Veröffentlicht am 24.03.2019
CHARLOTTE:
Seit 4 Wochen verhüten Frederik und ich nicht mehr. Unsere Beziehung ist so gefestigt, wie noch nie zuvor. Je nach Schicht verbringen wir die Tage in Frederiks oder meiner Wohnung.
Frederiks Eltern wünschen sich, dass ich bei Frederik mit einziehe. Ich merke, wie schwer es ihnen fällt Frederik ziehen zu lassen. Schließlich haben sie schon zwei Söhne ziehen lassen.
Frederik, Silas und seine Eltern sind zurzeit bei Michel in Stuttgart zu Besuch. Michel ist Frederiks Bruder und wohnt mit seiner Frau Lara in Stuttgart.
Michel ist Lara zu Liebe nach Stuttgart gezogen. Lara kommt aus Stuttgart und ihre Eltern wohnen auch dort.
Gestern ist Michels Sohn Fritz zur Welt gekommen. Michel hat immer gesagt, dass, wenn er einen Sohn bekommt, dass er diesen nach seinem Opa benennen wird. Und dieser hieß Fritz.
Inka ist mit Tessa in Köln geblieben. Ich auch. Wir müssen beide arbeiten.
Heute habe ich Frühschicht. Um 6 Uhr beginnt mein Dienst und es ist sehr ruhig. So ruhig ist es schon lange nicht mehr.
Es ist 8.45 Uhr als ein Verkehrsunfall angekündigt wird mit einer lebensgefährlich verletzten Person. Im Schockraum wird alles vorbereitet, da trifft der Rettungswagen mit Notarzt Dr. Oliver Dreyer ein. Ich bin eine der ersten Ärzte welche den Patienten im Empfang nimmt. Als ich den Patienten seh stockt mir der Atem.
Ich:"Das ist Inka."
Oliver:"Die Patientin heißt Inka Seehauser. Polytrauma nach VU. Auto prallt gegen Baum. Patientin bewusstlos. Crashrettung. Intubiert, beatmet. Abdomen hart. Wunde am Kopf. Hämatome am ganzen Körper."
Inka wird von der Trage auf die Behandlungstrage der Klinik gelegt.
Ich:"War sie alleine im Auto?"
Oliver:"Ja."
In mir kommt ein komisches Gefühl hoch.
Ich:"Wo war der Unfall?"
Oliver:"In der Bärenstraße."
Ich:"Bärenstraße? Das ist auf dem Weg zum Kindergarten von Tessa. Wo ist Tessa? War ein Kind mit im Auto"
Oliver:"Nein. Und am Unfallort war auch kein Kind."
In dem Moment höre ich Dr. Silke Conrad rufen. "Herzstillstand. Reanimation. Defi. Schnell!"
Ich renne dort hin und helfe ihr.
Inka, bitte halte durch. Du darfst nicht sterben. Inka bitte, denke ich.
Da fängt das Herz wieder an zu schlagen. Silke macht ein Ultraschall bom Bauch.
Silke:"Sofort in den OP. Milzruptur."
Silke schaut mich an und fasst mir an die Schulter. "Versuch du heraus zu finden wo Tessa ist. Wir kümmern uns um die Frau."
Ich:"Aber?"
Silke:"Du bist nicht in der Lage zu operieren. Du bist gedanklich ganz woanders. Finde heraus wo das Kind ist. Das ist jetzt wichtiger."
Ich nicke und Silke ist schon am Rennen auf den Weg in den OP.
Ich gehe in den Aufenthaltsraum und rufe im Kindergarten von Tessa an. Das ungute Gefühl ist immer noch da und leider erfahre ich am Telefon, dass Tessa unentschuldigt im Kindergarten fehlt.
Ich renne ins Büro von Prof. Filou. Ich halte nicht bei der Sekretärin an.
Die Sekretärin ruft hinter mir her:"Stopp. Sie können da nicht einfach rein gehen."
Ich stehe bereits im Büro von Prof. Filou.
Ich:"Entschuldigen Sie, dass ich hier so reinplatze. Aber es ist wichtig. Meine Schwägerin ist gerade nach einem Verkehrsunfall eingeliefert worden. Sie ist jetzt im OP und kämpft um ihr Leben. Ihre Tochter Tessa ist verschwunden. Sie fehlt unentschuldigt im Kindergarten. Der Unfall ist auf der Bärenstraße passiert. Das ist auf dem Weg zum Kindergarten. Meine Schwiegereltern sind in Stuttgart. Da kann Tessa nicht sein. Inka würde Tessa auch entschuldigen im Kindergarten. Da stimmt was nicht. Tessa ist weg. Und ich möchte frei nehmen und nach ihr suchen. Bitte Prof. Filou. Ermöglichen Sie mir das?" Ich schaue Prof. Filou hilfesuchend an.
Seine Sekretärin steht mit im Büro und schaut ernst und wütend zugleich aus.
Prof. Filou zur Sekretärin:"Das ist schon ok Frau Meyer. Sie können uns alleine lassen." Er schaut mich an. "Frau Dr. Engel. Nehmen Sie doch bitte Platz."
Ich tippe von einen auf den anderen Fuß. Ich kann mich doch jetzt nicht ruhig hinsetzen. Prof. Filou merkt das.
Prof. Filou:"Wir können auch stehen bleiben."
Ich nicke.
Prof. Filou:"Nur damit ich es richtig verstehe. Ihre Schwägerin liegt bei uns im OP. Und ihre Nichte ist verschwunden."
Ich:"Ja genau."
Prof. Filou:"Haben Sie eine Vermutung wo ihre Nichte sein kann?"
Ich:"Nein. Aber ich möchte nach ihr suchen. Wenn sie doch mit im Auto war dann könnte sie verletzt sein."
Prof. Filou:"Da haben Sie recht. Informieren Sie die Polizei. Die soll ihnen bei der Suche unterstützen. Und ansonsten dürfen sie selbstverständlich gehen und nach ihr suchen."
Ich:"Danke" und renne aus dem Büro, in die Umkleide, ziehe mich schnell um und fahre dann zur Unfallstelle.
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
