Veröffentlicht am 27.07.2019
CHARLOTTE
Es ist Ende Juli.
Ich bin in der 36SSW.
Ich wohne seit sechs Wochen bei Catharina, Robert, Lucy (17) und Lennox (12) im Gästezimmer.
Regelmäßig ist Emma zu Besuch.
Ich suche nach einer eigenen Wohnung. Doch eine in Erfstadt zu finden ist schwierig. Bei >>alleinerziehend mit 1 Kind und schwanger<<, da reagieren die Vermieter nicht erfreut drauf. Und dabei habe ich einen festen Arbeitsplatz. Das interessiert die leider nicht.
Mit Baby und Emma wird das Gästezimmer zu klein. Es ist möglich, aber nicht auf Dauer.
Ich möchte auch wieder meinen Freiraum haben und die vier brauchen es auch.
CATHARINA
Es ist 21 Uhr und ich komme von der Spätschicht nach Hause.
Ich gehe in die Küche, wo Charlotte gerade abwäscht.
Ich:"Hallo. Na wie schaut es hier aus?"
Charlotte:"Hallo Cati. Hier ist alles super."
Ich schaue mich um. "Wo ist Robert?"
Charlotte:"Er ist oben bei Lennox."
Ich:"Will er wieder nicht schlafen?"
Charlotte:"Nicht wirklich. Robert liest ihm jetzt was vor."
Ich:"Das hilft meistens. Und wo schlägt sich Lucy rum?"
Charlotte:"Die ist in ihrem Zimmer."
Ich:"Mmh wahrscheinlich wieder im Internet. Da schaue ich gleich mal nach. Jetzt trockne ich erstmal ab." Ich nehme mir ein Handtuch und fange an abzutrocknen. "Warum wäscht du eigentlich ab und nutzt nicht die Spülmaschine?"
Charlotte:"Die funktioniert nicht."
Ich:"Oh nein nicht schon wieder. Die hatte schon mal so eine Sache und nach der Reparatur ging sie wieder. Nochmal 150€ für Reparatur zahlen wir aber nicht. Dann muss jetzt wohl eine Neue her."
Charlotte:"Ich kann mir sie morgen mal anschauen."
Ich:"Auf keinen Fall. Du krabbelst nicht mehr hochschwanger über den Boden. Das ist viel zu gefährlich."
Charlotte:"Ich bin schwanger, nicht krank."
Ich schaue sie ernst an. "Du machst das nicht. Wir kaufen eine Neue und Basta."
Eine Antwort bekomme ich nicht, weil Robert rein kommt. Er kommt zu mir und gibt mir einen Kuss.
Robert:"Schön, dass du da bist. Die Spülmaschine ist wieder kaputt."
Ich:"Davon habe ich gehört. Diesmal gibt es eine Neue."
Robert:"Vielleicht ist sie noch zu reparieren."
Ich:"Was wieder 150€ oder mehr kostet. Das ist es nicht wert. Es gibt eine Neue und gut ist."
Robert:"Wir können da morgen nochmal in Ruhe drüber sprechen."
Ich:"Das brauchen wir nicht. Ich kümmer mich um die Neue."
Robert:"Kann ich daran noch was ändern?"
Ich:"Nein."
Robert:"Dann füge ich mich." und zieht mich an sich ran und küsst mich.
Robert löst sich von mir und schaut zu Charlotte. "Ich wasche weiter ab. Dann kannst du ins Zimmer gehen."
Charlotte:"Ich mach das noch zu Ende."
Robert energisch:"Das brauchst du nicht. Gute Nacht."
Charlotte schaut irritiert zu mir.
Ich:"Was wird das?"
Robert:"Ich wasche jetzt ab."
Ich:"Das kann Charlotte ruhig zu Ende machen."
Robert:"So wie Sie vieles andere auch macht und deshalb immer da ist."
Ich:"Wie meinst du das?"
Robert:"Sie ist immer da. Ich dachte, sie bleibt für ein paar Tage. Jetzt sind es schon Wochen. Wir haben gar keine Zeit mehr für uns, weil sie da ist. Geschweige denn von Intimität."
Charlotte:"Ich möchte nicht in eurer Beziehung stören."
Ich:"Das tust du nicht."
Robert:"Doch. Seit dem sie hier ist haben wir keinen Sex mehr."
Ich:"Das hat doch nichts mit Lotte zu tun."
Robert:"Mit was denn sonst?"
Ich:"Ich arbeite sehr viel und bin einfach kaputt wenn ich zu Hause bin. Und dann warst du noch 2 Wochen weg. Da war es übrigens sehr hilfreich, dass Lotte hier war."
Robert:"2 Wochen ja, aber es sind 6 Wochen seitdem sie hier ist. Es ist nicht so, dass ich ihr nicht helfen möchte, aber so geht es nicht weiter. Dann läuft auch noch Emma hier rum. Das ist einfach zu viel."
Ich:"Das kannst du ganz normal sagen und nicht so wütend wie jetzt."
Robert:"Wütend? Ich bin genervt und möchte endlich mehr Zweisamkeit mit dir haben."
Charlotte:"Das sollst du auch. Ich glaube, es ist das Beste, wenn ich ausziehe."
Robert:"Gute Idee."
Ich schaue sauer zu Robert und dann zu Charlotte:"Wo willst du denn hin?"
Charlotte:"Ich geh erstmal ins Hotel."
Ich:"Auf keinen Fall. Ich lass dich nicht im Hotel wohnen. Wir haben Platz für dich."
Charlotte:"Ja, aber ich störe und ich bin schon so lange hier; ich muss auf eigenen Beinen stehen."
Ich:"Das tust du doch. Ich werde dich nicht gehen lassen."
Robert:"Du lässt sie nicht gehen? Dann werde ich gehen."
Charlotte schüttelt den Kopf.
Ich:"Nein. Du bleibst auch hier."
Robert:"Scheinbar ist es dir wichtiger, dass Charlotte hier bleibt. Ich möchte unser Familienleben zurück und da hört sie nicht mit zu."
Ich:"Natürlich gehört Lotte mit dazu. Sie ist für mich wie eine Schwester."
Robert:"Das kann sie auch sein. Trotzdem muss eine Grenze gezogen werden."
Ich:"Und wie stellst du dir diese vor?"
Robert:"Charlotte muss gehen. Sie kann gerne zu Besuch kommen. Aber weiter hier wohnen geht nicht."
Ich:"Wo soll sie denn hin?"
Robert:"Hotel."
Ich:"Das lasse ich nicht zu. Ich schicke sie nicht schwanger ins Hotel."
Charlotte:"Cati das geht schon. Ihr braucht Zeit für euch und ich störe. Ich packe jetzt Sachen zusammen und gehe ins Hotel."
Ich:"Das tust du nicht."
Charlotte:"Doch. Es ist besser so." und geht an mir lang ins Gästezimmer.
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Das verlorene Kind
Hayran KurguDr. Charlotte Engel ist 32 Jahre, Ärztin und arbeitet in der Klinik am Südring. Sie ist eine gute, beliebte Ärztin. Von ihren Kollegen wird sie sehr geschätzt, u.a. für ihre einfühlsame Art, wie auch ihrer Hilfsbereitschaft. Sie versucht jeden Fall...
