Veröffentlicht am 17.03.2019
Ich stand da, sah das ganze Blut auf dem Boden, die Löcher in der Wand und am Sichtfenster. Ich ging ein paar Schritte, wollte in den Vorraum zum Tresen. Doch ich kam da nicht an.
CATHARINA:
Ich fühlte mich so hilflos. Zu wissen, dass meine Cousine da drin ist, Schüsse fallen und nicht zu wissen, ob sie noch lebt, furchtbar. Und dann sehe ich sie, eigentlich wie immer. Konzentriert am operieren. Nur in der falschen Umgebung.
Ich freute mich, dass sie lebt. Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen. Doch das ging nicht, denn da war noch der Patient.
Ich half ihr bei der OP. Wir haben es geschafft.
Ich wollte sie in den Arm nehmen, doch sie schaute sich nur um und dann ging sie Richtung Vorraum. Ich folgte ihr und dann sackte sie zusammen.
Ich konnte sie auffangen, legte sie auf den Boden. Sie war bewusstlos. Frederik hob ihre Beine an. Doch es half nicht. Wir legten sie auf die Trage und brachten sie in den Behandlungsraum. Wir messten den Blutdruck; zu niedrig. EKG angeschlossen; war schnell. Ich redete mit ihr, doch sie antwortete nicht. Ich untersuchte sie, zog Kittel aus, Tshirt hoch, doch ich sah keine Verletzung. Ultraschall auch unauffällig.
Frederik stand schon mit dem Zugang neben mir welchen ich ihr dann legte. Sie bekam Volumen.
FREDERIK:
Sie lag da, so reglos, so hilflos. Ich hatte so eine Angst um sie gehabt, dass sie erschossen wird. Sie lebt. Scheinbar unverletzt oder haben Catharina und ich doch was übersehen?
Charlotte, wach auf, bitte. Tu mir das nicht an. Ich liebe dich doch, denke ich.
Catharina ging kurz zur Seite und ich nahm Charlottes Hand. Mir war es völlig egal was die anderen denken. Ich wollte einfach ihre Wärme spüren.
Catharina schob mir einen Stuhl dahin und sagte, dass sie gleich wieder kommt. Sie legte eine Hand auf meine Schulter und sagte:"Charlotte packt das. Sie ist eine Kämpferin." Dann ging sie raus und ich war mit Charlotte alleine.
Ich:"Charlotte. Du bist so wundervoll. Ich finde dich klasse. Ich weiß nicht wie du das siehst, aber das ist mir jetzt auch egal. Denn du sollst es wissen. Es bringt nichts es weiter zu verschweigen. Ich hatte so eine Angst um dich. Ich dachte, du stirbst. Und jetzt liegst du hier und siehst aus als wenn du schläfst."
Ich spüre einen Druck an meiner Hand.
CHARLOTTE:
Ich höre Frederik reden von wundervoll und klasse. Ich öffne meine Augen und sehe Frederik, welcher mich anlächelt. Erst jetzt spüre ich bewusst, wie er meine Hand hält. Ich lächle ihn an.
Frederik:"Hallo Charlotte. Schön, dass du wieder da bist."
Noch etwas irritiert, wusste ich gar nicht wie ich hier hin gekommen war, freute ich mich auch Frederik zu sehen.
Frederik:"Wie geht es dir? Hast du Schmerzen?"
Ich:"Ich habe keine Schmerzen. Mir geht es ganz ok. Warum bin ich hier?"
Frederik:"Du bist zusammengebrochen. Und ich bin so froh, dass du jetzt wieder wach bist."
Ich schaue ihm in die Augen und es macht "Boom".
Frederik:"Ich hatte solche Angst um dich. Ich bin so froh, dass du lebst. Ich hab dich so gerne. Mein Herz schlägt nur für dich."
Sein Blick ist so hinreißend. Ich drücke fest seine Hand.
Ich:"Ich liebe dich auch."
Seine Augen funkeln. Er kommt näher und gibt mir einen Kuss. Ein unbeschreibliches Gefühl.
In dem Moment kommt Catharina rein, grinst:"Hab ichs doch gewusst. Das wurde auch mal Zeit. Ich freue mich für euch."
Sie umarmt erst Frederik und dann mich.
Catharina:"Und schön, dass du wieder wach bist."
Die Infusion läuft noch zu Ende und dann durfte Charlotte nach Hause. Frederik hatte auch schon längst Dienstschluss. Wie ein Gentleman ist er bei Charlotte geblieben und fährt sie nach Hause.
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Das verlorene Kind
FanfictionDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
