Veröffentlicht am 19.12.2021
TABEA
Es ist 11 Uhr als Dr. Saskia Smolka ins Zimmer kommt. Sie hat das mobile Sonogerät dabei.
Saskia:"Hallo ihr zwei." und schaut zu mir und kurz zu Dr. Miriam Dietz.
Saskia:"Wie geht es dir?"
Ich:"Soweit ganz gut. Weißt du was Neues von Frederik?"
Saskia:"Nein, aber wenn was ist lasse ich es dir zukommen. Ich möchte gerne ein Ultraschall machen."
Ich:"Ok."
Saskia steckt das Gerät in die Steckdose. Danach setzt sie sich seitlich auf mein Bett.
Saskia:"Ist das so für dich ok?"
Ich:"Ja."
Saskia:"Ist es für dich ok wenn Miriam dabei bleibt?"
Ich:"Ja."
Vorsichtig schieben wir die Bettdecke nach hinten und das OP-Hemd nach oben.
Danach beginnt sie mit dem Sono. Es wird kurz kalt.
Saskia:"Die Kälte am Anfang ist fies. Wenn es dafür nochmal eine Erfindung gäbe wäre es super."
Ich:"Wobei ohne die Kälte kannst du nichts sehen."
Saskia:"Das stimmt auch wieder."
DR. SASKIA SMOLKA
Ich mache das Sono bei Tabea. Langsam gehe ich mit dem Schallkopf hin und her. Ich schaue mir die Plazenta an, welche klein aussieht. Ich messe sie aus und muss feststellen, dass sue an Umfang verloren hat. Daneben sehe ich zum Teil den Körper eines Babys. Nach Messungen zufolge muss es das tote Baby sein. Ich sehe, dass die Nabelschnur freiliegt. Das bestätigt mir, dass es das verstorbene Baby ist. Ich gehe zur anderen Seite und suche nach dem zweiten Baby. Es scheint sich hinter der Plazenta zu verstecken. Ich stelle den Schallkopf ins Gerät.
Ich:"Ich möchte einmal deinen Bauch ein bisschen bewegen. Ich glaube, das Baby schläft hinter der Plazenta. Ich werde es wecken und hoffe, es kommt nach vorne."
Tabea:"Ok."
Vorsichtig fasse ich ihren Bauch an und bewege ihn leicht hin und her.
Ich:"Das sollte reichen" und nehme den Schallkopf und setze das Sono fort.
Jetzt sehe ich das Baby. Es liegt zum größten Teil vorne. Doch leider sehe ich nicht die Bewegungen, die ich erwarte. Ich bewege mit einer Hand ihren Bauch, wärend ich das Sono mache.
TABEA
Saskia bewegt mit einer Hand meinen Bauch und macht zeitgleich das Sono. Ich spüre, das was nicht stimmt.
Ich:"Was ist los?"
Saskia:"Gib mir bitte noch einen kleinen Moment."
Es dauerte nicht mehr lange, da beendet sie das Ultraschall. Sie wischt mir schnell meinen Bauch ab. Ich habe das Gefühl, dass sie hektisch wirkt.
Saskia:"Die Herztöne vom Baby sind schwach. Es scheint so als würde es nicht genug versorgt werden. Die Plazenta hat an Maße abgenommen. Das sind alles Zeichen, die eine sofortige Geburt fordern. Wir müssen jetzt schnell handeln. Ich werde alles für den Kaiserschnitt vorbereiten."
Ich:"Du willst das Baby holen?"
Saskia:"Ja. Es ist die einzige Chance, dass es überlebt."
Ich:"Es ist erst in der 28+5 SSW."
Saskia:"Ich weiß. Ich gebe auf der Frühchenstatiom Bescheid. Wir sehen uns gleich im OP."
Sie verlässt schnell das Zimmer.
Ich schaue zu Miriam.
Ich:"Das ist zu früh."
Miriam:"Es geht nicht anders und es gibt so viele Frühchen. Das Baby wird es schaffen."
Ich:"Ich will nicht, dass es jetzt kommt."
Miriam:"Es wird sonst sterben."
Ich:"Wird es das nicht sowieso?"
Ds öffnet sich die Tür und Dr. Oliver Dreyer steht im Raum.
Oliver:"Hallo. Ich muss eure Unterhaltung unterbrechen. Ich nehme dich jetzt mit in den OP."
Miriam:"Ich warte auf dich."
Es geht alles ganz schnell. Wie in Trance erlebe ich die nächsten Minuten. Oliver redet mit mir, doch ich verstehe davon garnichts. Und dann liege ich schon im Vorbereitungsraum. Ich wehre mich nicht, ich kann es nicht. Ich lasse es über mich ergehen und schlafe ein.
Das nächste woran ich mich erinner ist, das mir kalt ist. Ich öffne meine Augen und sehe Miriam, die neben meinem Bett auf einem Stuhl sitzt und meine Hand hält.
Miriam:"Hallo."
Ich merke, dass ich zitter.
Miriam:"Ist dir kalt?"
Ich nicke.
Miriam:"Ich hole dir eine Decke."
Sie will aufstehen, doch ich drücke fest ihre Hand.
Ich:"Bitte geh nicht. Sag mir bitte was mit den Babys ist?"
Ich sehe wie sie auf die Klingel drückt.
Miriam:"Es sind zwei Jungs.", stockt, "einer ist auf der Frühchenstation. Der andere hat es nicht geschafft."
Ich:"Ich weiß. Hast du sie gesehen?"
Miriam:"Nein."
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Das verlorene Kind
Fiksi PenggemarDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
