das Feststecken im Fahrstuhl haben wir unbeschadet überstanden."
Catharinas Blick wird fragend:"Fahrstuhl feststeckend? Was war da los?"
Ich:"Carina und ich wollten ins Erdgeschoss fahren. Der Fahrstuhl aber nicht und da die Tür nicht wieder aufging mussten wir auf den Techniker warten."
Catharina wirkt besorgt:"Wie lange warst du da drin? Geht es dir wirklich gut? Wurdest du danach nochmal untersucht?"
Ich:"Entspann dich. Oliver hat mich danach nochmal untersucht und drin waren wir vielleicht 45 Minuten. Keine Ahnung. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Hatte damit zu tun Carina zu beruhigen."
Catharina:"Warum beruhigen?"
Ich:"Weil sie etwas panisch war. Aber mit Worten und Ruhe wurde das besser und wir haben gewartet bis die Tür aufgeht."
Catharina:"Oh man. Du machst Sachen. Und dieser blöde Fahrstuhl. Andauernd steckt der fest. Nur bis jetzt ohne Personen drin. Hoffentlich wird jetzt endlich was unternommen. So kann es nicht weiter gehen."
Ich:"Ich glaube, da wird jetzt was getan."
Catharina fasst mir an die Oberarme. "Und dir geht es wirklich gut? Brauchst du irgendwas?"
Ich:"Mir geht es gut und nein, ich brauche nichts. Du fährst jetzt zur Arbeit und ich lege mich aufs Sofa und ruhe mich aus."
Catharina:"Das tust du auch wirklich machen und wenn was ist rufst du sofort an."
Ich:"Ja mach ich."
Catharina:"Ich meine das ernst. Wir sind heute super besetzt. Ich meine, wir sind gleich zu sechst auf Station."
Ich schaue sie überrascht an. "Wer hat den Dienstplan denn geschrieben?"
Catharina:"Ich nicht, aber mir kommt es recht, so ist es entspannt." und schaut auf ihre Armbanduhr. "Ich muss los. Wir sehen uns heute Abend." und geht.
Ich ziehe meine Jacke und Schuhe aus und gehe in die Küche und schaue im Kühlschrank, was da noch zu essen drin ist. Ich finde noch einen Rest vom Nudelauflauf von gestern, wärme es mir auf und esse es.
Danach lege ich mich aufs Sofa und schaue Fernseh.
Um 14 Uhr öffnet sich die Haustür und Lucy (17) und Lennox (13) kommen herein. Sie begrüßen mich.
Lucy geht direkt in die Küche und ruft:"Hat Mama nichts zu Essen vorbereitet?"
Ich:"Nein."
Lucy sagt verärgert:"Na super. Und im Kühlschrank ist auch nichts mehr. Hauptsache sie hatte noch was. Ihre Kinder können ja hungern."
Ich bin inzwischen aufgestanden und zu ihr gegangen.
Ich:"Ich glaube nicht, dass Mama möchte, dass du verhungerst. Worauf hast du denn Appetitt?"
Lucy:"Nudeln, Pizza oder so was. Aber nichts ist da."
Ich öffne eine Schublade. "Da sind schon mal Nudeln und Pizza kriegen wir auch noch hin."
Lucy:"Die sind noch nicht fertig und gleich fährt mein Zug zu Felix."
Ich:"Ich mache die Nudeln und in 15 Minuten gibt es essen."
Lucy:"Dann bin ich schon weg. Aber Lennox muss auch noch essen."
Da höre ich Lennox rufen:"Ich gehe Skateboard fahren." und schon fällt die Tür zu.
Lucy:"Bis wir den wieder drin haben ist das Essen längst kalt. Also brauchst du nichts kochen. Dann gibt es halt heut Abend warmes Essen."
Ich:"Und was ist mit deinem Hunger?"
Lucy:"Ich esse bei Felix was."
Ich:"Wie du meinst."
Lucy geht zur Treppe. Ich gehe hinterher.
Ich:"Sag mal, warum seit ihr eigentlich schon da? Ihr habt doch bis 15 Uhr Schule."
Lucy:"Betreuung bitte. Schule endet schon eher. Ich hatte keinen Bock darauf und bin gegangen und Lennox ist mir einfach gefolgt."
Sie geht die Treppen hoch.
Ich:"Stopp."
Lucy hält an und schaut mich an.
Ich:"Weiß Mama oder Papa davon?"
Lucy:"Nein. Ich schreibe Mama von unterwegs aus." und geht in ihr Zimmer.
Ich nehme mein Handy und schreibe Catharina eine Whatsapp-Nachricht.
>>Hallo Cati. Falls du deine Kinder suchst: Die sind gerade zu Hause angekommen. Lucy fährt gleich mit dem Zug zu Felix und Lennox fährt mit dem Skateboard draußen. Bis später. Lotte.<<
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Das verlorene Kind
FanficDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
